Depot: ING-DiBa Direkt-Depot – Testbericht


Die ING-DiBa ist stolz auf ihre erneute Auszeichnung zur Besten Bank des Jahres und macht jetzt verstärkt Werbung für das Direkt-Depot für Privatkunden. „60 Tage kostenlos handeln“, heißt das Angebot für alle, die sich aufs Börsenparkett wagen wollen, das immerhin letztes Jahr satte Gewinne bescheren konnte (24% Plus im Dax!). Doch ist das kostenlose Depot der ING-DiBa wirklich so gut wie es die Werbung verspricht? Testbericht eines langjährigen Kunden mit Vorteilen, Nachteilen und Erfahrungen.

„Bester Online-Broker des Jahres 2010“ laut Börse-Online, „Beliebteste Bank 2010“ und „Beste Bank 2010“ laut dem Wirtschaftsmagazin EURO: In letzter Zeit konnte die ING-DiBa, mit mehr als 6 Mio. Kunden Deutschlands größte Direktbank, zahlreiche Tests gewinnen und sich mit den wertvollen Auszeichnungen schmücken.

Flaggschiff Depot
Besonders stark gewachsen ist die ING-DiBa in letzter Zeit als Direkt-Broker: Privatkunden erhalten bei der ING-DiBa ein kostenloses Depot für den Handel mit Aktien, Fonds, Zertifikaten, Optionsscheinen und Co.. Die Depotführung ist dabei – im Gegensatz zu vielen anderen Banken – grundsätzlich kostenfrei. Der Handel an den Börsen kostet 0,25% vom Auftragsvolumen (mindestens 9,90 Euro, höchstens 49,90 Euro, teilweise zzgl. Börsengebühren), Produkte einzelner Emittenten können auch kostenlos gehandelt werden (z.B. Zertifikate von HSBC Trinkaus und Goldman Sachs). Außerdem gibt es zahlreiche Fonds mit reduziertem Aufgabenaufschlag.

Ich selber habe seit ca. 3 Jahren ein kostenloses Depot bei der ING-DiBa und in dieser Zeit schon alles ausprobiert: Depotübertragung (meine Erfahrungen mit der Depotübertragung), Sparpläne, Fonds mit verringertem Ausgabenaufschlag, Direkthandelspartner, etc.. Natürlich hatte ich auch einige Male Kontakt mit der Kundenberatung. Neben den positiven Erfahrungen, die insgesamt überwiegen, waren allerdings auch negative Erfahrungen dabei, die ich hier gerne auflisten möchte:

Positive Erfahrungen mit dem ING-DiBa Depot

  • Übersichtliche Kostenstruktur
    ING-DiBa ist sicherlich nicht der günstigste Broker, bietet dafür aber die Sicherheit einer großen Bank und eine insgesamt übersichtliche Kostenstruktur. Besonders positiv: Die Depotführung ist grundsätzlich kostenlos – unabhängig von einer bestimmten Anzahl an Trades oder dem Depotvolumen. Auch mehrere Depots sind problemlos einrichtbar.
  • Großes Angebot an Fonds
    Bei der ING-DiBa kann ich mehr als 6.000 Fonds handeln – mehr als bei vielen anderen Brokern. Auf den Ausgabenaufschlag gibt es bei vielen Fonds einen Rabatt von bis zu 100%.
  • Sehr übersichtliches Online-Banking
    Das Online-Banking von ING-DiBa gefällt mir auch im Vergleich zu anderen Brokern wie 1822direkt, Flatex oder S Broker sehr gut. Es ist sehr funktional und übersichtlich aufgebaut und intuitiv bedienbar.
  • Sinnvolle zusätzliche Funktionen
    Ein automatisches Maximal-Datum für Stop-Loss-Aufträge und eine Session-TAN für mehrere Aufträge: Bei der ING-DiBa finde ich diese und andere Funktionen besonders nutzerfreundlich.
  • Verrechnungskonto mit attraktiver Verzinsung
    Für das kostenlose Depot der ING-DiBa dient das Tagesgeldkonto „Extra-Konto“ der ING-DiBa als Verrechnungskonto inkl. Verzinsung (wenn auch nicht so hoch wie bei Bank of Scotland …).
  • Zuverlässiger Kundenservice
    Den Wertpapier-Kundenservice der ING-DiBa erreiche ich über eine Ortstarif-Nummer. Ich hatte immer recht schnell einen Mitarbeiter am Hörer. Auch per eMail wurde mir immer sehr schnell, ausführlich und kompetent geantwortet.

Negative Erfahrungen mit dem ING-DiBa Depot

  • Insgesamt höhere Orderkosten als bei anderen Brokern
    Wie in den ING-DiBa Vorteilen dargestellt, finde ich die Kostenstruktur beim ING-DiBa Depot insgesamt übersichtlich und einfach – allerdings sind die Orderprovisionen bei anderen reinen Online-Brokern doch weit günstiger. So bezahle ich etwa bei Flatex nur 5 Euro statt mindestens 9,90 Euro (ING-DiBa) für den Handel an Xetra, auch außerbörslich ist Flatex.de günstiger. Aktive Trader entscheiden sich deshalb lieber für einen günstigeren Broker.
  • Wenig Spar-Pläne
    Ich lege mein Geld gerne in Spar-Plänen an – allerdings gibt es bei der ING-DiBa hier leider nur 100 Fonds zur Auswahl. Insbesondere fehlen mir (abgesehen von den Veritassg-Dachfonds) reine ETF-Sparpläne, wie sie z.B. beim S Broker in großer Fülle angeboten werden.
  • Fehler bei der Abrechnung
    In letzter Zeit sind bei mir zweimal Abrechnungsfehler bei der ING-DiBa passiert: Einmal wurde aus Versehen nicht der reduzierte, sondern der volle Ausgabenaufschlag für einen Fond berechnet und einmal wurde eine Abrechnung steuerlich falsch berechnet. Beide Male wurde der Fehler selbstständig korrigiert – allerdings beim der steuerlichen Sache erst nach mehreren Wochen. Mir verursacht es immer etwas Bauchschmerzen, wenn bei doch größeren Summen solche Fehler passieren, wenn es dieses Mal auch nicht um den Unterschied von 2.000 und 20.000 Euro ging wie damals bei Flatex.

Meine Meinung zum ING-DiBa Depot:
Wer sich aufs Börsenparkett wagen möchte, kann mit ING-DiBa einen guten Einstieg finden: Die Depotführung ist grundsätzlich kostenlos, die Angebotsfülle überzeugt insgesamt, die anfallenden Kosten sind akzeptabel – und im Bedarfsfall kann auch ein ING-DiBa Mitarbeiter mal weiterhelfen. Wer eher aktiv traden als Geld anlegen möchte, sollte allerdings eher einen günstigeren Broker wie Flatex.de wählen, da hier die Gebühren insgesamt viel niedriger sind. Wer noch mehr Unterstützung vom Bankberater braucht, fährt ggf. gut mit dem Depot der Targobank, bei dem der Kunde auch nicht des Services am Bankschalter entbehren muss.

Das kostenlose Depot der ING-DiBa können Sie jetzt hier eröffnen.

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2 Kommentare zu “Depot: ING-DiBa Direkt-Depot – Testbericht

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  • Guter Artikel, da hab ich gleich noch eine Frage:

    >Wer eher aktiv traden als Geld anlegen möchte, sollte >allerdings eher einen günstigeren Broker wie Flatex.de
    >(Flatex Test) wählen, da hier die Gebühren insgesamt viel >niedriger sind.

    Geht es hier nur um absolute einmalige Gebühren oder auch um laufende Kosten. Also ist Flatex auch bei Indexing Buy&Hold billiger?

    Danke

    Alfred

    Antworten