Mai 31 | Unmoralische Angebote bei Axel Springer und Post AG |
| geschrieben von Dominik Schuster am 31. Mai 2008 |
Man ist das gewöhnt: Wenn ich eine Zeitschrift bestelle, werde ich über kurz oder lang vom Zeitschriftenverlag angerufen. Meist ist der Vorwand der Anlass, dass man mich nach meiner Zufriedenheit frägt, ob mit der Belieferung alles klappt, ob die Rechnung korrekt war, um mir dann schnell ein Angebot zur Aboverlängerung oder ein anderes günstiges Zeitschriftenabo anzubieten. Gestern wurde ich nun gleich zweimal von verschiedenen Verlagen angerufen – mit äußerst fragwürdigen, aus meiner Sicht unseriösen Angeboten.
Einmal vom EURO Wirtschaftsmagazin aus dem Haus Axel Springer, das ich vor kurzem bestellt habe (peinlich schlechte Internetseite unter Euro-Wirtschaftsmagazin.de), sowie vom Post Leserservice, über den ich vor einigen Monaten ein Computerzeitschriften-Abo bestellt hatte.
Fall 1: Fragwürdiger Gewinnspielservice vom Euro-Magazin
Beim Euro-Wirtschaftsmagazin gings um ein “ganz besonderes Angebot”: Einen Gewinnspielservice. Der Mitarbeiter am Telefon erklärte mir, dass man mich automatisch in verschiedene Gewinnspiele eintragen würde und ich dabei viele tolle Preise gewinnen könne. Viele Kunden hätten sich nach so einem Service gesehnt und man würde den Zeitschriftenlesern nun endlich mit einem entsprechenden Angebot entgegenkommen können. Aha. Als ich genauer nachfrage, wird schnell klar, worum es wirklich geht: Der Service kostet mich um die 14 Euro im Monat (!), bei Vertragslaufzeit 12 Monate und ich würde mindestens soviel gewinnen wie ich einsetze, sonst gibts das Geld zurück. Was für ein dämliches Angebot – und das von einem seriösen Magazin. Ich erkläre dem Mitarbeiter, dass ich das Angebot peinlich und unseriös finde: Im Internet gibt es viele Unternehmen, die mir diesen Service weit günstiger anbieten würden (z.B. gewinn24.de) – wobei ich aber bestimmt auch an diesen Services kein Interesse habe. Da werden nur meine Daten weiterverkauft und ich kann mich auf eine Werbeflut einstellen, worauf ich wirklich keine Lust habe – auch nicht, wenn vielleicht mal ein kleiner Gewinn dabei ist. Ich bin wirklich erstaunt über so viel Dreistigkeit und ein derart “unmoralisches” Angebot, auf das bestimmt wieder einige Leute reinfallen …
Fall 2: 100 Euro vom Post Leserservice
Wenig später: Der Anruf vom Leserservice der Dt. Post. Dieses Mal habe ich besonderes Glück gehabt: Ich gehöre zu 100 Leuten, die einen 100 Euro Urlaubsgutschein gewonnen habe. Ich freue mich überschwänglich, unterbreche die Dame am Telefon, die mir schon irgendetwas erklärt von wegen “Probeabo”: Man müsse ja nicht alles komplizierter machen als es ist – ich werde ihr einfach meine Kontonummer durchgeben und da soll sie dann die 100 Euro hin überweisen. Nein, nein – so sei das natürlich nicht gedacht, da hätte ich wohl etwas falsch verstanden. Den 100 Euro Gutschein gebe es nur, wenn ich ein Abo einer Zeitung bestelle (6 Monate – 1 Monat davon geschenkt – wow) – dann erhalte ich den Gutschein, den ich bei einem großen Reiseveranstalter einlösen könne, wenn ich dort eine Reise buche. Ich tue zunächst so, als hätte ich nichts verstanden und bestehe darauf, dass sie mir einfach das Geld überweist. Das geht natürlich nicht. Irgendwann lasse ich dann die Maske fallen und erkläre, dass ich es peinlich finde, dass die Post mit falschen Gewinnversprechen Kunden für Abos ködern will und ich solche unseriösen Machenschaften nicht unterstütze … Sie legt auf.
Wirklich peinlich, wenn große Zeitschriftenverlage wie Axel Springer zu solch unseriösen Machenschaften greifen müssen, um ihre Einnahmen zu erhöhen.






Tja, die Absätze im Print-Bereich gehen von Jahr zu Jahr zurück, man schau sich da nur mal die Auflagen des Schundblattes Bild der letzten Jahre an. Da sieht die Zukunft nicht rosig aus und irgendwie muss das Geld ja reinkommen, nicht wahr?
Das ist wirklich übel und ich fürchte, dass sich das so schnell auch nicht bessern wird, im Gegenteil. Dabei kann man das Abo an sich ohne Falle wirklich sehr günstig bekommen, wenn man ein wenig vergleicht.