E-Plus Fünfsation im Test: Lock-Tarif aus der Handy-Steinzeit – TESTBERICHT

München ist derzeit zugepflastert mit einer grünen Hand, die “boah!” oder “ätsch!” schreit. Eine großangelegte Werbekampagne steckt dahinter, die E-Plus derzeit für den neuen Tarif mit dem seltsamen Namen “Fünfsation” fährt. Buchen können vorerst nur Münchner unter www.eplus.de/5cent oder im Eplus Shop – über kurz oder lang werden sicherlich alle den Tarif online bestellen können, die ihn möchten. Ich gehöre sicher nicht dazu. Mein Testbericht zum Eplus Fünfsation Handytarif.

Vor etwas mehr als einem Jahr sorgte der Mobilfunker E-Plus mit dem Tarif “Zehnsation” für Furore im Handy-Tarifdschungel: Nur noch 10 cent kostete in dem Tarif die Telefonier-Minute, egal in welches Netz und mit nur 10 Euro Mindestumsatz. Das war ein toller Tarif – und eine innovative Werbekampagne, die das von “Sensation” abgeleitete Wort “Zehnsation” erfand.

eplus_fuenfsation-muenchen
Verfolgt mich: Ganz München ist zugepflastert mit der “Fünfsation”-Werbekampagne von Eplus

Nun, etwas mehr als ein Jahr später, lockt E-Plus mit dem Zehnsation-Tarif keinen Handynutzer mehr hinterm Ofen hervor: Die Mobilfunkdiscounter wie Fonic.de oder Maxxim.de bieten längst Tarife ohne Grundgebühr und Mindestumsatz an, bei denen ich fürs Telefonieren und für die SMS nur noch 8 bis 9 cent pro SMS bezahle. Ohne Vertragsbindung versteht sich.

E-Plus möchte sich das wohl nicht gefallen lassen, obwohl der große Mobilfunker auch mit zahlreichen Billigmarken im Handydiscounter-Geschäft dabei ist. Aber die “Fünfsation” soll E-Plus anscheinend wieder neue Kunden für die Kernmarke bescheren – und “mein” München wird zum Testgebiet für den angeblichen neuen “Star unter den Tarifen” erklärt.

Der Trick mit den 5 cent
Ich persönlich bin allerdings weder vom Tarif noch von der Werbekampagne überzeugt (wobei ersteres natürlich für E-Plus eher ein Problem ist) und werde mir den Tarif sicher nicht holen. Denn: Die Zahl “5″ ist nur ein Lockangebot, das durch besonders ausführliche Bedingungen im Kleingedruckten schnell relativiert wird: Zwar zahle ich in dem Tarif mit dem dämlichen Damen tatsächlich 5 cent pro Minute in alle Netze – aber: Sonst ist an dem Tarif überhaupt nichts billig und schon gar nicht sensationell. So kostet eine SMS teure 19 cent/Minute, der Anschlusspreis beträgt bei Online-Buchung hohe 35 Euro. Informationen über die Kosten für mobile Datennutzung und Auslandsgespräche finde ich erst gar nicht auf der Internetseite von E-Plus.

Auch das noch: Grundgebühr mit Kleingedrucktem
Tja, und dann ist da noch die monatliche Grundgebühr von 5 Euro pro Monat, die im “Fünfsation” Tarif anfällt. Ich dachte eigentlich, dass die Grundgebühr-Zeit bei Handytarifen endlich vorbei ist – und nun kommt E-Plus wieder mit einem Grundgebühr-Tarif. Und dann auch noch mit einem Grundgebühr-Preis, der schwer verständlich ist und hauptsächlich dafür verantwortlich, dass das Kleingedruckte derart aufgebläht wirkt. In den Tarifdetails steht zur Grundgebühr:

monatlicher Grundpreis im 1. Jahr 5 Euro, gilt in dieser Höhe bei Buchung des Treue-Vorteils auch für weitere 2 Jahre, sonst 10 Euro/Monat. Bei Buchung des Treue-Vorteils verlängert sich die Mindestlaufzeit um weitere 24 Monate in Anschluss an die ursprüngliche Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Der Treue-Vorteil kann frühestens 12 Monate nach Vertragsabschluss gebucht werden; ab dem 36. Monat kann er erneut gebucht werden.

Wirre Formulierung, die besagt (bitte korrigieren falls ich falsch liege): Ich zahle in den ersten 12 Monaten auf jeden Fall 5 Euro pro Monat Grundgebühr. Nach 12 Monaten kann ich dann entscheiden, ob ich nach der ersten Mindestvertragslaufzeit weitere 24 Monate bei E-Plus bleibe – dann zahle ich weiterhin 5 Euro, sonst 10 Euro pro Monat. Geht das nicht einfacher?

Fazit: Viel Lärm um nichts. Ich sehe in der neuen “Fünfsation” von E-Plus keinen “Star am Tarifhimmel”, sondern ein unflexibles und unübersichtliches Tarifkonstrukt, das kaum den Sprung über die Münchner Stadtgrenze schaffen dürfte. Wer einen günstigen Tarif möchte, sollte bei Maxxim.de oder Fonic.de vorbeischauen. Da gibts keine Grundgebühr, keine Mindestvertragslaufzeit – und man telefoniert einfach günstig und gut. Bei Maxxim.de (T-Mobile Netz!) kann man sogar die Rufnummer mitnehmen.

Meinen Testbericht zu Maxxim.de und Fonic.de sowie einen Tarifvergleich zwischen den beiden billigen Handytarifen finden Sie in meinem Blogeintrag.

3 Kommentare to “E-Plus Fünfsation im Test: Lock-Tarif aus der Handy-Steinzeit – TESTBERICHT”

  1. alexplus

    04.07.2010

    Seit wann zahlt man SMS denn pro Minute? Glaube wohl kaum, dass das in der Tarifbeschreibung stand.

    Auf diesen Kommentar antworten

Trackbacks/Pingbacks

  1. » Base Tagesflat Test: Dayflat (fast) ohne Vorteile, aber mit Alternativen - Dontox.de - Testberichte und Erfahrungsberichte rund ums Internet. - 20/06/2009

    [...] letzter Zeit etwas ratlos. Erst die aus meiner Sicht fragwürdige “Tarifsensation” Fünfsation, die mit viel Kleingedrucktem und wenig Innovation und schon gar nicht Sensation daher kommt, und [...]

  2. “Mein BASE” im TEST: Flexibler Handytarif mit Mängeln – Vorteile, Nachteile, Alternativen » Von Dominik Schuster » BASE, Mein, Tarif, Flatrates, Handytarif, Gespräche, Euro, Nachteile, Grundkosten, Anschlussgebühr, Vertra - 10/02/2010

    [...] unter dem Namen “Mein BASE”. Zur Markteinführung wurde München mal wieder mit einer großen Werbekampagne für den neuen Tarif überzogen – doch ob der [...]

Kommentar schreiben