Okt 06 | Wie sicher ist mein Geld? – Meine Analyse zur Finanzkrise und Tipps zur Einlagensicherung |
| geschrieben von Dominik Schuster am 6. Oktober 2008 |
Mein Geld ist sicher: Zu diesem Ergebnis komme ich nach einem kleinen Finanzkrise-Check meiner Anlagen. Mein Tagesgeld liegt mit sehr guten Zinsen bei der Direktbank der Frankfurter Sparkassengruppe 1822direkt und der großen ING-DiBa, bei der ich auch ein Aktiendepot und mein kostenloses Girokonto führe. Etwas Sorge machte mir nur mein Depot beim Online-Broker Flatex. Wie sieht es hier mit der Einlagensicherung aus? Fragen, Antworten und 5 Tipps gegen die Finanzkrise-Hysterie.
Da muss man schon etwas recherchieren: Im Gegensatz zu den meisten Online-Banken findet sich bei meinem Discountbroker www.flatex.de auf der Homepage kein deutlicher Hinweis darauf, wie es hier mit der Einlagensicherung aussieht. Meine anderen Banken gehen da anders vor – wohl auch um die vielen eMailanfragen zu vermeiden: Gleich auf der Startseite informieren die ING-DiBa und die 1822Direkt darüber, wie sicher das Geld hier ist (Antwort: Natürlich „sehr sicher“). Bei www.flatex.de half mir nur ein Umweg über die Infos im Impressum.
Da finde ich, dass die „Flatex AG“ ihre Wertpapiergeschäfte über die BIW-Bank in Willich abwickelt. Aha – nie gehört. Das geht ja schon mal gut los. Immerhin eine Internetseite gibt es: www.biw-bank.de. Aber auch die sieht für mich auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenserweckend aus.
Erst ein Blicks ins Impressum bringt Erleichterung: Die BIW-Bank ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Banken e.V. – und damit auch in deren Einlagensicherungsfond. Nun möchte ich es aber genau wissen: Wie hoch sind hier die Einlagen bei www.flatex.de abgesichert? Eine Zahl finde ich auf der Homepage der BIW-Bank nicht – da hilft also nur eine Anfrage beim Bundesverband.
Wenige Stunden nach meiner Anfrage wird mir mitgeteilt: Meine Flatex-Anlagen sind bis zu einem Betrag von 3.264.000 Euro abgesichert – eine recht niedrige Sicherungsgrenze im Vergleich mit großen Banken, aber für mich natürlich weit weit ausreichend.
Fazit: Meine Anlagen sind sicher – auch bei www.flatex.de – , sofern man denn den Einlagensicherungsfond als Sicherheit ansehen darf (was ich tue). Ich bin darüber sehr froh – ein Depotwechsel ist eine recht unerfreuliche Sache, wie ich schon einmal feststellen musste. Aber: Wenn ich herausgefunden hätte, dass bei Flatex meine Einlagen nicht ausreichend geschützt sind, wäre ich schnell weggewesen.
Ein paar Tipps zum Thema
Ich bin kein Experte auf dem Gebiet der „Geldsicherung“, habe mir aber selber ausreichend Gedanken zu diesem Thema gemacht und rate jedem, sich in der aktuellen Situation unaufgeregt mit dem Thema zu beschäftigen. Da wir über unser Projekt www.bankkonto-kostenlos.de recht viele Anfragen zur Finanzkrise bekommen, hier 5 Tipps zum Umgang mit der Krise:
- 1. Ruhe bewahren
Aus meiner Sicht der wichtigste Tipp. Auch über die Medien wird aus meiner Sicht eine große Hysterie verbreitet: Die BILD berichtet von der alten Dame, die ihre Alterssicherung durch ein Lehmann-Brothers-Zertifikat verloren hat, das ZDF dreht ständig neue-alte Spezials zum Thema „Wie sicher ist mein Geld?“, in denen eigentlich nie was Neues rauskommt. Ich denke, dass das Geld bei den großen deutschen Banken sicher ist – und Ihre Einlagen auch, vor allem auch durch die neue Garantie der Bundesregierung. Am besten Panikmacher in den Medien meiden und unaufgeregt Ihre Anlagen überprüfen. - 2. Einlagensicherung prüfen
Das schadet sicher nicht: Prüfen Sie die Einlagensicherung Ihrer Bank – z.B. über eine Anfrage bei Ihrer Bank oder www.bankenverband.de. So erfahren Sie am besten, wie sicher Ihr Geld ist. Keine Sorgen müssen Sie sich um Erspartes bei den Sparkassen machen oder all jenen Banken, die dem Einlagensicherungsfond beigetreten sind. Heikel wird es mit Geld bei ausländischen Banken, auch z.B. der Kaupthing Ledge, vor der ich schon Mitte August gewarnt hatte. Wer ein neues Tagesgeldkonto eröffnen möchte, sollte aus meiner Sicht auf bewährte Institute zurückgreifen. Hohe Zinsen gibt’s z.B. bei derDirektbank der Frankfurter Sparkasse 1822direkt, das auch von www.sicheres-tagesgeld.de empfohlen wird. - 3. Depot überprüfen
Welche Derivate haben Sie in Ihrem Depot? Das kann eine spannende Frage sein, wenn Sie an der Börse aktiv sind. Ich persönlich würde die Emittenten überprüfen. Verkaufen würde ich Aktien, Fonds und Co. derzeit aber nur in ganz seltenen Ausnahmefällen. Nach einem Tief kommt wieder ein Hoch – wer jetzt verkauft, macht große Verluste. Mutige nutzen die Chance der Krise und steigen jetzt an der Börse ein. Ich lasse meinem Online-Broker www.flatex.de noch etwas Ruhe – mir ist es derzeit auch zu heiß an der Börse. Verkauft habe ich keinen einzigen Wert. - 4. Investement in Gold prüfen
Es ist einer der TOP-Tipps im (lesenswerten, mir persönlich manchmal aber zu pessimistischen) Buch zur Krise Der Crash kommt: Investieren in Gold – und zwar physisch. Ich persönlich bin davon nicht wirklich überzeugt, Sicherheitsfanatiker können beim aktuell wieder gesunkenen Goldpreis aber auch ein kleines Goldlager aufbauen. Besser als „Geld unters Kopfkissen“ ist das aus meiner Sicht auf jeden Fall. - 5. Für die Zukunft lernen
Die aktuelle Finanzkrise ist ein Lehrstück für die Zukunft. Ich persönlich werde jedenfalls in Zukunft mehr auf die Sicherheit der Anlage achten und Gewinnaussagen von Zertifikaten, Fonds und Co. noch besser überprüfen. Und vielleicht auch in Zukunft mehr über den Sinngehalt von „Gier frisst Hirn“ nachdenken. Das nehme ich mir zumindest jetzt vor.
Sehenswert zum Thema “Finanzkrise” ist übrigens aus meiner Sicht vor allem die “Hart aber fair” Sendung zum Thema, die hier online angeschaut werden kann. Ich persönliche habe dank dieser lebhaften Diskussion (u.a. auch mit dem Autor von “Der Crash kommt”) einiges mehr von der Finanzkrise und ihren Zusammenhängen verstanden.






[...] Update 07.10.2008: Kaupthing Edge am Abgrund – Schnell weg … Jetzt ist es soweit: Die Kaupthing Edge steht am Abgrund und der isländische Staat musste mit einem Kredit über 500 Mio. Euro einspringen, um die Bank vor dem Kollaps zu bewahren. Problem: Der Staat Island steht selber vor dem Bankrott – Finanzkrise sei Dank. Wer jetzt noch sein Tagesgeld bei der isländischen Bank hat, sollte es schnellstens auf eine vergleichsweise sichere deutsche Bank umziehen und z.B. bei unserer Empfehlung 1822Direkt kostenlos ein Tagesgeldkonto eröffnen (derzeit 5,05% Zinsen – Testbericht hier). Die Bank gehört der Frankfurter Sparkasse – hier ist Ihr Geld gut geschützt, nicht zuletzt auch durch die Zusicherung der Bundesregierung. Wer sein Geld jetzt noch bei der Kaupthing Edge auf der Insel lässt, ist wirklich selber schuld, meine ich zumindest. Tipps zur Finanzkrise und zur Sicherung Ihrer Einlagen finden Sie übrigens in unserem neuesten Finanzkrise-Artikel. [...]
Ist die 1822direkt wirklich sicher? Gerade sie Konten blockiert und Auszahlungen gestoppt. Erwischt es jetzt schon Sparkassen?
@Peer N.
Ich bin selber seit Jahren zufriedener 1822direkt Kunde. Bis jetzt gab es nie Probleme bei Auszahlungen – und ich habe auch noch nie etwas von blockierten Konten geredet. Woher hast du diese Informationen? Ich fühle mich bei 1822direkt sehr sicher und gut aufgehoben.
[...] gerade ganz schön beschäftigen können. Und Fragen, auf die es viele Antworten gibt: Persönliche und Antworten von [...]
[...] EZB liegen wird. Hört sich gut an – ist es aber gar nicht, Stichworte Einlagensicherung und Finanzkrise. Ist die Akte “Kaupthing Edge” schon vergessen? Gibt es wirklich jemand, der hier sein [...]