Online-Service: Cashdevil.de – Erfahrungen


cashdevil_teufel.gifMit einem Bericht zum Paidmailer Cashdevil.de starte ich eine neue und sehr persönliche Blog-Reihe: Meine persönlichen Nervtöter im Internet. Im ersten Bericht zum Paidmailer Cashdevil.de geht es heute um Deutsch-Tests, Minusmails, langsame Auszahlungen und den ein oder anderen Cent für das Empfangen von Paidmails …

Das war nun doch zu viel: Ich habe heute eine weitere bezahlte eMail von Cashdevil.de erhalten und – wie gewöhnlich – auf den Bestätigungslink geklickt, um die Gutschrift für die Mail zu erhalten. Doch statt zu der beworbenen Seite weitergeleitet zu werden, lande ich auf Cashdevil.de und werde aufgefordert an folgendem Deutschtest teilzunehmen:

cashdevil_deutschtest.jpg

Pflichtschuldig wähle ich die richtige Antwort aus, um die Paidmail bestätigen zu können. Und doch: Ein fader Beigeschmack bleibt – schließlich habe ich mich diesem Test mit der gleichen Frage schon mindestens dreimal unterzogen. Verlernt man Deutsch etwa so schnell?

Deutsch-Tests und andere Maßregelungen
Der Deutsch-Test ist nur eine von vielen Regelungen, denen sich die Cashdevil.de User fügen müssen. Gerade in letzter Zeit wurden einige neue hinzugefügt – man scheint hier wirklich arg Gefallen an der Maßregelung der User zu haben.

Um sämtliche Regeln, die sich Cashdevil.de hat einfallen lassen, aufzählen zu können, würde ich lange brauchen: Die AGBs von Cashdevil.de sind so ausführlich und komplex, dass hier kaum noch jemand vollständig durchblicken dürfte. Ein Beispiel, das auch zeigt wie weit hier die Maßregelung der Mitglieder betrieben wird:

§7 Inaktive User
Bei Cashdevil.de gibt es zwei Bestätigungsraten, einmal die tatsächliche Bestätigungsrate (BR)
berechnet aus BESTÄTIGT*100/EMPFANGEN und zum anderen die virtuelle Bestätigungsrate (VBR)
berechnet aus (BESTÄTIGT+OFFEN)*100/EMPFANGEN.
Als inaktiv gelten Mitglieder, deren VBR unter 70% liegt oder die 30 Paidmails im Folge nicht bestätigt haben.

Alles klar?

Interessant auch der folgende Passus zur Urlaubsfunktion, die inzwischen bei den meisten Paidmailern standardmäßig dabei ist:

Bei längerer Abwesenheit ist die Urlaubsfunktion im Mitgliederbereich zu nutzen. Für jeden Urlaubstag seit der letzten Umrechnung werden 5% der Referalvergütung abgezogen. Dauerurlauber sind nicht erwünscht.

Man wird also sogar gemaßregelt, wenn man Urlaub macht und deshalb über einen bestimmten Zeitraum keine Paidmails empfangen möchte. Diese Regelung finde ich bei keinem anderen Paidmailer und ich frage mich, ob sie sinnvoll ist.

Prüfmails und Minusmails
Ein besonders interessantes Kapitel sind auch die Prüfmails bei Cashdevil.de: In unregelmäßigen Abständen werden diese Mails an die User verschickt (ich habe schon mindestens vier erhalten). Zunächst sehen sie aus wie normale Paidmails, doch wenn man den (bei Cashdevil.de sehr klein geratenen) Werbe-Text der Paidmail liest wird schnell klar: Das ist keine Werbung, das ist eine neue Maßregelung. Denn wenn man diese Prüfmails bestätigt bekommt man keine Punkte gut geschrieben, sondern es werden Punkte abgezogen oder man bekommt sonstige Einschränken, die natürlich auch in den AGBs genau geregelt sind:

Für jeden User wird ein Prüfmailstatus geführt, einsehbar in den Statistiken des Users.
In Einzelnen gibt es dafür folgende Stati:
0: keine Einschränkungen für den User
1: dem User werden 20% der Gesamtpunkte abgezogen
2: dem User werden 50% der Gesamtpunkte abgezogen
3: sofortige automatische und unwiderrufliche Löschung des Accounts nach § 17 der AGB.
Der Status ändert sich wie folgt:
Klickt ein User eine Prüfmail erhöht sich der Status um 1. Erfüllt der User den beschriebenen Aufmerksamkeitsbeweis vor dem Klicken der Prüfmail sinkt der Status um 1, aber minimal auf 0.

Prinzipiell halte ich Minusmails für eine gute Sache, da die Mitglieder hier beweisen können, dass sie die Werbebotschaften auch wirklich lesen und nicht nur blind den Bestätigungslink klicken. Aber: Müssen wirklich so oft Minusmails verschickt werden? Können nicht einfach Punkte abgezogen werden und muss es stattdessen schon wieder einen solchen Regeln-Katalog geben?

Noch ein paar weitere Regeln …
Wer noch immer nicht genug mit Regeln hat – es gibt noch zwei nervige Regeln bei Cashdevil.de: Es können keine zwei eMails parallel bestätigt werden und: Viele eMails können nur von einer bestimmten Anzahl an Mitgliedern bestätigt werden. Jeder, der nicht mehr dabei ist, bekommt keine Vergütung.

Viele Regeln – und lahme Auszahlung
Man hat gesehen: Cashdevil.de hat Gefallen an Regeln. Doch schleierhaft bleibt mir, warum sich der Anbieter dann nicht auch selber an die Regeln hält. So wird in einem ausführlichen Paragraphen (auch hier wieder sehr umständlich) geregelt, wie man sich das bei Cashdevil.de erarbeitete Guthaben auszahlen lassen kann. Egal, welche Möglichkeit man wählt, Cashdevil.de sichert zu:

Klammloseauszahlungen werden innerhalb weniger Tage ausgeführt. Auszahlungen über Bank, Paypal oder MoneyPay-Europe werden maximal 3 Monate nach Anforderungseingang bearbeitet und ausgeführt. Anfragen vor Ablauf dieser Frist sind sinnlos und werden nicht beantwortet.

Positiv ist die Vielfalt der Auszahlungsmöglichkeiten – negativ ist, dass man ewig auf die Auszahlung warten muss. Ich habe inzwischen zwei Auszahlungen bei Cashdevil.de beantragt (siehe Grafik).

cashdevil_auszahlung.jpg

Beide Auszahlungen waren auch nach drei Monaten nicht auf meinem Konto. Die erste Auszahlung erfolgte erst nach einer (nicht beantworteten, aber anscheinend doch gelesenenen) Support-Anfrage an Cashdevil.de ca. vier Monate nach Anforderung. Auf die zweite Auszahlung warte ich, wie man sieht, immer noch. Auch hier sind die drei Monate längst vorbei. Meine Meinung dazu: Man spekuliert wohl darauf, dass die Mitglieder ihre angeforderte Auszahlung vergessen – und sich Cashdevil.de die Auszahlung spart.

Fazit: So nicht, Cashdevil.de
Für mich hat der Teufel im Logo von Cashdevil.de eine neue Bedeutung erhalten – er steht für mich mit seinem bösen Grinsen für die in meinen Augen ziemlich übertriebene Maßregelung der User, der mit rigiden Methoden „erzogen“ werden soll. Auf Datenschatz.de habe ich den Anbieter inzwischen ganz nach unten in der Liste der empfehlenswerten Paidmailer gesetzt. Man übertreibt es hier in meinen Augen einfach mit Regeln und Maßregelungen der User und kann doch selber keinen rundum guten Service bieten (auch der Verdienst, den ich bei Cashdevil.de erziele liegt im Vergleich zu anderen Paidmailern im unteren Mittelfeld). Mir machen die Paidmails hier auf jeden Fall keinen Spaß mehr. Die Werbekunden können sich zwar freuen, dass es hier wirklich nur aktive User gibt – aber ob unzufriedene User die besten Kunden sind? Ich werde mich jedenfalls den vielen anderen interessanten Paidmailern zuwenden …

Update 05.06.2007
Heute gab es einen Newsletter von Cashdevil.de, der meine Meinung zu dem Anbieter nur bestätigt:

(…)
wie Ihr an der letzten Umrechnung sehen könnt ist die Pay erstmals merklich unter 1 ct gefallen. Das liegt einerseits daran, daß die unvergütete Werbung immer weniger Beachtung findet, andererseits noch etliche Zahlungen der Sponsoren offen stehen und wir immer wieder Sponsorenzahlungen hinterher rennen müssen.

Die unvergütete Werbung findet immer weniger Beachtung – wer hätte das gedacht. Mir ist kein anderer Paidmailer bekannt, der unvergütete Werbemails an seine Mitglieder versendet. Das erinnert mich persönlich eher an SPAM-Nachrichten: Für die bekomme ich auch kein Geld, die nerven nur. Warum sollte ich sie also bestätigen?
Außerdem: Die Payoutrate ist also weiter gesunken – für mich ein Indiz dafür, dass der große Regelzwang eben doch nicht wirklich zu einer guten Payoutrate verhelfen kann.

Ihr solltet mal wieder etwas aktiver werden, auch wenn es nicht immer eine direkte Vergütung für einen Klick gibt, kommt jeder dieser Klicks auch der Pay zugute.

„Ihr solltet“ – das hört sich für mich schon wieder arg maßregelnd an. Und: Wenn ich auch unvergütete Mails bestätige – was bringt es, wenn mich der Inhalt gar nicht interessiert?

In diesem Sinne schließe ich mich mal den meisten meiner Kollegen an, Ihr habt es in der Hand ob die Pay wieder steigt…

Sehr weise, aber keine große Erkenntnis.

Noch eine kleine Anmerkung zu Spekulationen, die gerade mal wieder ihre Kreise ziehen, Cashdevil ist weder zahlungsunfähig noch werden wir irgendwann verschwinden oder verkaufen. Lediglich einige private und geschäftliche Umstrukturierungen bedingen, daß momentan der Support etc. etwas verzögert abläuft. Ich denke in einer Woche sollte sich auch das wieder normalisieren.

Sehr interessant. Ich wusste von derartigen Spekulationen bisher nichts. Die Umstrukturierungen würden mich aber schon interessieren – warum werden hier keine Details genannt? Wenn unter normalisieren gemeint ist, dass ich meine lange ausstehende Auszahlung doch noch erhalte, wäre das schon mal ein erster Lichtblick seit langem …

Dazu passend:

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5 Kommentare zu “Online-Service: Cashdevil.de – Erfahrungen

  • Hallo,
    ich kann deinen Unmut nur zu gut verstehen, aber ich muss auch sagen, zwar bin ich als Mitglied von Cashdevil nicht immer begeistert, aber als Werbender hatte ich immer den gewünschten Erfolg ….

    Die Medaille hat halt 2 Seiten.

    Antworten
  • Also ums erstmal zu erklären: Es gibt keine AGBs (AGB steht für Allgemeine-GeschäftsbediungEN -> das ist bereits plural! ;-))

    Grundsätzlich hast du meiner Meinung nach mit deiner negativen Haltung zu Cashdevil Recht. Es geht für die angemeldeten User hauptsächlich ums Geld verdienen – und wenn das nicht klappt, darf man auch böse sein.

    Dennoch finde ich nicht alle Regeln schlecht. Ich denke, es wurde versucht durch strenge Regeln möglichst viel für die Werbeversender rauszuholen. Denn wie bereits von dir gesagt, entsteht durch die Regeln eine aktive Gemeinschaft welche die Mails zumindest genauer beachtet und somit potentielle Kunden darstellt.

    Außerdem denke ich, dass gerade im WWW viele Regeln notwendig sind um die Kreativität von zahllosen Betrügern einzugrenzen. Wenn beispielsweise nur eine Mail zeitgleich geklickt werden kann, weiß der Versender, dass sich der User auf keine andere Mail konzentrieren wird (dass man dennoch zeitgleich auf anderen Seiten rumsurft und der Mail eh keine Beachtung schenkt, ist mir auch klar! ;-))

    Aber wie bereits gesagt, finde ich, dass du dennoch insgesamt Recht hast. Denn wer nur Regeln aufstellt, selbst aber keine einhält arbeitet nicht seriös.

    Mit Email4Cash.de haben die Webmaster ja auch viele Fehler gemacht. Und mittlerweile kann man dort gar kein Geld mehr verdienen.

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  • Dieser Newsletter zeigt wieder wie unprofessionell dieser Anbieter arbeitet.Von Anbietern wie earnstar wird es niemals solch einen Newsletter geben.

    Cashdevil gehört in meinen Augen schon auf jede Blacklist, da dort Auszahlungen wirklich nur noch nach der Reihenfolge abgearbeitet werden, welcher User am lautesten schreit.

    Am Schlimmsten finde ich die Rufschädigung, unter der die meisten anderen Paid4 Anbieter durch solche Dienste leiden.

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  • Anonym, da ich dem Webbi pers. bekannt bin · Bearbeiten

    Ich finde auch, dass die Auszahlungen vieeeeeel zu lange dauern. Wäre der Webbi mir nicht bekannt, hätte ich vermutlich schon längst gekündigt. Das mit dem Urlaub finde ich OK, aber man sollte einen bestimmten Freiraum ( z.B. 30 Tage) im Jahr lassen, denn jeder Arbeitnehmer im Jahr darf Urlaub nehmen ohne Gehaltsabzug. Mit der Regelung der Pprüfmails ( Minusmails ) ist voll OK, denn jeder soll ja die Mails lesen.

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