Mobile Banking: Das bringen die neuen Konto Apps im direkten Vergleich


  • Das Konzept des mobilen Girokontos: alle Funktionen einer Bankfiliale wandern in die App fürs Smartphone. Banking überall und jederzeit.
  • Nachteile beim mobilen Bankkonto: eine schlechte Bargeldversorgung und ggf. Gebühren beim Geldabheben.
  • Eine gute Kombination für den mobilen Lifestyle: Handykonto plus normales Girokonto.

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28.11.2017
Neuer Testsieger in unserem Vergleich von mobilen Konten: 1822direkt mobile. Wer sich das mobile Konto im Dezember 2017 holt, bekommt die Kreditkarte gebührenfrei dazu. Außerdem gibt es einen 50 Euro Bonus, wenn man das Konto als Gehaltskonto nutzt sowie 50 Euro für einen Kontowechsel. Tolle Aktion! Direkt zum neuen 1822direkt mobile Konto geht es hier.

Konto eröffnen, überweisen, Geld anlegen und Sofortkredit holen – alles in wenigen Minuten per Smartphone-App von überall und jederzeit. So soll die Zukunft des Bankings aussehen. Glaubt man den Anbietern von mobilen Konten, dann hat die Zukunft jetzt schon begonnen. Ich habe mir angeschaut, was die mobilen Girokonten von N26 und o2 Banking wirklich bringen. Und so viel sei schon einmal an dieser Stelle verraten: Ein Smartphone-Konto hat neben annehmlichen Extras auch seine Nachteile, gerade was die Bargeldversorgung anbelangt. Und im Gegensatz zum innovativen N26 konnte mich das Handy-Konto des Mobilfunkanbieters so gar nicht überzeugen. Das mobile Banking der beiden Anbieter im Test.

Zum modernen, digitalen und mobilen Lifestyle soll das Bankkonto von heute passen. Den vor allem jungen Kunden gefällt es: das Berliner Startup N26 hat inzwischen über 300.000 Kunden in acht Ländern – und expandiert weiter.

Inhaltsverzeichnis unseres Vergleiches der mobilen Bankkonten von N26 und o2:
I. Das Prinzip mobiles Bankkonto: Gratis surfen und Extras statt Zinsen
II. Mobile Girokonten im Vergleich
III. Das kostenlose mobile Girokonto von N26
IV. Karten und Konditionen bei N26
V. Fazit zum N26 mobilen Girkonto
VI. Ein Telefonanbieter wird zur mobilen Bank: o2 Banking
VII. Karten und Konditionen bei o2 Banking
VIII. Fazit zum o2 Banking und Alternativen
IX. N26 und o2 im Vergleich zu herkömmlichen Bankkonten

I. Das Prinzip mobiles Bankkonto: Gratis surfen und Extras statt Zinsen

Vor einigen Jahren rüttelten Direktbanken wie ING-DiBa und DKB das Bankengewerbe mit guten Zinsen und kostenloser Kontoführung wach (siehe auch unseren Vergleich der kostenlosen Girokonten).

Inzwischen passen die sich aber mehr und mehr den alten Filialbanken an. Bedingungslos kostenlos ist da längst nicht mehr alles und hohe Renditen gibt es aktuell sowieso nicht.

Statt sich also über niedrige Zinsen und Gebühren zu ärgern kann man sich jetzt über praktische Funktionen wie Geldversenden über die Handykontakte und gratis surfen freuen. Das verspricht zumindest die Werbung.

Egal welches mobile Bankkonto, beide Anbieter werben mit der bequemen und blitzschnellen Kontoeröffnung. Natürlich per Videochat, der Gang zur Filiale oder PostIdent sind von gestern. Der Branchenvorreiter N26 verspricht ein neues Konto in nur acht Minuten.

Dass diese acht Minuten aber auch schon mal ziemlich lang werden können, hat schon der Stern in einem Artikel festgestellt. Auch bei mir ging es dann doch nicht ganz so schnell.

II. Mobile Girokonten im Vergleich

– 3 Abhebungen am Automaten bedingungslos gratis

# Name Gebühr kostenlose Karten kostenlose Bargeldverfügung Vorteile Konto eröffnen
1.
1822direkt mobile
0 Euro SparkassenCard,
VISA-Kreditkarte (nur bei Beantragung bis 31.10.17)
Abhebungen an Sparkassen-Automaten bedingungslos gratis Foto-Überweisung: mit Foto vom Überweisungsschein oder der Rechnung schnell und bequem Geld überweisen Jetzt Konto eröffnen
2.
N26
0 Euro Mastercard Kreditkarte,
Maestro Karte
– 3 Abhebungen am Automaten bedingungslos gratis
– Abhebungen bis jeweils 300 Euro an Supermarktkassen (Penny, Rewe, Real u.a.) kostenfrei
– Mastercard-Einkäufe in Fremdwährungen kostenlos
– Gelddienste wie MoneyBeam und Transferwise integriert
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3.
Ferratum Bank
0 Euro Mastercard Kreditkarte – 4 Abhebungen am Automaten bedingungslos gratis – Mastercard-Einkäufe in Fremdwährungen kostenlos
– mehrere Konten in bis zu 15 unterschiedlichen Währungen anlegbar
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4.
o2 Banking
0 Euro Mastercard Kreditkarte – 1000 MB Datenvolumen für o2-Kunden bei Eröffnung
– pro 1 Euro Kartenumsatz 1 MB gratis oder Amazon-Gutscheine erhalten
Jetzt Konto eröffnen

III. Das kostenlose mobile Girokonto von N26

n26_logo

Das FinTec N26, bis vor kurzem noch Number26, spricht von einer Revolution im Finanzwesen. Die ganze Bankfiliale wandert über das Smartphone in die Hosentasche. Das hat nicht nur schon einige Kunden überzeugt, sondern auch namhafte Investoren wie den Paypal-Gründer Peter Thiel angelockt (s. Bericht der FAZ).

Die Bank in der App

Herzstück des bedingungslos kostenlosen N26 Girokontos ist natürlich die App, die sich aus dem AppStore bzw. Google Play Store einfach herunterladen lässt. Auf mich macht die App einen sehr guten Eindruck, sie punktet sowohl durch ihr chickes Design als auch vor allem durch Übersichtlichkeit und gute Bedienbarkeit.

Zwar bieten Banken wie die DKB inzwischen schon ähnliche Apps für das mobile Banking an, bei N26 sieht alles noch etwas besser aus. Man merkt tatsächlich, dieses Konto ist für das Smartphone optimiert.

Die Revolution beginnt: App statt Sparkasse

Funktionen in der N26 Banking App

  • Sofortige Benachrichtigung bei jeder Kontobewegung per Push-Benachrichtigung
  • Überblick über alle Transaktionen
  • Automatische Kategorisierung der Ausgaben
  • Integrierte Statistikfunktion für bessere Kontrolle
  • Über Moneybeam Geld per Email oder SMS versenden ohne IBAN/BIC
  • Über TransferWise Geld in 16 Währungen überweisen
  • Karte mit einem Klick sperren/entsperren oder als gestohlen melden
  • IBAN Überweisungen durchführen (App speichert vergangene Empfänger automatisch als Kontakte)
  • Dispokredit bekommen (8,9 % Sollzins p.a.) oder Geld anlegen (N26 Invest)

Und einige andere bequeme Einstellungen. Im Alltag empfinde ich besonders das einfache Geldversenden per MoneyBeam praktisch. Jemand hat das gemeinsame Mittagessen bezahlt, und zack, per Blitzüberweisung kann man die geschuldeten Euro gleich hinüberschicken.

Den Geldtransferservice TransferWise haben ich auf dontox.de ebenfalls schon getestet.

IV. Karten und Konditionen bei N26

Wie schon erwähnt, ist das gewöhnliche N26 Girokonto bedingungslos kostenlos. Inklusive ist dabei auch eine Mastercard Kreditkarte und eine Maestro Karte.

Überweisungen sowie weltweite bargeldlose Zahlungen sind mit den beiden Karten ebenfalls gebührenfrei. Nicht schlecht, wenn man viel unterwegs ist.

Allerdings sind nur bis zu fünf kostenlose Abhebungen pro Monat am Geldautomaten mit der Mastercard möglich. Jede weitere Bargeldabhebung kostet 2 Euro. Da sollte man sich also besser vorher überlegen, wann und wie viel Bargeld man braucht, sonst können schnell hohe Kosten entstehen.

Anfangs war das aber übrigens anders, zunächst konnten N26-Kunden noch so oft Geld abheben, wie sie wollten. Dann hat das Startup allerdings gemerkt, dass viele Bargeldtransaktionen für sie zu teuer werden und hat einigen Kunden gekündigt, was natürlich für schlechte Presse sorgte. Danach wurde auf das aktuelle Modell umgestellt.

Geldabheben an der Supermarktkasse

Dafür hat sich N26 zumindest eine interessante und kostenfreie Option ausgedacht: Das Geldabheben per Smartphone im Supermarkt.

Mit der N26 App lässt sich ein Barcode generieren, mit dem an der Kasse (bei REWE, Penny, Real und anderen) jeweils bis zu 300 Euro abgehoben werden können. Einzahlen lässt sich ebenfalls mit dieser Methode bis zu 100 Euro pro Monat kostenlos, darüber hinaus werden aber saftige 1,5% des Betrags berechnet.

Bei Bargeldabhebungen in Fremdwährungen mit der Mastercard fällt eine Gebühr von 1,7% an. Beim „Premiumkonto“, dem N26 Black Girokonto für 5,90 im Monat entfällt dieser Betrag. Die komplette Preisliste lässt sich in diesem PDF einsehen.

V. Mein Fazit: Ein gutes Zweit-Konto mit Einschränkungen

Bei N26 hat man mit dem mobilen Konto tatsächlich eine ganze Bank in der Hosentasche. Die App sieht nicht nur gut aus, sie bietet viele Funktionen und macht Spaß.

Ein Negativpunkt bleibt allerdings die eingeschränkte Versorgung mit Bargeld. Deswegen ist N26 vor allem als Zweit-Konto zu empfehlen. Oder für diejenigen, die sowieso alles mit Karte zahlen.

Als Smartphone-Konto ist N26 auf jeden Fall eine interessante Sache, bei der sich sicher noch einiges tun wird. Und da es bedingungslos kostenlos ist, kann es auch nicht schaden, sich Konto und App auf da das Smartphone zu holen.

Seit neuestem gibt es bei N26 auch eine Festgeld-Sparfunktion:

Meine Empfehlung: Als jemand, der viel unterwegs ist und gerne immer und sofort über alle Kontobewegungen informiert bleibt, benutze ich gerade N26 als Nebenkonto und ein normales Direktbank-Konto (z.B. das der DKB) zur Bargeldversorgung. Für mich eine super Kombination.

Hier können Sie jetzt kostenlos das mobile Girokonto unseres Testsiegers eröffnen.


VI. Ein Telefonanbieter wird zur mobilen Bank: o2 Banking

o2banking

Die Telefónica-Tochter o2 bietet gemeinsam mit der Fidor Bank seit Sommer 2016 als erstes Mobilfunkunternehmen ein vollwertiges mobiles Girokonto an, das komplett über das Smartphone verwaltet wird. Dafür wurde das Unternehmen jüngst sogar mit dem mit dem Innovationspreis 2016 ausgezeichnet.

Die Einrichtung des mobilen Girokontos von o2 ist genau so einfach wie bei N26. Die o2 Banking App einfach im Google Play und im Apple App Store auf Ihr Smartphone herunterladen, die Legitimierung erfolgt dann auch hier über einen Videochat.

Die Funktionsweise ähnelt in manchen Punkten der N26-App, ist aber deutlich einfacher gestaltet. So gibt es auch hier die Push-Benachrichtigung bei Kontobewegungen und die Möglichkeit des Geldversendens an Kontakte via SMS oder Email.

Außerdem lässt sich ebenfalls ganz schnell ein Dispokredit anlegen. Der Zinssatz von 9,50% p.a. liegt deutlich höher als bei N26.

VII. Karten und Konditionen bei o2 Banking

Ein erster Nachteil bei o2: Eine Giro-Karte gibt es hier nicht, nur eine kostenlose Mastercard bekommt man zugeschickt.

Im Juni hat o2 Banking seine Konditionen geändert und sein Konto damit nochmal attraktiver gemacht: das Smartphone-Konto ist jetzt unabhängig vom Kartenumsatz bedingungslos kostenlos.

o2 Banking vergibt je nach Kartenumsatz einen Bronze-, Silber- oder Gold-Status an seine Kunden, der mit verschiedenen Vorteilen verknüpft ist. Der Slogan lautet: Datenvolumen statt Zinsen. Ich habe das für Sie einmal in eine Übersichtstabelle gebracht:

Kundenstatus Kartenumsatz Kosten Kontoführung Bargeldversorgung Gratis Datenvolumen
Bronze unter 100 Euro 0 Euro im Monat – eine kostenfreie Abhebung am Geldautomaten im Monat (danach 3,99 Euro pro Abhebung)* – 100 MB Extra-Datenvolumen**
Silber mindestens 100 Euro 0 Euro – drei kostenfreie Abhebungen am Geldautomaten im Monat (danach 3,99 Euro pro Abhebung)* – 300 MB Extra-Datenvolumen**
Gold Nutzung als Gehaltskonto oder mind. 500 Euro im Monat 0 Euro – unbegrenzt kostenfreie Bargeldversorgung am Geldautomaten – 500 MB Extra-Datenvolumen**

*in den ersten drei Monaten nach Kontoeröffnung ist der Bargeldservice an Geldautomaten noch uneingeschränkt gratis.
** nur für o2 Kunden.
Die ausführliche Preisliste des o2 Banking mobilen Girokontos kann hier als PDF eingesehen werden.

Wie Sie sehen, lässt sich bei o2 so einfach nicht an Bargeld kommen. Meiner Meinung nach ein großer Nachteil, vor allem, da man nicht einfach per Giro-Karte bezahlen kann. Beim Bezahlen per Mastercard im Ausland fallen außerdem 1,99% Fremdwährungsgebühr an.

Wer viel im Ausland ist, für den lohnt sich da eher ein Konto bei der vor kurzem von mir getesteten DKB. Das Einzahlen von Bargeld ist überhaupt nicht möglich.

VIII. Mein Fazit: Ein mobiles Konto ohne Vorteile

Mich kann o2 Banking nicht überzeugen. Gerade im direkten Vergleich mit dem Konkurrenten erscheint alleine schon die App für das mobile Banking ziemlich blass und simpel. Nur beim Datenbonus, der allerdings nur auf o2-Mobilfunkkunden begrenzt ist, gibt es hier einen Mehrwert zu herkömmlichen Konten.

Und da es nicht einmal eine Giro-Karte dazu gibt, hat man im täglichen Leben schon Schwierigkeiten, bloß seine Einkäufe damit zu erledigen. Auch die 9,5% beim Dispozins sind mehr als happig. Ich kann o2 Banking daher nicht empfehlen.
Hier geht es zur Eröffnung des mobilen Girokontos von o2.

Alternative zu o2 Banking: Abgesehen von den Girokonten oben bietet comdirect noch ein bedingungslos kostenloses Konto mit Kreditkarte und Girokarte an. Ohne Beschränkungen beim Bargeldabheben. Hier können Sie ein Konto bei der Direktbank eröffnen.

Ferratum Bank Logo Wer eine weitere mobile Alternative zu o2 und N26 sucht, kann auch bei der Ferratum Bank fündig werden, die seit Ende letzten Jahres ebenfalls in das Geschäft mit den Smartphone-Konten eingestiegen sind. Hier gibt es eine kostenlose Mastercard mit vier Bargeldabhebungen ohne Gebühr dazu, außerdem kann man mit der Kreditkarte weltweit ohne Fremdwährungsgebühren zahlen. Zu diesem neuen Handy-Konto gelangen Sie hier.

Ein weiteres mobiles Bankkonto bietet jetzt auch die 1822direkt an. Der besondere Vorteil hier: mit der kostenlosen SparkassenCard kann man deutschlandweit an allen Automaten der Sparkassen gebührenfrei Geld abheben – ohne die sonst bei Smartphone-Konten üblichen Begrenzungen. Zur Konto-Eröffnung gelangen Sie auf dieser Seite. Ein eigener Testbericht folgt demnächst.

IX. O2 Banking und N26 im Vergleich zu anderen Bankkonten

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