ING-DiBa Girokonto – 4 Tipps, die deine Bargeldversorgung besser machen


„Kostenlos Geld abheben an jedem Geldautomatem“ – vor allem dieser Werbespruch der Direktbanken überzeugte mich vor ca. 10 Jahren mit meinem Girokonto zu einer Direktbank zu wechseln. Ich habe den Wechsel zur ING-DiBa nicht bereut. Trotzdem hat sich in 10 Jahren auch etwas Frust bei mir angesammelt: Es kommt immer wieder vor, dass Bargeldabhebungen an Geldautomaten verweigert werden, da längst nicht alle Geldautomaten mit der ING-DiBa Kreditkarte funktionieren. Hier meine vielfach erprobten Tipps, wie man mit diesem Problem umgehen kann.

Direkt zu den Tipps für das Geldabheben bei ING-DiBa
Tipp 1: Geldautomaten der ING-DiBa und Kooperationspartner im Einzelhandel lokalisieren
Tipp 2: Mehrfachabhebungen vornehmen
Tipp 3: Zusätzliche Kreditkarte nutzen
Tipp 4: Kontowechsel überlegen

Es ist ja kein Wunder, dass die etablierten Filialbanken den Direktbanken nicht kampflos das Feld überlassen wollen: Seit Jahren gibt es einen anhaltenden Kundenansturm auf die gebührenfreien Girokonten der Direktbanken. Zuletzt hat sich die Zahl der dort eröffneten Girokonten weiter stark erhöht, da viele Banken ihre Kontoführungsgebühren oder sonstige Gebühren für die Kontonutzung saftig angehoben haben. Allein in 2016 hat die größte Direktbank in Deutschland ING-DiBa so mehr als 250.000 netto gewonnen. Jetzt sind es mehr als 8,8 Mio. Privatkunden in Deutschland und Österreich, die ihre Bankgeschäfte über die ING-Diba abwickeln.

Die Konditionen des ING-DiBa Girokontos sind dabei meiner Meinung wirklich super (ohne jetzt groß Werbung machen zu wollen, ihr könnt ja auch selber vergleichen): Unabhängig vom Geldeingang ist das Girokonto gebührenfrei, eine girocard und VISA-Kreditkarte gibt es beitragsfrei dazu, Überweisungen sind natürlich auch inklusive und darüber hinaus ein sehr übersichtliches Online-Banking auch über die App. Gelegentlich nutze ich auch sinnvolle Zusatzservices wie Geldeinzahlungen oder Geldabhebungen größerer Beträge bei der Partnerbank Reisebank.

Nur ein Problem mit der ING-DiBa habe ich gelegentlich: Die Bargeldversorgung mit der VISA-Karte ist nicht an allen Geldautomaten gewährleistet! Die ING-DiBa wirbt zwar inzwischen auch nur noch mit dem Slogan „Gebührenfrei abheben an fast allen Geldautomaten“ (also: „FAST“!), trotzdem habe ich den Eindruck, dass das Problem nicht immer vollkommen transparent von der Direktbank kommuniziert wird.

Fakt ist, dass einige v.a. Sparkassen und Volksbanken-Raiffeisenbanken Bargeldauszahlungen mit der ING-DiBa Kreditkarte an ihren Geldautomaten verweigern oder die verfügbaren Beträge einschränken.

Das ist inzwischen auch kein Geheimnis mehr: Ich habe dazu selber in einem Blogartikel mehr als 250 Erfahrungsberichte gesammelt und die eingeschränkten Geldautomaten auf einer Landkarte verzeichnet. Auch ein (inzwischen aber schon älteres) FAZ-Interview mit dem ING-DiBa Chef gibt es dazu: Die Rede ist hier von ca. 80 Volksbanken und Sparkassen, die die Direktbanken-Kunden an ihren Geldautomaten einschränken oder ganz sperren.

Sehr ärgerlich für Leute mit ING-DiBa Girokonto ist es, wenn man a) das Problem nicht kennt und b) keine Möglichkeiten weiß, es zu umgehen. Dann bleibt meistens nur die Option über die girocard Geld abzuheben – und dafür Gebühren zu bezahlen, da gebührenfreies Geldabheben nur mit der ING-DiBa VISA-Kreditkarte funktioniert.

Ich selber helfe mir mit diesen Tipps:

Tipp 1: Geldautomaten der ING-DiBa und Kooperationspartner im Einzelhandel lokalisieren

Die ING-Diba unterhält ein Netz an eigenen Geldautomaten und ist außerdem Kooperationen mit bekannten Einzelhändlern und Discountern eingegangen, um eine bessere Bargeldversorgung für ihre Kunden zu gewährleisten. Gut ist es, die Standorte der ING-DiBa Geldautomaten zu kennen sowie die Einzelhändler, bei denen man mit der ING-DiBa girocard gebührenfrei Geld abheben kann. Ganz ohne Gegenleistung bieten die Einzelhändler diesen Service natürlich auch nicht an: Man muss leider mindestens einen Einkauf im Gesamtwert von 20 Euro tätigen, um sich bis zu 200 Euro gebührenfrei an der Kasse auszahlen lassen zu können. Entsprechende Kooperationen hat die ING-DiBa mit diesen Einzelhändlern: ALDI SÜD, REWE, PENNY Markt, toom Baumarkt und Netto Marken-Discount.

Wer die Zeit hat, kann sich generell auch vorher informieren, wo Bargeldverfügungen mit der ING-DiBa Kreditkarte gebührenfrei möglich sind: Die ING-DiBa bietet auf ihrer Internetseite eine praktische Landkarte, auf der alle Geldautomaten verzeichnet sind.

Tipp 2: Mehrfachabhebungen vornehmen

Nach meinen eigenen Erfahrungen und den Erfahrungsberichten hier im Blog schränken einige Banken den maximalen Verfügungsbetrag für ING-DiBa VISA Karten auf z.B. 200 Euro pro Abhebung ein, teilweise auch weniger. Der Grund ist einfach: Die ING-DiBa überweist für jede Transaktion mit ihrer VISA-Karte eine Gebühr für die Nutzung der Geldautomaten an die Bank, die den Geldautomaten betreibt. Dass die gerne mehrfach kassieren möchte, leuchtet ein. Ich als ING-DiBa Kunde kann dieses Problem meistens recht einfach umgehen, wenn ich einfach mehrfach den Maximalbetrag am Geldautomaten abhebe. Der Verfügungsbetrag mit der VISA-Karte beträgt übrigens insgesamt 4.000 € pro Woche, am Geldautomaten 1.000 € pro Tag.

Tipp 3: Zusätzliche Kreditkarte nutzen

Irgendwann hat es mir gereicht mit den für meine ING-DiBa VISA-Karte gesperrten Geldautomaten und ich habe mir einfach eine weitere Kreditkarte geholt, mit der ich gebührenfrei Geld abheben kann.

Meine Wahl ist dabei auf die online erhältliche Advanzia gebührenfrei Mastercard gefallen. Das hat auch den Vorteil, dass man neben der VISA auch noch eine Kreditkarte der anderen großen Kreditkartengesellschaft dabei hat, da ja nicht alle Geldautomaten mit VISA funktionieren. Die Advanzia gebührenfrei Mastercard ist grundsätzlich gebührenfrei und bietet weltweit kostenfreie Bargeldversorgung. Wer sich diese Kreditkarte holt, sollte aber auch das Kleingedruckte kennen, um nicht in die Kostenfalle zu tappen. Ein Problem kann vor allem sein, dass hier Kreditkarten-Zinsen bereits ab dem Tag der Verfügung am Geldautomaten anfallen. Wie man dieses Problem umgehen kann und was man sonst noch beachten sollte, habe ich in einem eigenen Artikel dargestellt. Ich habe mir die Kreditkarte jedenfalls online geholt und nutze sie für gelegentliche Bargeldabhebungen, wenn die ING-DiBa VISA gesperrt ist.

Wer noch eine zusätzliche kostenfreie VISA-Kreditkarte sucht, ist meiner Meinung nach gut mit der Barclaycard New VISA beraten: Hier kosten Euro-Abhebungen generell nichts, auch die Jahresgebühr entfällt dauerhaft. Zur Zeit gibt es die Barclaycard New VISA online mit einem Neukundenbonus (Eröffnung praktisch über Video-Ident direkt am PC).

Tipp 4: Kontowechsel überlegen

Soweit muss es sicher nicht kommen, aber wer erst auf der Suche nach einem passenden Direktbank-Konto ist oder tatsächlich sehr oft Probleme beim Geldabheben hat, sollte einen Kontowechsel überlegen. Der geht inzwischen sehr schnell und unkompliziert, weil sich die Banken um die meisten Formalitäten kümmern. Eine sehr gute Auswahl an Geldautomaten, an denen man gebührenfrei Geld abheben kann, bietet z.B. das bei Gehaltseingang gebührenfreie Girokonto der 1822direkt oder das gebührenfreie Girokonto der comdirect.

Bei der 1822direkt ist eine Sparkassen-girocard inklusive, mit der man an allen Geldautomaten der Sparkassen gebührenfrei Geld abheben kann. Die comdirect ist dem Banken-Verband cashpool angeschlossen, so dass man mit der girocard gebührenfrei an allen Geldautomaten der Deutschen Bank, Postbank, Commerzbank, u.a. Geld abheben kann.

Der Haken aber bei beiden: Die Konditionen der Kreditkarte sind schlechter als bei der ING-DiBa! Deshalb empfehle ich diesen Tipp nur für den absoluten Notfall.


Meine Tipps haben mir selbst geholfen, Probleme bei der Bargeldversorgung bei meinem ING-DiBa Girokonto erfolgreich zu beheben. Insgesamt stehen uns ING-DiBa Kunden mehr als 58.000 Geldautomaten in Deutschland zur gebührenfreien Bargeldversorgung zur Verfügung. Wenn es doch mal nicht klappt, zücke ich gerne meine Zweit-Kreditkarte von Advanzia (oder eben alternativ die gebührenfreie Barclaycard New VISA). So ist tatsächlich eine sehr gute gebührenfreie Bargeldversorgung in Deutschland gewährleistet.

Dazu passend:

Schreibe einen Kommentar

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

13 Kommentare zu “ING-DiBa Girokonto – 4 Tipps, die deine Bargeldversorgung besser machen

  • Es stimmt, die DiBa Visa-Karte nimmt nicht jeder Automat.
    Zum Beispiel Sparkasse Aschersleben, Raiffeisen Schleiz.
    Das nervt.

    Antworten
  • Das die VISA-Karte von manchen Automaten nicht akzeptiert wird hat nichts mit der ING Diba zu tun. Sondern mit der jeweiligen Sparkasse oder Volksbank. Da die Annahme von Kreditkarten am Automaten, den Automaten Betreiber einiges an Geld kostet wird dies von den Banken so gehandhabt dass bspw. Von 10 Kreissparkassen Automaten nur 1 kreditkarte freigeschaltet ist. Dies kann man natürlich bei der jeweiligen Bank erfragen!

    Antworten
  • @ Löwen
    Dem kann ich nur zustimmen. In bestimmten Regionen Deutschlands bin ich mit der ING-DiBa VISA-Karte aufgeschmissen. Ich habe dann auch die EC-Karte der DiBa genutzt und prompt 5 Euro für`s Abheben bezahlt.

    Antworten
  • D. Schuster (Dontox.de) · Bearbeiten

    @ Löwen

    Stimmt, man sollte die ING-DiBa VISA-Karte nicht zu viel loben. Wenn du Glück hast, bekommst du die 5 Euro Auszahlungsgebühr vielleicht von der ING-DiBa erstattet.

    Antworten
  • Meine DiBa Visakarte wird bei der Sparkasse nicht akzeptiert! Weil ich Bargeld brauchte, musste ich meine Girokarte benutzen und das hat wieder 5 Euro Gebühr gekostet! Lobt die Visa- Karte der DiBa bitte nicht so, es ist genauso teuer wie bei jeder anderen Karte! ODER bekomme ich meine 5 Euro von der Diba wieder??

    Antworten
  • hallo habe letzte Woche versucht mit meiner Ingdiba Visakarte in Moritzburg bei Dresden Geld abzuheben kein Geld bekommen auch meine karte kam nicht wieder raus Kommentar Bankmitarbeiter kann nix machen Automat wird irgendwann extern geleert.
    nach Rücksprache mit meiner Bank alles in Ordnung also kein Fehler meinerseits!!
    hatte für den nächsten Tag eine online Fahrkarte gekauft konnte mich im zug nicht mit meiner Kreditkarte ausweisen da Karte nicht da so musste ich mir nochmal Fahrkarte kaufen 70euro weg für nix was kann ich tun um mein Geld wieder zukriegen Gruß Jörg

    Antworten
  • @ Dominik

    Ja, das mag gern sein. Ich rede auch nicht zwangsläufig von Umgang mit Finanzen – Was ich meine, ist, dass die alleinige Verwendung von Kreditkarten als Zahlungsmittel dazu führt, dass man sich überall „registriert“, wo man eine Zahlung vornimmt.

    Während Bargeld eine letzte persönliche Eigenständigkeit darstellt (ich gebe der Verkäuferin Münzen, sie gibt mir Ware), ist in die Zahlung über die Karte immer eine Art Kontroll – System eingebunden (es gibt eine Ware, ich schiebe meine Karte ein, werde vom System mit meiner Person registriert, erhalte die Ware), d.h. ich kann baldig nirgens in Europa mehr auch nur einen Finger krumm machen, ohne dabei registriert zu werden, was der nächste Schritt zum Polizeistaat und zur Kontrolle der persönlichen Freizügigkeit ist, und dabei funktioniert dieses Kartensystem der Banken besser als jede Kameraüberwachung, denn ohne Kaufen & Verkaufen ist ein Leben in dieser Gesellschaft nicht möglich – und das ist genau dasjenige, was die Herrscher unserer Staaten, die Banken, wollen.

    – Man hat uns in der Hand, niemand kann mehr ohne die Bank leben, egal, was passiert. Das ist nur eben dasjenige, was ich anmerken wollte, was mich am Kartensystem stört.

    Also ich bleib lieber beim Bargeld. Mag es auch unpraktischer sein, ich lass mich nicht in das System einspannen. Und ihr solltet das auch nicht tun— Danke.

    Antworten
  • @Kevin
    Ich persönlich habe kein Problem mit einer Zukunft ohne Bargeld. Vielleicht fällt es mit Kreditkarten und Co. schwerer mit Geld umzugehen – aber mir persönlich ist nicht aufgefallen, dass ich seit ich meine DiBa-Kreditkarte habe, mehr Geld ausgebe. Das Teil ist einfach praktisch und erspart mir viele Gebühren, die ich vorher mit der EC-Karte hatte. Abhängig bin ich von der Kreditkarte jedenfalls nicht. Im Prinzip funktioniert sie ja ähnlich wie die EC-Karte: Bei der Karte von DiBa wird auch täglich abgerechnet – das Risiko ist also sehr überschaubar.

    Antworten
  • Es ist doch nunmehr offensichtlich, wie die Finanzdynastien uns in diejenige Richtung treiben, dass bald jedermann nur noch mit Kreditkarte zahlt, EC-Karten ungenützt bleiben und das Bargeld bald ganz abgeschafft werden kann.

    Man lenkt uns ganz unterschwellig, in dem Sonderangebote wie dieser hier aufgereiht werden; Angebote, denen der Durchschnittsbürger Max Mustermeister brav folgt, denn er hat just die Zahlen mit Eurozeichen versehen vor Augen, nur an seiner eigenen Ausgaben-Dezimierung interessiert seiend.

    SOBALD die „Machtjunkies der Finanzdynastie“ es geschafft haben, dass wir alle von der Kreditkarte abhängig sind, haben sie die komplette Macht über uns, ohne dass der Kleinbürger auf der Straße auch nur einen Hauch davon mitbekommt —

    Und wir sind so dümmlich, sie die Kontrolle übernehmen zu lassen, indem nicht einer von uns gegenlenkt, sondern jeder, mit Blick auf die eigene Brieftasche, nur den Sonderangeboten folgt wie ein Kaninchen der Karotte —-

    Antworten
  • Ich glaube, dieser Beitrag wird nicht veröffentlicht, weil er keine Werbung ist. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass ich gestern (12.08.2008) im Radio gehört habe, dass es bei einigen Banken kein Bargeld mehr mit der DIBA-Visa gibt, weil man sich nicht über die Kosten einig ist, die dabei wohl entstehen sollen!

    Antworten
  • In der Praxis sieht das mit der VISA Karte der Diba inzwischen leider anders aus. Die Sparkasse und die Volksbank in meiner Umgebung akzeptieren die Karte nicht mehr. Und die Diba bedauert leider nur. Schade.

    Antworten
  • Was sagen die denn zu Selbstständigen? Die werden wohl mit Sicherheit abwinken?!

    Antworten