Netvoting: Spielwiese für Web 2.0 Programmierer

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Haben Web 2.0 Anwendungen das Internet revolutioniert? Kaum eine Internetseite bietet in Zeiten des Mitmach-Internets nicht mehr die Möglichkeit Artikel zu kommentieren, abzustimmen, individuelle Einstellungen vorzunehmen. Und nun auch noch Netvoting.com: Mit großem Getöße ging der Dienst, der eine neue Dimension des Socialnetworkings sein will, in den Betatest. Ich habe mir den Dienst angeschaut.

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Netvoting.de ist eine Plattform, auf der man an zahlreichen Abstimmungen teilnehmen kann und als registriertes Mitglied auch selber Abstimmungen einstellen kann. Hört sich nach nichts großartig Neuem an – aus meiner Sicht ist es das auch nicht.

Nicht Neues, weil die Idee schon vor Jahren im Internet zu finden war: Schon im Jahr 2001 war der Dienst “Meinungsmacher.de” aktiv, wo man nach einer Anmeldung an vielen Abstimmungen teilnehmen konnte und auch selber seine Abstimmungen einstellen konnte. Natürlich gabs noch nicht die vielen inzwischen ja schon fast wieder “klassischen” Web 2.0 Funktionen von Netvoting.com – aber das Prinzip war das selbe. Der Dienst ist inzwischen nicht mehr online. Ciao.com hält aber noch die Erfahrungsberichte zu dem Dienst bereit. Bezeichnenderweise trägt auch ein Ciao.com Artikel bereits den Titel: “Sinn oder nicht Sinn das ist hier die Frage” – so hätte mein Titel zu diesem Netvoting Artikel auch heißen können.

Netvoting selbst sieht das freilich anders und schreibt auf seiner Internetseite:

Im Gegensatz zu den bisherigen Web 2.0 Angeboten reicht es uns nicht aus, mit netvoting lediglich soziale Strukturen darstellen zu wollen, vielmehr wollen wir die Meinungen aller User im Netz einholen und gesamtheitlich schematisieren. Wir sind der “geistige Marktplatz” in den Sphären des Web 2.0.

Großer Anspruch: Die Meinung aller User im Netz einzuholen, leicht überheblich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich besonders viele User hier anmelden werden bzw. aktiv teilnehmen werden. Denn: Aus meiner Sicht ist der Dienst weder neuartig noch besonders attraktiv.

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Die Startseite von Netvoting.com

Was ist Netvoting?
Ich finde auf Netvoting.com zahlreiche Abstimmungen, an denen ich sofort und auch ohne Anmeldung teilnehmen kann. Die Abstimmungen stammen von anderen Internetnutzern, die ihre Fragen und die Antwortmöglichkeiten einstellen und dem Internet zur Abstimmung anbieten. Dementsprechend groß ist auch die Vielfalt der Fragen – bei vielen komme ich ins Grübeln, was dem Fragesteller das Ergebnis der Abstimmung bringt. Aktuelle Umfrage haben etwa “vielversprechende” Titel wie “Ich sag Schoko, ihr sagt?” - und ich kann dann auswählen: Finger, lecker, WTF. Aha. Wenn ich auf “Abstimmen” klicke, sehe ich in einer schönen Realstatitik inkl. Diagrammen wie die anderen Netvoting.com User das sehen und kann noch meine Meinung zur Abstimmung eingeben. Wenn ich meinen Tagesbedarf an Meinungskundtuung damit noch nicht gesättigt habe, gehe ich zur nächsten Umfrage, z.B.: “Bekommen wir dieses Jahr weisse Weihnachten ?” und wähle “Hoffentlich nicht” aus, um zu erfahren, dass das auch 33% der anderen 7 Abstimmer so sehen. Aha – da bin ich ja beruhigt, dass das auch andere so sehen.

Aus meiner Sicht ist der Nutzen von Netvoting.com eher gering. Natürlich ist es ein netter Zeitvertreib (Zeitverschwendung) an mehr oder – eher – weniger sinnvollen Abstimmungen teilzunehmen. Die Community-Funktion, wo ich mich – wie bei Web 2.0 üblich – über mich ausbreiten kann (inkl. Foto), erlaubt mir, die anderen Abstimmer kennenzulernen – man hat ja schon mal ein Gesprächsthema, wenn man bei einer Umfrage einer Meinung war.

Netvoting für Webmaster
Nun gibt es natürlich noch eine weitere Dimension des Services: Der Service soll ja besonders für Webmaster interessant sein. Und ich muss sagen: Ich bin überrascht, wie viele Möglichkeiten mir als Blogger geboten werden, eine Umfrage in meinen Blog einzubauen. Ich kann ihn als Flash, als Javascript oder in der Direkturl einbinden oder die 1-Klickveröffentlichung nutzen, die zahlreiche Blogging-Dienste unterstützt. Das Ganze ist schon sehr ausgereift und klappt wohl ganz gut. Dann kann ich die Umfrage auch noch bei 30 SocialBookmarking Diensten eintragen, damit möglichst viele auf die Umfrage aufmerksam werden. Toll!

Ich frage mich trotzdem: Warum sollte man hier teilnehmen? Mir fällt nur ein Grund ein: Aus Langeweile. Auf derselben Idee wie Netvoting.com baut übrigens auch Proviquest.de auf: Hier kann man nach der Anmeldung auch an Abstimmungen teilnehmen. Für jede Abstimmung gibts hier Geld – dafür kann man aber auch keine eigenen Abstimmungen einstellen. Doch eines verbindet Proviquest.de und Netvoting.com: Auch diesen Dienst halte ich für fragwürdig – allerdings aus anderen Gründen wie Netvoting.com, nachzulesen bei Blog.Testpiloten.info.

Mein Fazit zu dem Dienst: Netvoting.com zeigt, was im Web 2.0 alles möglich ist – funktionell ist der Dienst klasse und bietet mir viele Möglichkeiten. Hier hat sich ein Web 2.0 Programmierer wirklich im besten Sinne ausgetobt und viel Zeit investiert. Eigentlich schade, dass Netvoting.com aus meiner Sicht eben nur das ist: Eine Web 2.0 Spielwiese, technisch super und wunderbar interaktiv – in ihrem Nutzen aber sehr fragwürdig. Aber sind das nicht die meisten reinen Web 2.0 Produkte?

Und zum Schluss: Viel Spaß beim Abstimmen

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  1. » Sharewise.de: Aktiengewinne nach dem Mitmach-Prinzip - Dontox.de - Blog rund um Kostenloses, Geldverdienen und Geldsparen im Internet. - 14/01/2008

    [...] besuche. Der Service ist kostenlos und aus meiner Sicht auch nutzenbringend, was man bei weitem nicht von allen Services dieser Art sagen kann. An der Navigation und Übersichtlichkeit könnte Sharewise.com noch etwas [...]

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