Geldanlage für Kinder mit Steuervorteil: Das lohnt sich – das kann man sich sparen


Nach der Geburt eines Kindes gibt es in Deutschland zügig Post vom Finanzamt: Kaum geboren wird den stolzen Eltern der Neuankömmlinge eine Steuernummer mitgeteilt – mit lebenslanger Gültigkeit. In den ersten Lebensjahrzehnten bietet diese Nummer aber mehr Vorteile als Nachteile – clevere Eltern beginnen früh fürs Kind Geld anzusparen und nutzen die Steuernummer für einen großzügigen Steuerfreibetrag, den der Staat jungen Sparern einräumt. Wie es funktioniert und welche Sparprodukte sich wirklich lohnen, klärt unser Testbericht zu Sparprodukten für Kinder. Besonders im Fokus: Der CosmosDirekt Kindersparplan, Wüstenrot Bausparen für Kinder, Targobank JuniorKonto, das Tagesgeld- und Festgeld der ING-DiBa und VTB-Direkt sowie der easyfolio Sparplan für Minderjährige.

Inhaltsverzeichnis des Berichts über Geldanlage für Kinder:
Steuern sparen bei der Geldanlage für Kinder
1. Sparbuch / Tagesgeld und Festgeld: Klassisch, sicher, (derzeit) renditeschwach
2. Sparplan für Kinder: Gute Rendite, aber Vorsicht vor Steuernachteilen!
3. Aktienanlage für Kinder: Depots für Kinder mit Sonderkonditionen
4. Robo-Advisor für Kinder: Digitale Vermögensverwaltung mit guten Konditionen
5. Bausparer für Kinder: Bedingt empfehlenswert
Fazit: Tagesgeld / Festgeld oder Aktienanlage!

Steuern sparen bei der Geldanlage für Kinder

Vorab die wichtige Information zur Steuerthematik bei Geldanlagen für Kinder: Das Finanzamt räumt in Deutschland auch Kindern einen sog. Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro pro Kalenderjahr ein. Das bedeutet: Für Zinserträge, Dividenden und auch realisierte Kursgewinne z.B. beim Verkauf von Aktien fällt bis zu einem Betrag von 801 Euro keine 25%ige Abgeltungssteuer an. Für Eltern, Großeltern und Verwandte, die gerne Geld für ihre Kinder anlegen wollen, ist das eine gute Nachricht: Man spart so bares Geld, wenn man den Sparerpauschbetrag korrekt bei der depotführenden Bank oder Tagesgeld-Bank angibt! Erzielt das den Kindern übereignete Eigentum noch höhere Zinseinkünfte, kann zudem beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt werden: Solange das Kind kein eigenes Einkommen erzielt, sind so zusammen mit dem Sparer-Pauschbetrag sogar bis zu 9.309 Euro pro Jahr steuerfrei zu vereinnahmen.

Am Rande bemerkt: Achten Sie bei der Geldanlage fürs Kind auch noch auf einen anderen Stolperstein – die gesetzliche Krankenversicherung. Das empfiehlt auch die „Stiftung Warentest“. Verdient Ihr Kind monatlich mehr als 405 Euro allein durch Zinseinkünfte, wird die Schwelle überschritten, bis zu der das Kind kostenlos in der Familienversicherung versichert werden kann. Die Folge: Die gesetzliche Krankenversicherung wird auf eine selbständige Eigenversicherung des Kindes pochen! Das kann richtig teuer werden.

Doch welche Sparprodukte für Kinder eignen sich am besten? Wovor ist abzuraten? Wir haben die Produkte Tagesgeld, Festgeld, Bausparer und Aktienanlage getestet und stellen besonders geeignete Anbieter vor.

1. Sparbuch / Tagesgeld und Festgeld: Klassisch, sicher, (derzeit) renditeschwach

Eine sichere Anlageform auch für Kinder ist das Tagesgeld oder Sparbuch sowie Festgeld für einen festen Anlagebetrag. Allerdings werfen die meisten Konten derzeit nur eine geringe Rendite ab. Trotzdem lohnt sich das Tagesgeld als ein Baustein in der Geldanlage für Kinder: Die Anlage ist sicher, wenn man auf eine gute Einlagensicherung bei der Bank achtet, das Geld ist täglich verfügbar, Sparraten können sehr flexibel angepasst werden.

Mehrere Banken bieten spezielle Anlageprodukte für Minderjährige an, die von den Eltern abgeschlossen werden können. Achten Sie dabei auf jeden Fall darauf, dass das Konto tatsächlich auf den Namen des Kindes abgeschlossen wird und vergessen Sie nicht, den Sparerpauschbetrag nach Kontoeröffnung korrekt einzurichten! Ansonsten profitieren Sie nicht vom oben beschriebenen Steuervorteil.

Besonders gute Konditionen fürs Tagesgeld erhalten Sie bei Direktbanken. So bietet etwa die ING-DiBa ein speziell für Kinder optimiertes, beliebtes Tagesgeld-Konto an. Das ING-DiBa Tagesgeldkonto für Kinder können Sie jetzt hier eröffnen. Auch die meisten anderen Banken in unserem Tagesgeldvergleich bieten die Möglichkeit, das Tagesgeldkonto auch auf das Kind abzuschließen. Attraktiv ist auch das sog. „VTB Young“-Tagesgeldkonto der VTB Direktbank (hier geht es zur Internetseite der Bank), allerdings nur mit österreichischer Einlagensicherung auch für deutsche Sparer.

Nicht in unserem Tagesgeldvergleich inbegriffen ist das sehr gute, exklusiv für Kinder verfügbare Sparkonto der Targobank, das wir nicht vorenthalten wollen. Die Konditionen im „JuniorSparkonto“ der Targobank sind überdurchschnittlich: Bis zu einem Sparbetrag von 1.000 Euro gibt es hier derzeit 1,5% Zinsen p.a., für Beträge darüber immer noch attraktive Zinsen. Das Konto kann allerdings nur in einer Targobank-Filiale abgeschlossen werden, die Konditionen sind allerdings online einsehbar. Einzahlungen sind mit Überweisung möglich – ein Online-Banking ist nicht verfügbar; auch Kontoauszüge fürs Targobank JuniorSparkonto gibt es nur in der Filiale. Zur Internetseite der Bank gelangen Sie hier.

Wer einen festen Betrag fürs Kind anlegen möchte, kann ein Festgeld-Konto für Kinder beantragen. Attraktive Konditionen gibt es zur Zeit z.B. bei der schon genannten VTB-Direkt mit einer geringen Mindest-Anlagesumme von 500 Euro.

2. Sparplan für Kinder: Gute Rendite, aber Vorsicht vor Steuernachteilen!

Einige Versicherer und Banken bieten spezielle Sparpläne für Kinder an und locken gerne mit Konditionen, die auf den ersten Blick attraktiver erscheinen als bei klassischen Tagesgeld- oder Spargeldanlagen. Bei Sparplänen ist aber Vorsicht geboten: Achten Sie im Kleingedruckten unbedingt darauf, dass das Anlageprodukt tatsächlich auf den Namen des Kindes abgeschlossen wird, damit auflaufende Zinsen unter den Pauschbetrag des Kindes fallen!

Einen aus unserer Sicht nur bedingt empfehlenswerten Kinder-Sparplan bietet z.B. der große Direktversicherer CosmosDirekt an. Zwar sind die gestaffelten Zinssätze sehr attraktiv im aktuellen Niedrigzinsumfeld – die beiden Kindersparprodukte Kinder-SparPlan und Kinder-SparKonto haben aber den Haken, dass der Versicherungsnehmer jeweils NICHT das Kind ist, für das Geld angespart werden soll. Deshalb können die Freibeträge fürs Kind nicht genutzt werden. Etwas ausgeglichen wird dieser Nachteil nur damit, dass für Zinserträge während der Laufzeit des Vertrags keine Abgeltungssteuer anfällt – dafür wird aber am Ende bei Auszahlung mit 25% besteuert. Außerdem sollte man beim CosmosDirekt-Kindersparplan bedenken, dass es sich bei dem Produkt um eine Versicherung handelt – der Einlagensicherungsfond, der etwa bei Tagesgeld-Anlagen im Pleitefall greift, entfaltet hier keine Wirkung. Um zur CosmosDirekt-Seite zu gelangen, klicken Sie hier.

Wir empfehlen also eher Tagesgeld- oder Festgeld-Anlagen als Kinder-Sparpläne bei Versicherungen.

3. Aktienanlage für Kinder: Depots für Kinder mit Sonderkonditionen

Wer eine potenziell höhere Rendite auf die Geldanlage für Kinder erzielen möchte, dabei aber auch zu einem gewissen Risiko bereit ist, sollte zumindest einen Teil der zur Verfügung stehenden Summe in einen Aktiensparplan investieren. Mehrere Banken bieten inzwischen Depots für Kinder an, die oftmals besonders günstig sind.

Empfehlenswert sind vor allem sog. ETFs, die einen Index nachbilden und besonders kostengünstig bespart werden können. Attraktive sog. Junior-Depots bieten etwa die Comdirect, die DAB-Bank und die ING-DiBa an. Wir halten besonders das Comdirect-JuniorDepot für sehr empfehlenswert: Die Depotführung ist hier mit mindestens einem Wertpapiersparplan kostenlos. Wertpapiersparpläne können bereits ab 25 Euro pro Monat eingerichtet werden. Im Angebot sind neben klassischen Fonds auch zahlreiche ETFs. Vergessen Sie auch hier nicht die Angaben zum Sparerpauschbetrag, um vom Freibetrag profitieren zu können!
Ein Comdirect-Depot können Sie jetzt hier eröffnen.

4. Robo-Advisor für Kinder: Digitale Vermögensverwaltung mit guten Konditionen

Ein neuer Trend in der Finanzsparte, der sich inzwischen etabliert hat, ist die automatisierte Geldanlage, über die wir bereits an anderer Stelle berichtet haben. Auch die meisten Robo-Advisor legen das Geld in ETFs an, die besonders kostengünstig sind und nahezu exakt den Index abbilden.
Die Online-Vermögensverwaltung easyfolio bietet hier für Kinder besonders attraktive Konditionen an. Bei Sparplänen für Kinder fallen hier nämlich keine Gebühren an. Nach der Anmeldung muss man lediglich einen von drei unterschiedlichen Portfolios auswählen, die je nach Risikoklasse mehr aus Anleihen- oder Aktien-ETFs bestehen. Zwar gibt es hier keine garantierte Verzinsung, aber in der Vergangenheit lieferten die easyfolio Portfolios eine Rendite von ca. 7 bis 14% p.a. Das ist sehr viel, wenn man bedenkt, dass selbst gut verzinste Tagesgeldkonten heute nie über eine Rendite von 1% p.a. hinauskommen.
Einen kostenfreien Sparplan für Minderjährige können Sie hier schon ab 10 Euro im Monat anlegen.

5. Bausparer für Kinder: Bedingt empfehlenswert

Die großen Bausparer bieten spezielle Bausparverträge für Kinder an und werben mit einem Sonderbonus für Kinder und Jugendliche. So bietet etwa die Wüstenrot-Bausparkasse das sog. Wohnsparen für junge Leute unter 25 Jahren mit einem Extra-Bonus in Höhe von 200 Euro an. Der Haken dabei ist allerdings, dass der Bonus erst bei Zuteilung als Wiedergutschrift der Abschlussgebühr, max. 200 Euro bei einer Vertragslaufzeit von 7 bis 15 Jahren gutgeschrieben wird. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld wird sich das kaum lohnen, da Bausparer nur marginal verzinst werden. Dazu kommen hohe Abschlusskosten in Höhe von 1% der Bausparsumme sowie ggf. Kontoführungsgebühren. Aus unserer Sicht sind Bausparer für Kinder zur Geldanlage derzeit ungeeignet.

Fazit: Tagesgeld / Festgeld oder Aktienanlage!

Wer attraktive Renditen für die Geldanlage fürs Kind sucht, sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, ein Depot fürs Kind abzuschließen und regelmäßig in einen Aktien-, Fond- oder ETF-Sparplan einzuzahlen. Langfristig gesehen wirft das die höchsten Renditen ab. Wer mehr Sicherheit möchte, sollte sich für ein Tagesgeld-Konto oder eine langfristige Festgeld-Anlage entscheiden.

In jedem Fall gilt: Achten Sie genau auf die steuerlichen Rahmenbedingungen! Wer den Sparer-Pauschbetrag fürs Kind nicht nutzt, verschenkt bares Geld ans Finanzamt.

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