Tiefpreisgarantie – der Kunde freut sich, wenn ein Händler diesen Service anbietet und zeigt, dass er dem Kunden den bestmöglichen Preis bieten will und keine Angst vor der Konkurrenz hat. Auch im Internet lässt sich mit Bestpreisgarantien Geld sparen. Aber es läuft nicht immer reibungslos. Ein negatives und ein positives Beispiel von meinen Online-Shopping-Touren.
Am 01.06.2007 war es soweit: Ich habe mir für mein Büro einen neuen Stuhl bestellt. Nach einigem Überlegen habe ich mich entschieden, dem Komfort Vorrang vor dem Style zu geben und einen Ergonomie-Stuhl zu kaufen, der meinen Rücken schont. Ich habe mich im Internet umgesehen und mich schließlich für diesen Stuhl beim Online-Kaufhaus Topsit24.de entschieden. Einen Preisvergleich habe ich im Voraus nicht gestartet – schließlich wirbt der Anbieter auf der Startseite groß mit einer Bestpreisgarantie. Ich habe den Stuhl per Vorauskasse bezahlt und am 05.06.2007 wurde er schließlich ausgeliefert. Inzwischen sitze ich einige Zeit bequem auf meinem neuen Stuhl und kann mich nicht beschweren. Zumindest über den Stuhl nicht.
Am 06.06.2007 habe ich den Stuhl also erhalten – und am 07.06.2007 habe ich mich etwas im Internet umgeschaut, wo es den Stuhl denn sonst nocht gibt. Tatsächlich habe ich den Stuhl bei einem anderen Anbieter (Priz24.de) billiger gefunden: Hier kostete er 104,43 Euro – bei Topsit24.de hatte ich 116,30 Euro bezahlen müssen. Zeit, die Bestpreisgarantie zu testen.
“Tiefpreisgarantie – Bieten wir das etwa an?”
Ich habe also bei Topsit24.de angerufen und auch bald einen Mitarbeiter ans Telefon bekommen. Zunächst konnte er mit der Bestpreisgarantie offensichtlich gar nichts anfangen und ich musste erklären, worum es sich dabei eigentlich handelt. Schließlich hat er doch meine Daten aufgenommen und sich Notizen zum Gespräch gemacht (offensichtlich hatte er gerade keinen PC mit den aktuellen Bestellungen vor sich – oder gibt es hier so etwas gar nicht?). Das Ganze war recht umständlich und ich war gespannt, was dabei rauskommen würde. Man würde sich per eMail bei mir melden, meinte der Mitarbeiter. Ich wartete.
Schließlich kam am 07.06.2007 recht flott die Antwort per eMail:
Sehr geehrter Herr Schuster Dominique,
vielen Dank für Ihre Anfrage bei www.topsit24.de.
Wir haben uns bei www.priz24.de informiert.
Sie erhalten dort den Stuhl inkl. aller Kosten für 104,43 Euro bei uns für 116,30 Euro brutto.
Wir erstatten Ihnen daher 12,23 Euro.
Bitte teilen Sie uns Ihre Bankverbindung mit.
Hörte sich gut an. Ich habe also sofort meine Bankverbindung mitgeteilt. Seit dem warte ich bisher vergeblich auf mein Geld. Ich werde nochmal nachfragen, wo es bleibt. Aber: Ich finde, dass das auch ohne Nachfrage klappen sollte und eine Firma ihre Serviceangebote soweit im Griff haben sollte, dass das dann automatisch geht. Mir scheint man hier eher darauf zu spekulieren, dass (fast) niemand das Angebot der Bestpreisgarantie wahrnimmt, weil es einfach mit zusätzlichem Aufwand für den Kunden verbunden ist. Und wenn dann doch jemand kommt (wie ich), ist man offensichtlich überfordert. So sollte es ja nicht sein. Oder erwarte ich einfach zu viel?
Es geht auch anders – Positivbeispiel Amazon.de
Auch der große Online-Händler Amazon.de bietet inzwischen gleich für mehrere Sparten eine Tiefpreisgarantie an – und setzt in meinen Augen mal wieder Maßstäbe in Sachen Kundenfreundlichkeit.
Bei Amazon.de gilt die Tiefpreisgarantie für die Sparten DVD, Musik, Software und Games. Wenn man hier einen Artikel kauft und diesen innerhalb von 14 Tagen bei einem Händler (oder auch bei Amazon.de) günstiger findet, kann man bequem eine Gutschrift über den Differenzbetrag anfordern. Das geht so einfach, dass ich es auch schon ein paar Mal (erfolgreich) gemacht habe: Man klickt in seiner Bestellübersicht auf den Button
, gibt die Daten zum billigeren Vergleichsangebot ein und sendet das Formular an Amazon.de ab. Nach einer schnellen Prüfung erhält man den Differenzbetrag gutgeschrieben.
Einziges Manko der Tiefpreisgarantie von Amazon.de: Man bekommt den Betrag nicht ausgezahlt, sondern nur auf dem Amazon.de Konto gutgeschrieben, so dass man beim nächsten Amazon.de Einkauf Geld spart.
Wer übrigens nach aktuellen attraktiven Angeboten sucht, mit denen man die Tiefpreisgarantie von Amazon.de testen kann, ist mit der Seite DVDTiefpreise.de gut beraten: Hier sammeln Internetnutzer aktuelle Angebote lokaler Händler und vergleichen sie mit den Preisen von Amazon.de. So lässt sich gutes Geld sparen.
Fazit
Tiefpreisgarantien sind eine gute Sache – wenn sie auch darauf ausgelegt sind, zu funktionieren und nicht nur als Werbeinstrument für einen Online-Shop dienen. Amazon.de macht vor wie es geht – Topsit24.de sollte meiner Meinung nach eher überlegen, ob man mit der aktuellen Verfahrensweise nicht mehr Kunden verschreckt als anlockt.
Update 08.08.2007
Heute habe ich die Überweisung von Topsit24.de bekommen. Obs am Blogeintrag lag? Für mich ändert sich wenig: Eine Tiefpreisgarantie sollte besser funktionieren – Topsit24.de sollte sich überlegen, wie es in Zukunft besser und problemloser für den Kunden geht.