Vivid Money Konto im Test: Innovative Funktionen, aber meine Erfahrungen zeigen Schwächen nicht nur bei den Gebühren


Girokonto als Smartphone App für unterwegs

Mit satten Cashback Rabatten von bis zu 25%, einer wertigen gebührenfreie Debitkarte aus Metall und 0 Euro Kontoführungsgebühr: Mit diesen Besonderheiten geht die Vivid Money Konto App in Deutschland an den Start. Doch ist das Konto wirklich so gut wie es die Werbung verspricht? In manchen Punkten sieht der Dontox.de-Redakteur Philipp nach seiner eigenen Kontoeröffnung noch erhebliches Verbesserungspotenzial, besonders auch bei den im Einsatz tatsächlich anfallenden Gebühren des Kontos. Hier ist sein Erfahrungsbericht zur Kontoeröffnung und sein Test zum Konto mit umfassendem Vergleich.

Vivid Konto AppBis zu 25% Cashback beim täglichen Einkauf auch in Supermärkten. Eine gebührenfreie Kreditkarte aus hochwertigem Metall. Kostenloser Einsatz im Ausland. Unterstützung von bargeldlosem Bezahlen mit Apple Pay und Google Pay und eine Kontoverbindung mit deutscher IBAN. Ein integriertes Depot und die Möglichkeit auch mit kleineren Summen am Aktienmarkt zu investieren. Das alles verspricht das kostenlose digitale Girokonto von Vivid Money, seit Juni 2020 in Deutschland als App für Android und iOS verfügbar.

Bei diesen ganzen vermeintlichen Vorteilen fiel mir die Entscheidung nicht schwer, mein erstes digitales Girokonto zu eröffnen. Also schnell zum App Store gewechselt und die „Vivid: Banking & Invest App“ auf mein iPhone heruntergeladen.

Hier im Testbericht zeige ich meine ersten Erfahrungen mit dem Konto Vivid Money. So viel vorweg: Ich habe das digitale Konto zwar weiter im Einsatz und nicht vom Smartphone gelöscht – vollständig überzeugen kann mich das kostenlose Konto aber bisher nicht. Die Gründe dafür zeige ich hier gesammelt im Erfahrungsbericht.

Vivid Money: Pockets und Debitkarte

Das Unternehmen: die Vivid Money GmbH

Doch zuerst noch ein Blick auf das Unternehmen. Die Vivid Money GmbH ist noch ein sehr junges Unternehmen, das 2019 von Artem Yamanov und Alexander Emeshev zusammen mit einem Team von mehr als 130 Mitarbeitern gegründet wurde. Beide Gründer arbeiteten zuvor bei der russischen Tinkoff Bank, die seit 2006 digitale Bankdienstleistungen anbietet.

 

Neben dem Mutterkonzern, der Tinkoff Bank, die eine Finanzierungsrunde über 25 Millionen Euro zugesagt hat, arbeitet das Fintech mit der Solarisbank zusammen. Dies ist notwendig, da die Vivid Money GmbH im Vergleich zum Konkurrenten N26 keine Vollbanklizenz besitzt und daher jegliche Transaktionen über die Solarisbank abgewickelt werden. Die Solarisbank bezeichnet sich selbst als Partner mit Banklizenz und ermöglicht es jungen Unternehmen wie beispielsweise auch Trade Republic Bankdienstleistungen über die Plattform der Solarisbank abzuwickeln.

Erste Erkenntnis also: Auch wenn es beim täglichen Bezahlen keinen Unterschied macht, sollte man sich bewusst sein, dass die Solarisbank das tatsächliche Finanzinstitut hinter dem digitalen Girokonto ist.

Erfahrungen mit der Kontoeröffnung: Vollkommen digital per Smartphone … aber leider mit langer Wartezeit

Zurück in der vivid App starte ich mit der Kontoeröffnung. Es ist keine Schufa Prüfung notwendig und ich beginne mit der Eingabe meiner personenbezogenen Daten. Sobald nach meiner Freigabe meine Adresse per GPS ermittelt wurde – genau solche kleinen Features erwarte ich von einem digitalen Girokonto – geht es zur Identitätsüberprüfung. Im Vergleich zu N26 habe ich hier neben der Videoidentifizierung auch noch die Möglichkeit meine Identität per Bankkennung zu bestätigen.

Konto eröffnen bei Vivid Money: Mit HindernissenKonto eröffnen bei Vivid Money – in meinem Test nur mit Hindernissen möglich (Screenshots aus meiner Kontoeröffnung am Smartphone)

Da ich gerade gemütlich auf der Couch sitze und die Bankkennung (Bank Ident) als „der schnellste Weg“ beworben wird, wähle ich diese Option aus. Beim Bank Ident läuft die Legitimation über mein bestehendes Bankkonto ab: Nach dem Einloggen wird sofort 1 Cent transferiert, das reicht für die erste Bestätigung aus. Im Anschluss muss ich noch meinen Ausweis abfilmen und diesen zur Kontrolle der Sicherheitsmerkmale hin und her kippen. Und jetzt, bei der Weiterverarbeitung meiner Eingabe, beginnt die Kontoeröffnung leider zu stocken – mit dieser Statusmeldung:

 

Normalerweise dauert das nur 5 Minuten, in Ausnahmefällen kann es jedoch bis zu 24 Stunden dauern.

Leider begleitet mich dieser Statusbildschirm mit einer zunehmend hämischen Wirkung die nächsten Tage … um genauer zu sein: geschlagene zehn Tage lang. Dann erscheint dieser Hinweis:

Dieses Mal nicht. Während des Identifizierungsprozesses ist ein Problem aufgetreten. Bitte versuche es erneut.

Also filme ich noch einmal meinen Ausweis ab, schaue in meine Frontkamera, damit mein Gesicht mit dem Bild auf meinem Ausweis abgeglichen wird. Und dann, beim zweiten Versuch, klappt es doch noch endlich: Mein erstes digitales Girokonto ist – mit Hindernissen – eröffnet!

Die Kontomodelle von Vivid Money im Vergleich

Direkt bei der Kontoeröffnung braucht man sich erst einmal keine Gedanken über über die Auswahl des Kontomodells machen: Jeder Neukunde kann Vivid Prime für drei Monate kostenlos testen und wechselt danach automatisch auf das Standardkonto.

Die Unterschiede der beiden Varianten habe ich hier im Vergleich zusammengefasst:

Kontomodell Standard Prime
Kontoführungsgebühr 0,00 EUR / Monat 9,99 EUR / Monat
Erste Metallkarte Kostenlos Kostenlos
Unterkonten (Pockets) Bis zu 15 Bis zu 15
Währungen 40 107
Minimale Bargeldabhebung 50 EUR 50 EUR
Maximale Bargeldabhebung 200 EUR / Monat 1.000 EUR / Monat
Maximaler Cashback 20 EUR / Monat 100 EUR / Monat
Cashback Programme Champion-Programm Champion-Programm, Super Deals, Vivid Services, Prime Cashback
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Vivid Money Karten: Metallkarte und virtuelle Karte, aber keine Revolving-Kreditkarte

Neben der kostenlosen Metallkarte, die drei Tagen nach der erfolgreichen Kontoeröffnung per Post bei mir eingetroffen ist, steht mir direkt nach erfolgreicher Kontoeröffnung auch eine virtuelle Karte zur Verfügung. Diese virtuelle Karte kann direkt via Apple Pay oder Google Pay verwendet werden. Das ist klasse und ein großer Vorteil zu herkömmlichen Girokonten: Es kann also sofort nach Kontoeröffnung bezahlt werden – und Google Pay und Apple Pay sind als Bezahlmethoden verfügbar.

Jede weitere Metallkarte kostet 20 EUR und jede weitere virtuelle Karte lediglich 1 EUR. Beide Karten sind Visa Debit Karten und keine klassischen Kreditkarten, das heißt: jede getätigte Zahlung wird sofort dem Konto belastet und nicht erst am Monatsende abgerechnet. Einen Kredit oder Zahlungsaufschub bekommt man bei diesem digitalen Konto also nicht. Ein Risiko auf hohe Kreditkartenzinsen geht man damit aber auch nicht ein.

Die Metallkarte ist wirklich ein Hingucker und liegt angenehm in der Hand. Neben der Optik ist die Karte auch noch extra sicher, da keine Kartennummer, kein Ablaufdatum und keine Prüfnummer auf ihr zu sehen sind. Natürlich wollte ich die Karte gleich beim nächsten Einkauf ausprobieren, doch leider hat das kontaktlose Bezahlen nicht funktioniert … die zweite Enttäuschung bei meinem Vivid Money Test. Jedoch ist mir dies auch bei meiner N26 Plastikkarte passiert. Auch hier hat es ein paar Tage nach Erhalt und Freischaltung in der App gedauert bis das kontaktlose Bezahlen möglich war.

Vivid Money Debitkarte aus MetallMeine Vivid Money Debitkarte aus Metall – Praktisch: Sogar die Liefermethode ist bei Kontoeröffnung wählbar

Vivid App: Banking & Invest App

Nun aber wieder zu einem Punkt, der mich sehr überzeugt hat: die App. Schlicht, übersichtlich und im Vergleich zu den MobileBanking Apps klassischer Girokonten: vollfunktionsumfänglich. Zu Beginn besitzt man lediglich das Main Pocket, und die Stock Rewards sind hinterlegt. Ein Pocket bei Vivid ist nichts anderes als ein Konto mit eigener IBAN. Das bedeutet, dass man für unterschiedliche Zahlungen unterschiedliche Pockets eröffnen und so seine Einnahmen und Ausgaben direkt über die eigene Kontenstruktur organisieren kann. Eine klasse Funktion, die beim Ordnen und Sortieren von Einnahmen und Ausnahmen extrem hilfreich ist!

Die Pockets sind nicht mit den Spaces von N26 zu verwechseln. Die N26 Spaces dienen lediglich als eine Art digitale Spardose und haben keine eigene IBAN. In der Vivid App dagegen kann ich meine hinterlegten Karten einfach per Drag-and-Drop einem anderen Pocket zuordnen und so meine Zahlungsströme steuern. Auch das Überweisen zwischen den Pockets geht ganz einfach per Drag-and-Drop. Wirklich ein schönes, funktionales und innovatives Feature des digitalen Girokontos in meinem Vivid Money Test. Mit dem Vorteil, dass jedes Pocket über eine eigene IBAN verfügbar, ist das Vivid Konto aus meiner Sicht auch besser als N26.

Funktionen Vivid Money: Pockets und Geld sendenZwei nützliche Funktionen in der Vivid Money App: Pockets zur Ausgabenverwaltung und Geld an Freunde senden

Geld abheben und weltweit bezahlen mit dem Vivid Konto

Daueraufträge und Überweisungen mit dem Vivid Konto

Überweisungen und Daueraufträge (geplante Zahlungen) sind aus jedem Pocket (außer das Stock Rewards Pocket) möglich. Neben einer normalen Überweisung kann man auch per Vivid Pay Geld transferieren. Hier greift die App auf die eigenen Kontakte zu: Bequem per Handynummer ist Geld überweisen möglich. Dies ist in der Praxis jedoch nur für beide Beteiligten bequem, wenn beide auch ein Vivid Money Konto haben. Andernfalls wird zuerst ein Link erzeugt, dann an den Zahlungsempfänger übermittelt werden muss. Dieser gibt dann seine Kontodaten an und erhält das Geld auf sein Bankkonto.

Mit dem gleichen Prinzip kann man über Vivid Pay auch Geld anfordern und zwar sogar von mehreren Personen gleichzeitig. Das ist eine sehr praktische Funktion, wenn man sich beispielsweise die Kosten für ein Geburtstagsgeschenk oder eine Rechnung teilen möchte. Der Gesamtbetrag wird gleichmäßig auf alle eingegebenen Kontakte aufgeteilt.

Auslandsüberweisungen mit Wechselkursgebühren: Ins Ausland Geld überweisen

Überweisungen auf ein Konto außerhalb des Euro-Raums sind zwar laut Nachfrage beim Vivid Money Support möglich und kostenlos, jedoch fallen hierbei Wechselkursgebühren an. Auf diese Gebühren gehe ich im nächsten Abschnitt noch näher ein. So viel vorweg: Bei Auslandsüberweisungen fährt man häufig günstiger mit einem Service wie Wise, unserer Empfehlung auch im Vergleich von Auslandsüberweisungen hier bei Dontox.de.

Einkäufe bezahlen und Geldabheben im Ausland

Das Bezahlen in Fremdwährung wird von Vivid Money als „Sparen auf Reisen. Weltweit!“ aktiv beworben. Doch ist das wirklich so? Nein! Zwar ist der Einsatz der Visa Debit Karte im Ausland kostenlos, doch gibt es einige Kostenfallen, wie ich in meinem Test feststelle. Hier ist Vorsicht in Ländern außerhalb des Euro-Raums geboten. Unterscheiden wir zunächst zwischen dem Abheben von Geld und dem Bezahlen mit der Kreditkarte im Ausland.

Beim Abheben von Geld gelten im ersten Schritt die gleichen Limits wie im Inland, das heißt maximal 200 EUR pro Monat mit Vivid Standard und maximal 1.000 EUR pro Monat mit Vivid Prime sind ohne Zusatzgebühren möglich. Zusätzlich ist zu beachten, dass ein Mindestbetrag von 50 EUR abgehoben werden muss, andernfalls fällt eine Gebühr von 3%, jedoch nicht weniger als 1 EUR, an. Der gleiche Gebührensatz gilt für Abhebungen nach Erreichen des monatlichen Limits.

Persönlich schränkt mich das 200 EUR Limit des Standard Kontos im Alltag nicht weiter ein, da ich fast alles kontaktlos per Karte, meistens mit Apple Pay bezahle. Das könnte für manch anderen schon im Alltag nicht gelten, doch spätestens im Urlaub sind 200 EUR ein viel zu geringes Limit und selbst mit 1.000 EUR könnte es im Familienurlaub eng werden.

Soweit ist das kein Problem, solange man im Ausland mit seiner Vivid Kreditkarte bezahlen kann. Dies konnte ich zwar nicht testen, jedoch sollte bedacht werden, dass man lediglich eine Visa Debit Karte und keine vollwertige Kreditkarte besitzt. Teilweise könnte dies im Ausland, vor allem bei größeren Zahlungen (Mietwagen, Bezahlung der Unterkunft etc.) ein Problem werden.

Achtung: Wechselgebühren bei Bezahlungen in Fremdwährung

Liest man sich nun nicht genauer das Kleingedruckte durch, wäre das Zwischenfazit: Solange ich nicht mehr als 200 EUR / 1.000 EUR an Bargeld im Urlaub benötige und ich mit meiner Metallkarte oder der in ApplePay / GooglePay hinterlegten virtuellen Karte bezahlen kann, ist das Vivid Money Konto auch außerhalb des Euro-Raums für mich kostenlos nutzbar. Der Blick ins Preisverzeichnis (PDF) zeigt aber: So einfach ist es nicht!

Vivid bewirbt das „Sparen auf Reisen“ mit dem Zusatz: „Tausche dein Geld schon vor Reiseantritt und spare bei den Wechselgebühren“. Das klingt nach einer feinen Sache und ist tatsächlich sehr einfach möglich. Nicht erwähnt wird, dass auf den „Echtzeit-Wechselkurs“ eine Gebühr von 0,5% aufgeschlagen wird und diese „außerhalb der Arbeitszeiten des betreffenden Devisenmarktes“ auf bis zu 1% ansteigen kann.

Beim Konkurrenten N26 ist das Bezahlen im Ausland ebenfalls immer kostenlos, wobei für einen möglichen Wechsel in Fremdwährung der MasterCard Wechselkurs herangezogen wird. Wie hoch ist nun der Aufschlag auf den tatsächlichen Wechselkurs bei Vivid Money und N26 / MasterCard? Hierzu habe ich einen Gebührenvergleich verschiedener Währungen beliebter Urlaubs- und Nachbarländer aufgestellt:

Land Währung Börse Vivid Money N26
Schweiz CHF 1,10 0,54% 0,08%
Kroatien Kuna 7,59 2,67% 0,15%
USA USD 1,21 0,48% 0,04%
UK GBP 0,87 0,47% 0,02%
Thailand Baht 37,04 1,09% 0,44%
Polen Zloty 4,53 0,64% 0,10%
Tschechien Tsch. Kronen 26,18 0,51% -0,05%
Dänemark Dän. Kronen 7,44 0,57% 0,06%
Türkei Türk. Lira 9,07 0,98% 0,21%
Durchschnitt 0,88% 0,12%

Quelle: Freitag, 26.02.2021, 16 Uhr, Börse von Yahoo.Finance, Vivid Money und N26 aus der jeweiligen App

Hier zeigt sich, dass auch bei N26 der hinterlegte MasterCard Wechselkurs einen kleinen Aufschlag auf den tatsächlichen Börsenkurs beinhaltet. Im Schnitt liegt dieser lediglich bei 0,12%, wobei der MasterCard Kunde bei Tschechischen Kronen gar einen leicht besseren Kurs bekommt und in der Spitze maximal einen Aufschlag von 0,44% bei Thailändischen Bhat hinnehmen muss.

Nun zu Vivid Money: Hier ist der Aufschlag im Schnitt mit 0,88% mehr als sieben Mal so hoch und erreicht in der Spitze einen Wert von 2,67% für den Tausch in Kuna für den Urlaub in Kroatien. Diese versteckten Wechselgebühren fallen dann auch bei einer Auslandsüberweisung an.

Unter dem Strich sollte man sich überlegen das Konto für den Urlaub außerhalb des Euro-Raums zusätzlich um eine echte Kreditkarte ohne Jahresgebühr zu erweitern, wie z.B. diese VISA Kreditkarte ohne Jahresgebühr.

Vivid Money Cashback: Lohnt es sich?

Vivid Money: Cashback, Rabatte und Stock RewardsWirkt auf den ersten Blick ziemlich üppig: Rabatte, Cashback und Stock Rewards bei Vivid Money

Das digitale Konto von Vivid Money ist mit einem umfassenden Cashback Programm ausgestattet. Ob es sich wirklich lohnt und wie man damit beim Einkaufen sparen kann, habe ich mir genauer angeschaut.

Die erste Besonderheit des Vivid Cashback Programms ist, dass Rabatte und Vergünstigungen in Form von Stock Rewards gutgeschrieben werden. Man bekommt also nicht direkt eine Gutschrift aufs Konto. Wichtig für das Verständnis ist, dass der Cashback nicht in Aktien investiert wird, sondern lediglich an der positiven Wertentwicklung einer ausgewählten Aktie partizipiert. Hierzu stehen beispielsweise die folgenden Unternehmen zur Verfügung:

  • Tesla
  • Zoom
  • Apple
  • Visa
  • Deutsche Börse

Wichtig zu wissen: Man profitiert zwar immer von möglichen Kurssteigerungen, verliert jedoch nie einen Teil seiner Stock Rewards, falls die Aktie fällt.

Cashback von bis zu 25% – Nicht wirklich für alle …

Wie bekomme ich nun meine Cashbacks von bis zu 25% als Stock Reward? Meine Antwort: Selten, nie dauerhaft und auf jeden Fall nur mit Vivid Prime. Mein Fazit zum Cashback Programm im eigenen Test: Das Cashback Programm ist trotz des innovativen Charakters leider (noch) nicht so attraktiv wie es auf den ersten Blick in der Werbung wirkt. Zugang zu allen Cashback Möglichkeiten hat man nur über Vivid Prime und bei regelmäßiger Neukundenwerbung.

Champion-Programm

Schnell wird klar, dass man mit einem Vivid Standard Konto bei Cashbacks nicht weitkommt. Lediglich das Champion-Programm ist in diesem kostenlosen Kontomodell verfügbar. In diesem Programm erhalte ich 10% Cashback für zwei Wochen bei einem Restaurant oder Cafe, für das ich zum Champion gekürt wurde.

Um dies zu erreichen, muss ich in den vorangegangen zwei Wochen mindestens zwei Umsätze und vor allem den höchsten Gesamtumsatz aller Vivid Kunden erzielt haben. Das ist für mich persönlich nicht sehr attraktiv, da ich kein Stammrestaurant oder -cafe habe, bei dem ich tatsächlich so regelmäßig Geld ausgebe.

Aus den unklaren Bedingungen und schwammigen Erklärungen auf der Vivid Money Homepage konnte ich leider auch nicht klar herauslesen, ob jedes Restaurant und Cafe mich für einen Champion berechtigt oder nur teilnehmende Großketten.

Nur beim kostenpflichtigen Vivid Prime: Services, Prime Cashback und Super Deals

Für Vivid Prime Kunden gibt es zusätzliche Cashback Möglichkeiten, über die man versuchen kann die monatliche Kontoführungsgebühr von 9,99 EUR wieder reinzuholen: Vivid-Services, Prime Cashback und Super Deals versprechen satte Stock Rewards. Hier lohnt sich aber wieder einmal genauer hinzusehen.

Vivid Services klingen interessant, doch erhält man vergleichbare Cashbacks auch bei Anbietern wie dem Cashback- und Rabattportal GETMORE mit seinen über 2.000 Partnershops. Bei Buchungen auf Trip.com oder Expedia über Shoop bekommt man einen vergleichbaren Cashback von ebenfalls bis zu 10%, wobei hier noch viele weitere Portale als Partnerunternehmen geführt sind.

Beim Prime Cashback ist für mich und wahrscheinlich auch für die meisten anderen lediglich der winzige Cashback von 0,1% auf alle Einkäufe inklusive Lastschriften interessant. Alle anderen hier enthaltenen Cashbacks erhält man nur außerhalb der EU. Weiterhin gibt es noch weitere wechselnde Prime Angebote. Aktuell beispielsweise 10% auf Abos bei

  • Netflix,
  • Spotify,
  • YouTube oder
  • Amazon Prime.

Das klingt zwar nach vielen Möglichkeiten, aber lässt die Stock Rewards noch nicht wirklich sprießen.

Lediglich die Super Deals haben ihren Namen verdient und bringen satte Cashbacks. Aktuell gibt es beispielsweise folgende Super Deals:

  • 15% bei Aldi,
  • 10% bei Lidl,
  • 25% bei Starbucks,
  • 18% bei Lieferando und
  • 21% bei Shell

Der große Haken lässt nicht lange auf sich warten: Super Deals können nur für zwei Monaten freigeschalten werden, wenn man einen neuen Kunden geworben hat. Weiterhin ist der Cashback auf lediglich 50 EUR innerhalb dieser zwei freigeschalteten Monate begrenzt. Damit stimmt zwar das Versprechen von Vivid Money von bis zu 25% Cashback, jedoch ist auch diese Cashback Möglichkeit stark begrenzt. Die Bedingungen sind umfassend, wie auch diese Tabelle im Detail zeigt:

Vivid Money Superdeals Bedingungen

Mein Zwischenfazit zum Vivid Cashback: Den Cashback Bonus durch Beteiligung an Kurssteigerungen an ausgewählten Aktie zu erhöhen, halte ich für eine gute Idee. Die Super Deals können sich sehen lassen und lohnen sich für Wocheneinkäufe oder selbst bei der kurzen Fahrt zur Tankstelle. Wer Freunde oder Verwandte wirbt, die auch auf der Suche nach einem wirklich digitalen Girokonto sind, können sich hier auf tatsächlich satte Cashbacks von bis zu 25% freuen. Ab fünf erfolgreichen Neukundenwerbungen können Super Deals für 300 Tage freigeschaltet werden und man kann bis zu 250 Euro an Cashback verdienen.

Die restlichen Cashback Möglichkeiten sind jedoch im Moment noch sehr eingeschränkt und rar. Spezialisierte Cashback-Portale wie GETMORE bieten hier deutlich transparentere Bedingungen und eine große Auswahl an Partnerunternehmen. Shoop bietet darüber hinaus noch eine praktische App, mit der man bequem beim Online-Shopping über das Smartphone noch Geld sparen kann.

In der nachfolgenden Übersicht habe ich die Cashback Konditionen noch einmal zusammengestellt:

Kontomodell Standard (kostenlos) Prime (Servicegebühr von 9,90 Euro/Monat)
Maximaler Cashback 20 EUR / Monat 100 EUR / Monat
Champion-Programm 10% für zwei Wochen 10% für zwei Wochen
Vivid Services 10% bei booking.com und rentalcars.com
Prime Cashback 0,1% auf alle Einkäufe inklusive Lastschriften, 1% Shopping-Cashback und 3% Cashback in Restaurants, aber beides nur außerhalb der EU, weitere Cashbacks bei ausgewählten Partnern
Super Deals Bis zu 25% bei ausgewählten Partnern für maximal zwei Monate
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Investment Pocket: Geld anlegen mit Vivid Money

Neben den klassischen Funktionen eines Girokontos ist das Vivid Money Girokonto seit dem 24. Februar 2021 nun auch mit einem Investment Pocket ausgestattet. Dies als Wertpapierdepot zu bezeichnen wäre ein wenig hochgegriffen, jedoch ist es möglich in über 1.000 ausgewählte Aktien und ETFs zu investieren. Der Clou ist, dass Investitionen in Aktien schon ab einem Cent möglich sind. Dies ist möglich, da man über das Investment Pocket keine tatsächliche Aktie, sondern sogenannte Fractional Shares erwirbt.

Fractional Shares – Das sind die Vorteile

Was aber sind diese Fractional Shares genau? Fractional Shares sind Finanzinstrumente für Investments in Bruchteile einer börsennotierten Aktie. Dabei bildet das Fractional Share den Kurs der hinterlegten Aktie 1:1 ab, jedoch wird man nie tatsächlicher Inhaber der Aktie. Der Vorteil ist, dass man mit Fractional Shares also bereits mit kleineren Summen in Aktien mit einem hohen Kurs, wie z.B. Amazon oder Alphabet (Google), investieren kann und dies über Vivid Invest kostenlos möglich ist.

Fractional Shares – Es gibt auch Nachteile

Es gibt jedoch auch Nachteile:

  • Man wird mit Fractional Shares nie Eigentümer einer Aktie und damit tatsächlicher Investor des jeweiligen Unternehmens.
  • Man erwirbt die Fractional Shares nicht über die Börse zum tatsächlichen Marktpreis, sondern im Direkthandel über CM-Equity. Dadurch werden die Käufe verzögert oder gar überteuert ausgeführt.
  • Fractional Shares verleiten dazu, sein Geld in riskante Einzelaktien anzulegen.
  • Fractional Shares bergen neben den normalen Risiken bei Aktieninvestitionen das zusätzliche Kontrahentenrisiko von CM-Equity. Das bedeutet, dass mein eingesetztes Kapital nicht nur durch Insolvenz des Unternehmens, sondern auch durch Insolvenz von CM-Equity gefährdet ist. Vivid money weist im Eröffnungsprozess des Investment Pockets daraufhin, dass meine Investitionen bis zu 90%, aber maximal 20.000 EUR bei einer Insolvenz von CM-Equity geschützt sind. CM-Equity ist ein in München ansässiges, vor rund 18 Jahren gegründetes lizenziertes Finanzdienstleistungsunternehmen im Bereich Fractional Shares und Kryptowährungen.

Meine Erfahrungen mit dem Investment Pocket – Eröffnung und wieder Wartezeit

Vivid Money Depot: In Aktien und ETFs investierenZiemlich spartanisch: Wer Aktien und ETFs bei Vivid Money handeln möchte, findet bisher kaum Informationen und nur wenig Funktionen in der App

Trotz meiner Bedenken habe ich mein Investment Pocket aktiviert. Hierzu musste ich einige Fragen zu meinem Einkommen, Vermögen und bisherigen Erfahrungen mit Finanzanlagen beantworten. Dann hieß es mal wieder warten, da meine Angaben geprüft wurden … das kannte ich ja bereits von der Girokontoeröffnung. Ganze zwei Wochen später war es dann soweit: Mein Investment Pocket war bereit für den Handel mit Fractional Shares.

Investment Pocket – Das sind die Funktionen

Das Investment Pocket selbst hat eine im Stil der App sehr reduzierte Benutzeroberfläche. Ich finde sie nicht sehr professionell gestaltet. Insbesondere fehlen mir viele wichtige Zusatzinformationen, wie beispielsweise Informationen über die Bilanz des Unternehmens oder die Angabe hilfreicher Risikokennzahlen, wie z.B. der Volatilität oder das KGV. Auch die Einteilung der Investitionsauswahl in Most Popular, Collections (hier wird nach Industrien, also beispielsweise Grüne Energien und Telekommunikation unterschieden), Blue Chips und First Purchases finde ich weder sonderlich sinnvoll noch hilfreich. Besser wären Funktionen, die eine wirklich komfortable Suche nach einer geeigneten Anlage ermöglichen.

Investment Pocket – Auswahl und Handel

Ein weiterer großer Minuspunkt ist, dass lediglich 26 ETFs zur Auswahl stehen. Alle verfügbaren ETFs notieren zudem in US-Dollar, nicht in Euro. Ein viel zu schmales Angebot und der Handel in USD bringt uns wieder zum Thema Fremdwährung zurück. Denn auch hier gibt Vivid Money an, dass „USD zu einem Live-Wechselkurs mit geringem Aufschlag“ umgetauscht werden. Also stelle ich auch hier mögliche Zusatzkosten fest, die erst auf den zweiten Blick auffallen.

Ein weiteres Problem ist der Handel über die New Yorker Börse NYSE. US-Aktien und alle 26 ETFs werden über CM-Equity als Fractional Shares über die New Yorker Börse NYSE gehandelt. Das klingt soweit erst einmal nicht weiter problematisch, jedoch bedeutet das, dass ich auch nur zu den Handelszeiten der NYSE Fractional Share kaufen kann, also bin ich eingeschränkt auf ein Zeitfenster von 15:30 und 22:00 Uhr. Gleiches gilt für deutsche Aktien, bei deren Handel ich an die Öffnungszeiten der Euronext zwischen 9:00 bis 17:30 gebunden bin.

Also heißt es auch erst einmal wieder warten, denn bereits im Voraus einen Kaufauftrag zu erteilen ist genauso wenig möglich wie der Direkthandel über einen Broker oder Emittenten. Im wahrsten Sinne des Wortes hatte ich dann am Ende des Tages auch die Lust verloren über mein Investment Pocket in Aktien oder ETFs zu investieren.

Mein ganz klares Zwischenfazit in meinem Vivid Money Testbericht: Viel zu wenig Auswahl, viel zu wenig Funktionen, ein erhöhtes und unnötiges Risiko durch Fractional Shares sowie mögliche versteckte Kosten durch Wechselkursgebühren. Wer wirklich in Aktien und ETFs investieren möchte, sollte sich ein vollwertiges Depot zum Handel mit Aktien, Fonds, ETFs und Co. holen – z.B. von TradeRepublic oder Flatex.

Fazit aus meinen Vivid Money Erfahrungen: Als kostenloses Konto geeignet – aber mit deutlichem Verbesserungspotenzial bei Cashback, Gebühren und Invest

Vivid money ist ein digitales Girokonto ohne Schufa Prüfung, das mich als Konto mit seiner ansprechenden, reduzierten Benutzeroberfläche und der schicken Metallkarte überzeugen kann. Die Bedienung der App macht Spaß und alles in allem ist das Konto eine erfrischend innovative Abwechslung zu den teils eingestaubten Apps der klassischen Girokontokonkurrenz. Auch die Super Deals liefern satte Cashbacks, mit denen man selbst die Kontoführungsgebühr von 9,99 EUR ab dem vierten Monat für das Vivid Prime Konto mehr als wieder hereinholen kann.

Der fade Beigeschmack bleibt, dass Vivid Money meiner Meinung nach deutlich zu viel verspricht und dies leider nach meinen Erfahrungen bisher (noch) nicht halten kann. So lauern beim Bezahlen und Geldabheben im Ausland hohe Wechselkursgebühren und können nicht alle Cashback Rabatte beim genauen Hinsehen aufs Kleingedruckte überzeugen. Das Investment Pocket ist leider bisher auch kein echter Ersatz für ein vollwertiges Depot. Zu diesen Schwächen kommen noch etwas undurchsichtige Bedingungen und mühsam zu beschaffende Informationen über Kosten und Funktionsweisen der Kontoapp.

Aber: Wer nur ein digitales Girokonto mit einer gebührenfreien Debitkarte sucht, der findet dies bei Vivid Money. Doch sollte man die Konto App mit einer echten Kreditkarte für den Auslandsurlaub, einem vollwertigen Depot für Investitionen in Aktien und ETFS und einer kostenloses Mitgliedschaft auf einer Cashback Plattform wie Shoop.de erweitern.

App Konto vergleichen: Vivid vs. N26 vs. Openbank

Konditionen für: N26 Konto
N26
Vivid Konto App
vidid money
openbank Konto im Test
Openbank
Kontomodelle Standard (kostenlos), You, Smart, Metall Standard (kostenlos), Prime Girokonto
Karten Mastercard Debitkarte (physisch für einmalig 10 € im kostenlosen Konto) VISA Debitkarte (Metallkarte und virtuell) Я42 VISA Debitkarte
Google Pay / Apple Pay verfügbar Ja Ja Ja
Verzinsung von Guthaben Nein Nein Ja
Kostenlos Geld abheben Ja, 3 mal pro Monat in Deutschland Ja, 200 Euro pro Monat weltweit (Standard-Konto) Ja, 5 mal pro Monat in EURO-Zone
Einnahmen/Ausgaben sortieren Ja (ab N26 Smart) Ja Ja (Ausgabenmanager)
Dauerauftrag einrichten Ja Ja Ja
Echtzeitüberweisungen Ja Ja Nein
Cashback und Rabatte Ja (Rabatte) Ja (Cashback und Rabatte) Ja (Rabatte)
Investments Nein Ja, einzelne Aktien und ETFs Ja („Openbank Wealth“ ab 500 Euro Einmalanlage)
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