Jul 30 | DresdnerBank: Die Bank mit dem Plus an Menschenfreundlichkeit? |
| geschrieben von Dominik Schuster am 30. Juli 2008 |
Es ist eine gute Zeit für alle, die ihr Geld gerne sicher anlegen möchten: Selten gab es so hohe Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld. Warum sind die Banken plötzlich so freigiebig? Eine eMail meiner Bankberaterin, die aus Versehen an mich weitergeleitet wurde, enthüllt es. Gefundenes Fressen für den kritischen Blogger …

Satte 5,1% Zinsen gibt es derzeit bei der 1822Direkt (www.1822direkt.de) im “1822direkt AnlageKonto”, wenn man sein Geld für 12 Monate als Festgeld anliegt. Eine satte Rendite – doch ich habe mir gedacht: Vielleicht gibt es bei meiner Hausbank ja sogar noch mehr. Fragen kostet ja nichts.
Und so sende ich am 14.07.2008 eine eMail an meine persönliche Betreuerin bei der DresdnerBank:
Hallo Frau xxx,
(…)
Ich hätte Interesse an einer weiteren Festgeldanlage. Mir liegt ein
Angebot meiner anderen Bank für 5,1% Zinsen (12 Monate) vor. Wenn Sie
mir das auch bieten können, würde ich gerne Ihr Angebot in Anspruch nehmen.MFG
Dominik Schuster
Lange Zeit hörte ich nichts von der Bank – was mich eher wunderte, weil meine Beraterin normalerweise recht schnell antwortet.
Dann am 24.07.2008 kam eine Antwort:
Haben wir dies schon besprochen ?? Wenn nicht, einfach Kunden mal anrufen….
Vielleicht können wir ja neues Geld kriegen ….
Danke
Aha. Offensichtlich ein interner Mailverkehr, der aus Versehen an mich weitergeleitet wurde. Besonders interessant ist der Satz: “Vielleicht können wir ja neues Geld kriegen ….”
Der Blogger macht sich so seine Gedanken …
Das hört sich so an, als ob die Bank dringend neues Geld braucht. Der Ton ist für mich etwas befremdlich, aber vielleicht einfach ehrlicher als das sonst übliche, stets mit einem Lächeln garnierte Verkaufsgespräch bei der Bank, die mich als Kunden hofiert und alles “nur zu meinem Besten möchte”. Im internen Mailverkehr werde ich da als Kunde schon eher als das betrachtet, was ich wohl auch wirklich bin: Derjenige, der neues Geld bringt, derjenige, der den Profit der Bank steigern soll, derjenige, der das Kapital der Bank erhöhen soll.
Was lerne ich daraus? Banken sind keine Philanthropen, die aus lauter Menschliebe hohe Zinsen anbieten oder tolle Kulturevents unterstützen. Sie brauchen einfach das Kapital – viele sicher auch, um Finanzierungslücken zu stopfen, die in der Subprime-Krise entstanden sind.
Ich habe jedenfalls diese eMail an meine Beraterin bei der Dresdner Bank zurückgeschrieben:
Hallo Frau xxx,
es ist interessant einmal zu lesen, wie in der internen Kommunikation bei Ihnen korrespondiert wird und welch doch “rauer” Ton da herrscht. Offensichtlich wurde Ihre eMail an mich fehlgeleitet und sollte “innerhalb des Unternehmens” bleiben.
Bisher hat sich trotzdem leider niemand bei mir gemeldet. Wie sieht es denn nun mit einem Angebot aus?
MFG
D. Schuster
- Eine fehlgeleitete eMail ist natürlich auch ein nettes Häppchen für einen Blogger. Nachzulesen unter www.dontox.de.
Mal sehen, welche Konditionen mir jetzt angeboten werden. Wenn bessere als bei der 1822direkt (was ich nicht glaube …), werde ich mein Geld ggf. wieder bei der DresdnerBank anlegen. Trotz rüden Tons. Fehler können immer mal passieren.
Links rund ums Festgeld
1822Direkt im Test bei Bankkonto-Kostenlos.de
Einen aktuellen Festgeld Vergleich, für alle, die eine Geldanlage im Festgeld planen, inkl. Übersicht über die aktuellen Festgeld Zinsen finden Sie auf Kontotipp.de.






Das hört sich so an, als ob die Bank dringend neues Geld braucht.
Das halte ich mehr oder weniger für unrealistisch – die paar Kröten der Privatanleger interessieren herzlich wenig – vielleicht in der Summe – aber sicher nicht auf Deinem Fall – oder legst Du Millionenbeträge an?
Nunja, und wie interne Mails aussehen – who cares.
Kam da eigentlich noch ‘ne Antwort von der Sachbearbeiterin?
[...] Kaupthing Ledge einen so hohen Tagesgeldzinssatz an? Bestimmt hat auch diese Bank kein besonderes Menschenfreundlichkeits-Gen. Der Grund ist ganz einfach: Island wurde durch die internationale Finanzkrise besonders stark [...]