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Okt 14

Alternativen zum Tagesgeld: Sicherer Hafen gesucht! – Tipps zur Geldanlage

geschrieben von Philipp Roßmann am 14. Oktober 2009   13:19 UhrKommentare

Im April diesen Jahres berichteten wir bereits, dass die Zinsen für Tages- und Festgeldkonten im freien Fall sind. Inzwischen gibt es nur noch wenige Banken, die mehr als 2% Zinsen aufs täglich verfügbare Tagesgeld bieten – und das meistens auch nur mit Fußnoten. Aber muss es unbedingt Tagesgeld sein? Alternativen zum Tagesgeld im Test.

1. Sicherer Hafen: Anleihen
Wenn die Aktienkurse schlingern und man gute Alternativen zu Tagesgeld sucht, gibt es immer noch den (recht) sicheren Hafen Anleihen. Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland bieten zur Zeit einen angemessenen Zins, dieser wird aber durch die derzeit hohen Kurse wieder weitgehend zunichte gemacht (zumindest bei Kurzläufern) und die Rendite fällt nicht besser als bei normalen Tages- oder Festgeldern aus. Eine gute Alternative zu Staatsanleihen des Bundes lautet: Anleihen deutscher Bundesländer. Von der Sicherheit stehen diese Anleihen den Bundesanleihen nicht hinterher. Die Ratingagentur Fitch hat allen auf dem Markt stehenden Länderanleihen das beste Rating, nämlich AAA, gegeben. 2 Länderanleihen stechen durch ihren Topzins besonders hervor: So bietet das Land Thüringen derzeit auf seine Anleihe mit der WKN DE000A0D6YF7 einen Zins von 3,38%, was beim aktuellen Kurs zu einer Rendite von 3,09% führt. Die Anleihe hat noch eine Laufzeit bis zum 17.10.2014, kann aber jederzeit, unter Beachtung des aktuellen Kurses und daraus eventuell entstehender Kursverlust, verkauft werden.


Das Land Hessen bietet für seine Anleihe (DE0001381846) einen guten Zins von 4,00% – und damit eine gute Tagesgeld Alternative. Die Rendite wird aber leider durch den aktuellen Kurs etwas gedrückt und liegt bei immer noch guten 3,06%. Das Wertpapier läuft noch bis zum 05.01.2015 und kann ebenfalls unter der Beachtung des aktuellen Kurses jederzeit verkauft werden.

Nachdem die Spekulationen über den Zusammenbruch der EU-Währungsreform derzeit nicht mehr geführt werden und das Vertrauen in die Standhaftigkeit des Euros zurückgekehrt ist, sind EU-Staatsanleihen auch wieder interessant. Da nach dem vollen Ausbruch der Finanzkrise EU-Staatsanleihen nur noch mit hohen Aufschlägen am Markt platziert werden konnten, waren sie dadurch uninteressant geworden, doch nun fällt mit besonders eine EU-Staatsanleihe ins Auge.

Italien gibt auf eine noch bis zum 29.12.2012 laufende EU-Staatsanleihe (NL0000121739) einen sehr hohen Zins von 6,25%. Die Rendite wird durch den zur Zeit hohen Kurs wieder gedrückt und steht aktuell bei guten 3,68%. Die Ratingagentur Moody’s gab Italien für Ihre Anleihe das sehr gute Rating Aa2, was in Schulnoten ausgedrückt einer 1- gleichkommt. Ein Verkauf unter der Laufzeit ist wie bei den Anleihen der Bundesländer möglich.

Wie kauft man Anleihen? Am besten einen günstigen Broker wie Flatex.de aussuchen und dann zum günstigen Discountpreis ordern. Wer sich Anleihen nicht selber aussuchen möchte, findet auch Fonds mit Anleihen – besonders günstig sind dabei ETF-Fonds auf Anleihen, die es inzwischen in großer Fülle gibt (bei der Auswahl helfen Onvista.de und Co.).

2. Pfandbriefe
Pfandbriefe galten lange Zeit als langweilig und seit der Finanzkrise gelten sie nun auch noch als gefährlich. Ersteres mag in soweit stimmen, als dass mit Pfandbriefen bisher keine zweistelligen Rendite erwirtschaften kann und sich auch Kursgewinne in Grenzen halten. Aber das Pfandbriefe gefährlich seien stimmt zumindest nicht grundsätzlich, denn Pfandbriefe sind wohl das sicherste was es an Wertpapieren gibt. Dieser Meinung ist sowohl unsere Bundesregierung, als auch der Leiter des Fixed Income Research der BayernLB Sönke Siemßen. Pfandbriefen liegen Immobiliensicherheiten zu Grunde, welche bei einer möglichen Insolvenz der Emittentin nicht mit in die Insolvenzmasse fällt, sondern ein Sondervermögen darstellt. Es ist in äußersten Ausnahmefällen möglich, dass ein Pfandbrief bei der Insolvenz der Emittentin gefährdet würde, hierzu müsste aber der Immobilienpreis um ca. 50% sinken, was in den letzten 150 Jahren noch nie der Fall war.

Bei diesen Wertpapieren ist mir der Pfandbrief der Eurohypo (DE000EH0A2E9) besonders positiv aufgefallen. Dieser Pfandbrief hat einen jährlichen Zinskupon von 3,25%. Die Rendite liegt nur knapp darunter und zwar bei 3,24%. Die Sicherheit ist wie schon beschreiben sehr hoch, was sich auch in dem Toprating AAA ausdrückt. Der Pfandbrief hat noch eine Laufzeit bis zum 26.10.2015 und kann ebenfalls während der Laufzeit (wie Bundesanleihen und EU-Staatsanleihen) verkauft werden.

Auch Pfandbriefe können besonders günstig z.B. über den Online-Broker Flatex.de gehandelt werden. Auch Pfandbrief-Fonds gibt es.


3. Alternative: Goldanlage
In den letzten Monaten empfehlen immer wieder Finanzexperten in Gold zu investieren und auch ich sehe dies als gute Alternative zu Tages- oder Festgeldern an. Es ist natürlich von Anfang an zu sagen, das Gold keinen Zins erwirtschaftet, aber ein guter Sicherheitshafen gegen Inflation oder sogar Währungsreformen zu sein scheint (wovon freilich der eine Experte mehr überzeugt ist als der andere). Der Goldpreis ist zwar seit Ausbruch der Finanzkrise stetig gestiegen und hat erst kürzlich ein neues Rekordhoch erreicht, aber viele Experten setzen immer noch auf weiter steigende Preise.

Als sehr gute Alternative zum physischen Kauf von Gold, kann man sog. Gold-ETFs ansehen. ETF’s bilden einen Index nach und entwickeln sich fast 1 zu 1 wie dieser Index. Weiterer Vorteil ist auch, dass man bereits mit verhältnismäßig kleineren Geldbeträgen in Gold investieren kann. Als besonders empfehlenswert sehe ich hör das Gold-ETF der Deutschen-Börse-Tochter Commodities GmbH (DE000A0S9GB0) an. Die Laufzeit ist unbegrenzt und der ETF hat im letzten Jahr eine tolle Rendite von 21,52% abgeworfen. Großer Vorteil im Hinblick auf die Sicherheit ist, dass das Gold physisch bei der Emittentin hinterlegt ist. Dadurch kann man sichergehen, dass man bei einem Verkauf auch den aktuellen Goldkurs bekommt.

Bei allen Wertpapieren ist zu beachten, dass bei Kauf und Verkauf Gebühren von Seiten der Depotbank anfallen. Diese schmälern noch etwas die Rendite. Um die Kosten hierfür möglichst gering zu halten, empfehle ich die sehr günstigen Depots von Flatex.de oder der ING-DiBa.


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