Digitale Vermögensverwaltung 2017: Die besten Robo Advisor im Test


  • Robo-Advisor wie scalable.capital präsentieren sich als digitale Alternative zum teuren Vermögensverwalter, auch für Kleinanleger. Bei einigen Robos kann man schon ab einer Summe von 100 Euro und weniger Geld anlegen. Als Rendite kann man mindestens 3% p.a. je nach Risikoneigung erwarten.
  • Sowohl Einmalbeträge als auch regelmäßige Sparraten können je nach Risikoneigung bei den Robos angelegt werden. Die Robos wählen ETFs aus und entscheiden basierend auf wissenschaftlichen Methoden über die Verteilung des Kapitals und den richtigen Anlagezeitpunkt.
  • Whitebox und scalable.capital zeichnen sich als Testsieger in unserem Vergleichstest durch hohe Transparenz, gute Rendite und eine angemessene Preis-Leistung aus.

Geld einfach, ohne Risiko und gut verzinst anlegen – das hört sich beim anhaltenden Niedrigzinsniveau in Deutschland nach bloßen Wunschträumen an. Doch jetzt soll alles anders werden: Junge Startups versprechen unkompliziertes Geldanlegen mit hohen Renditen. Aber geht das wirklich? Wir haben uns Whitebox, VisualVest, vaamo und Scalable, vier führende Online-Anbieter für automatisierte Vermögensverwaltung, für Sie genauer angeschaut. Unser Fazit vorweg: Eine echte Alternative zum Bankberater oder der komplizierten Geldanlage in Eigenregie!

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06.06.2017
Neu aufgenommen in unseren Vergleich der Robo-Advisor haben wir das Frankfurter Unternehmen VisualVest, Tochtergesellschaft der Union Investment. Aktuell gibt es hier auch eine Sonderaktion: Wer bis zum 31.12.2017 bei der Depoteröffnung den Promotions-Code „Partner“ eingibt, spart die Servicegebühr von 0,05 Prozent im Monat bis Jahresende. Zur Depoteröffnung mit dem Promo-Code „Partner“ geht es hier.

Inhaltsverzeichnis des Berichts über digitale Vermögensverwalter:
I. Digitale Vermögensverwaltung: Darum geht es bei den Robo Advisors
II. Die Robo-Advisor in der Übersicht
III. Whitebox im Test – „Einfach gut angelegt.“
IV. Vaamo im Test – „So einfach wie Tageldgeld“?
V. Cashboard im Test – Cashboard pleite
VI. VisualVest im Test – „Dein Geld verdient mehr“
VII. Scalable.capital im Test – Geld anlegen nach wissenschaftlichen Maßstäben
VIII. Unsere Bewertung: Das ist unser Testurteil zur digitalen Vermögensverwaltung:

I. Digitale Vermögensverwaltung: Darum geht es bei den Robo Advisors

Das Thema Digitalisierung ist inzwischen voll in der Finanzindustrie angekommen, kein Tag vergeht, in dem man in der Fachpresse nicht etwas über neue Fintechs (Finanztechnologie) lesen kann.

In diesem Zug sind im letzten Jahr einige digitale Vermögensverwalter in Deutschland gestartet. Das Modell der sog. Robo-Advisor: Auf einer Online-Plattform die Privatkunden-Geldanlage zu standardisieren und zu vereinfachen.

Der Anleger wird online nach Risikoneigung, Ziel-Renditen, Sparraten, Einkommen und Anlagehorizont befragt. Die dazu passende Anlagestrategie stellt der Robo-Advisor vor. Im Grunde so einfach also wie das Anlegen eines Sparbuchs. Der digitale Vermögensverwalter Ginmon, der gerade auch die Bafin-Lizenz erhalten hat, wirbt daher so für sich:

Automatisch verwaltetes, intelligent gestreutes und steueroptimiertes Investmentportfolio für maximalen Anlageerfolg.

Als Anlagestrategie wird gewöhnlich die Investitionen in Indexfonds oder Exchange Traded Funds (ETFs) vorgeschlagen. So wird über viele Anlageklassen und Einzeltiten breit gestreut, was Risiko für den Anleger reduziert – und langfristig stabile Erträge erwirtschaftet.

Die Kostenbelastung bleibt aufgrund der niedrigen Gebühren der ETFs außerdem besonders niedrig, so bleibt am Ende mehr Nettorendite übrig.

Ursprünglich eher für den Kleinanleger gedacht, gibt es Robos inzwischen auch für den größeren Geldbeutel: Wer mindestens 100.000 Euro investieren will, kann vom aktivem Management des Family Offices der deutschen Industriellen-Familie Quandt profitieren. Deren digitale Vermögensverwaltung LIQID hat im Mai diesen Jahres die Marke von 100 Millionen Euro verwalteten Anlagegeldern überschritten.

Die digitalen Vermögensverwalter eignen sich vor allem für diejenigen, die selbst nicht die nötige Zeit, Muße und vor allem Risikobereitschaft für das Investment am Kapitalmarkt mitbringen. Für Kleinanleger kommen die hohen Gebühren von Banken und Beratern auch kaum in Frage. Banken verkaufen ihren Kunden am liebsten hauseigene Produkte, für die sie hohe Provisionen kassieren – alles andere als unabhängig. Hier bieten sich die Robo-Advisor an, für die Transparenz ein besonders wichtiges Kriterium ist.

Unsere vier Testkandidaten, Whitebox, Cashboard, vaamo und Scalable, wollen deshalb die Vorteile von beiden Modellen miteinander verbinden: Die Einfachheit einer klassischen Vermögensberatung bei einer Bank mit den niedrigen Kosten und guten Renditen des selbstgemachten Investment Bankings.

Zinsgarantie im Test - cashboard und vaamo
© nmann77 – fotolia.com

Die Robo-Advisor in der Übersicht


Whitebox
Scalable-logo
Scalable
vaamo-logo
vaamo

VisualVest
Einmalanlage ab 5.000 Euro 10.000 Euro keine 500 Euro
Fondsart Passiv gemanagt Passiv gemanagt Passiv gemanagt Passive und aktiv gemanagt
Gebühren p.a. 0,35% – 0,95% + Fondskosten 0,75% Servicegebühr + ETF-Kosten (Durchschnitt 0,25%) 0,79% p.a. Servicegebühr + 0,3% p.a. Fondskosten 0,05% i.Monat (0,6 p.a.) + ETF-Kosten (je nach Portoflio 0,19 bis 1,85% p.a.)
Sparplan ab 5 Euro monatl. ab 50 Euro monatl. ab 10 Euro monatl. ab 25 Euro monatl.
Anzahl Risikoklassen 10 23 15 7
Regulierung Finanzportfolioverwalter mit BaFin-Lizenz Finanzportfolioverwalter mit BaFin-Lizenz Finanzportfolioverwalter mit BaFin-Lizenz Finanzanlagenvermittler nach§ 34f GewO
Bank biw Bank Baader Bank FFB Bank Union Investment Service Bank AG
Sonstiges – 3 nachhaltige Portfolios aus grünen Fonds
– jetzt bis Jahresende Servicegebühr mit Promo-Code „Partner“ sparen

Alternative Dienstleister, die nicht in der Tabelle aufgeführt sind, sind z.B. easyfolio und LIQID, Ginmon und Quirion, die ein ähnliches Angebot bieten.

III. Whitebox im Test – „Einfach gut angelegt.“

„Vermögensverwaltung auf hohem Niveau“ und dazu auch noch „einfach und gut“, das soll der Robo mit Sitz in Weil am Rhein nach eigenen Angaben sein. Und tatsächlich: Nachdem die digitale Vermögenverwaltung ihre Pforten für Anlager im Januar 2016 geöffnet hat, durfte sie jetzt erstmals Zahlen zur Performance veröffentlichen. Bis zu 20% Rendite war in den letzten 12 Monate für die Anleger drin. Ein Grund mehr, sich die Firma mit dem weißen Karton genauer anzuschauen.

Grundsätzlich geht es hier wie bei allen digitalen Vermögensverwaltern um die Automatisierung, d.h. er entwickelt individuelle Anlagestrategien durch Unterstützung von Algorithmen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hat der Kunde einmal das Konto eröffnet, muss er eigentlich nichts mehr weiter tun, sondern den Robo-Advisor arbeiten lassen. Das Wertpapierportfolio wird von Whitebox überwacht und nach Notwendigkeit immer wieder angepasst.

Whitebox-Gründerin Salome Preiswerk bei DER AKTIONÄR TV

Geld anlegen bei Whitebox

Will man bei Whitebox ein Konto anlegen, müssen zunächst einige Fragen beantwortet werden, mit deren Hilfe eine eigene Anlagestrategie ermittelt wird.

Das Besondere im Vergleich zu anderen digitalen Vermögensverwaltern: Man wählt ein Ziel, das mit der Anlage erreicht werden soll, etwa der Kauf einer Immobilie, die Altersvorsorge oder eine große Reise.

Dann folgen die Frage nach der Projektion:

  • Welcher Betrag wird zu Beginn angelegt (mind. 5.000 Euro)
  • Soll ein Sparplan (ab 5 Euro) eingerichtet werden
  • Einen Betrag, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden soll
  • Der Liquiditätsbedarf (maximal 90% der erstmaligen Einzahlung)
  • Wahl der Risikoklasse (1 bis 10)
  • Ein Auszahlplan

Im Anschluss gibt es einen visuell sehr gut gestalteten Überblick über die geschätzte Anlageentwicklung und die prozentuale Zusammenstellung der Werte (Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs, Gold etc.).

Dann können noch weitere Ziele eingebaut werden oder es geht gleich zur Kontoeröffnung, wofür man noch Angaben zur eigenen finanziellen Situation und der Erfahrung mit dem Wertpapierhandel machen muss. Zur Depoteröffnung geht es dann zum Partner von Whitebox, der biw Bank.

Die Kosten bei Whitebox

Bei der Nutzung des Angebots dieses Robo-Advisors entstehen Kosten, die sich aus einer Gebühr je nach Anlagesumme zwischen 0,35% und 0,95% p.a. und den Fondskosten von durchschnittlich 0,23% p.a. zusammensetzen.

Bei geringerem Anlagevolumen von unter 30.000 Euro müssen grundsätzlich schon einmal 0,95 Prozent Gebühren bezahlt werden, damit ist Whitebox für kleinere Anleger einer der teureren Anbieter.

Allerdings handelt es sich hier auch um einen aktiven Vermögensverwalter, der im Vergleich zu passiven Anlagestrategien deutlich mehr Personal und IT benötigt. Das rechtfertigt unserer Meinung nach auch die Preise.

Noch ein Wort zur Anlagesicherheit: Sowohl die biw Bank, bei der alle Wertpapiere verwahrt werden, als auch Whitebox sind BaFin-reguliert und stehen unter deren Aufsicht. Die biw Bank unterliegt außerdem der gesetzlichen Einlagensicherung, die zur Zeit 100.000 Euro pro Kunde beträgt.

Einfach ist das Geldanlegen bei Whitebox also auf jeden Fall – und die Rendite kann sich sehen lassen. Bei der Anmeldung über die Homepage, die Sie hier erreichen, sollte man sich etwas Zeit nehmen: Es sind einige Fragen zum Anlageverhalten zu klären. Dafür stimmt Whitebox die Portfolios aber auch sehr auf die eigene Risikoneigung und Renditeerwartung ab.

IV. Vaamo im Test – „So einfach wie Tageldgeld“?

Und genau damit werben die „FinTechs“ genannten Unternehmen auch. „So einfach wie Tagesgeld“ soll das Geldanlegen bei vaamo sein. Der Finanzdienstleister hat zwar ein Eichhörnchen auf dem Firmenlogo, mühsam soll sich der Geldanleger hier aber nicht mehr nähren. Seit 2013 will das Frankfurter Startup Sparen wieder attraktiv machen. Einfach ist die Depoteröffnung zumindest allemal.

Über ein Formular, das einen Chat simuliert (nette Spielerei!) wird man ziemlich intensiv nach persönlichen Informationen, Beruf, Einkommen und Anlagezielen abgefragt. Man gibt an, wie viel man und in welcher Risikostufe man sein Kapital bei vaamo anlegen will. Zum Schluss fasst die Seite die Ergebnisse zusammen und legt ein Portfolio-Konzept vor.

Natürlich kann man die Angaben auch nochmal ändern. Dann registrieren und fertig. Den Rest erledigt vaamo für Sie. Aber auch ohne Sparziel lässt sich Geld einfach direkt anlegen. Soweit so einfach und gut. Die drei allerwichtigsten Fragen müssen aber noch beantwortet werden: Wie rentabel, wie sicher und wie teuer ist das Geldanlegen bei vaamo?

vaamo im Mittagsmagazin

Das Anlagekonzept des FinTech-Startups rühmt sich damit, wissenschaftlich fundiert zu sein, und zwar mithilfe der Goethe-Universität Frankfurt. Das soll die Sache besonders sicher machen. Das Geld der Vaamo-Anleger wird individuell in Aktien, Anleihefonds, Immobilien und ETFs angelegt. Die jeweiligen Anteile richten sich nach der gewählten Risikostufe. Konservativ prognostiziert wird eine Rendite von durchschnittlich 2 bis 4% p.a. (je nach Risikoklasse) auf Basis des aktuellen Zinsniveaus nach Abzug sämtlicher Kosten.

Jetzt auch mit der Lizenz zum Geldverwalten

Durch eine breite Streuung und kostengünstige Anlagen aus dem Indexfond gelingt es vamoo, grundlegende Sicherheitsregeln einzuhalten. 100% sicher sind Anlagen in Wertpapiere aber nie! Das gilt es immer im Hinterkopf zu behalten.

Flexibel bleibt man hier übrigens auch. Man kann die Zahlungen ständig erhöhen, aussetzen oder einfach aussetzen.

Und wie viel Gebühren nimmt vaamo für den Finanzservice? Gar nicht mal so wenig. Pauschal 0,79 % p.a. auf das durchschnittliche Anlagevolumen. Dazu kommen individuelle Fondgebühren von durchschnittlich 0,3% p.a. sowie Transaktionskosten von 0,15%. Damit ist vaamo zwar sehr transparent, laut Öko-Test (Ausgabe Juni 2016) eine der Stärken des Robos, gerade bei kleinen Anlagebeträgen sind die Verwaltungsgebühren allerdings vergleichsweise hoch.

V. Cashboard im Test – Cashboard pleite

Cashboard stellt Insolvenzantrag

Wie die ARD heute berichtete, hat Cashboard Insolvenz beantragt. Die Überraschung ist groß. Denn noch Ende letzten Jahres konnte eine neue Finanzierungsrunde von drei Millionen Euro vermeldet werden, in der Noah-Conference in London gewann das Unternehmen ein Preisgeld von vier Millionen und mehr als fünf Millionen Euro gab es von Investorenseite. Eigentlich sollte also genügend Geld vorhanden gewesen sein.

Cashboard unterschied sich von der Konkurrenz vor allem dadurch, dass sie nur per „Performance Fee“ an den Erträgen der Kunden beteiligt waren und sogar eine Mindestverzinsung von 2% p.a. bis 10.000 Euro garantierte. Die Problematik dahinter haben wir schon in der Vergangenheit geschildert und die durch Provisionen finanzierte Zinsgarantie kritisiert – ein Grund dafür, warum wir Cashboard in unserem Test nicht empfohlen haben. Ob die mögliche Unternehmenspleite damit zusammenhängt, bleibt zunächst einmal unbekannt.

Ist das Geld bei Cashboard noch sicher?

Doch was passiert jetzt mit den Kundengeldern? Die wären auch bei einer Cashboard-Pleite sicher. So heißt es auf der Unternehmensseite:

Ihr Geld liegt bei einer lizenzierten, deutschen Bank, daher hätte eine Insolvenz von CASHBOARD keine Auswirkung auf Sie. Unsere Partnerbank ist die ebase®, die zur comdirect-Gruppe gehört mit Sitz in Aschheim, Bayern.

Bis zu 100.000 Euro in Form von Sicht- und Sparguthaben ist komplett durch die gesetzliche deutsche Einlagensicherung abgesichert, die Fonds sind als Sondervermögen abgesichert. Angelegtes Geld ist also auch bei der Insolvenz von Cashboard sicher.

Die 2% Zinsgarantie und das Kapitalschutz-Portfolio, die Cashboard anbot und ggf. negative Rendite ausgeglichen hätte, greifen jedoch wahrscheinlich nicht mehr. Aufgrund der guten Stimmung an den Börsenmärkten und der soliden Auswahl an Geldanlagen durch Cashboard werden die einzelnen Kundenportfolios aber vermutlich nicht in den roten Zahlen stehen.

Wie es mit Cashboard weitergeht, ist erst einmal nicht sicher. Auch in einem vorläufigen Insolvenzverfahren kann der Betrieb weitergehen und das Unternehmen noch gerettet werden.

Cashboard kündigen können Sie ohne Angabe von Gründen durch schriftliche Kündigungserklärung (z.B. Brief, Fax, E-Mail). Die Postanschrift lautet wie folgt:

Cashboard GmbH
Kundenservice
Invalidenstr. 112
10115 Berlin

Alternativen zu Cashboard

Attraktiv war bei Cashboard immer die niedrige Einmalanlage von 100 Euro. Eine gute Alternative für die Geldanlage auch mit kleinerem Portemonnaie ist vaamo. Über diesen Link gelangen Sie zur Seite der digitalen Vermögensverwaltung ohne Mindesteinlage. Im Gegensatz zu Cashboard ist vaamo ein Finanzportfolioverwalter mit BaFin-Lizenz. Zu unserem vaamo Testbericht geht es hier.

Eine weitere Alternative zu Cashboard ist VisualVest mit einem Sparplan schon ab 25 Euro im Monat (oder einer Einmalanlage von 500 Euro). Das Tochterunternehmen der Union Investment bietet Portfolios aus ETFs, aktiv verwalteten und nachhaltigen Fonds. Zum Robo-Advisor geht es hier.

Bei etwas größeren Summen raten wir aber doch weiterhin zu unseren Testsiegern Scalable Capital und Whitebox, die wir hier und hier getestet haben. Die beiden Unternehmen bieten moderate Gebühren und eine große Transparenz. Mir ihren Portfolios konnten sie außerdem eine gute Performance aufweisen.

VI. VisualVest im Test – „Dein Geld verdient mehr“

VisualVest gewinnt dieses Jahr gleich zwei Preise im BankingCheck

Auf dem Markt der Robo-Advisor tut sich etwas. Während die einen Vermögensverwalter in der Krise stecken, gehen schon die Nächsten an den Start. VisualVest, Tochtergesellschaft der Union Investment, einer der größten Fondsgesellschaften in Deutschland, ist seit März 2016 online.

Das Besondere bei diesem Robo-Advisor mit Sitz in Frankfurt am Main ist nicht nur, dass der Kunde von der Erfahrung und der Expertise von Union Investment profitiert, im Unterschied zu den anderen digitalen Helfern kann man zwischen drei Standardportfolios wählen: dem VestFolio mit ETFs, dem VestFolio mit aktiv gemanagten Fonds und dem VestFolio mit nachhaltigen Fonds.

So funktioniert das Geldanlegen bei VisualVest

Die passende Anlagestrategie wird auf der Seite des Vermögensverwalters zunächst ähnlich wie bei den anderen Robos in 11 Schritten ermittelt. Nach den Standardfragen zur Altersgruppe, Liquidität, Investitionshöhe, Sparziel und Co. kann man sich im 9. Schritt zwischen vier Anlagestrategien entscheiden, in diesem Beispiel mit der Investitionssumme von 1.000 Euro:

  • Strategie 1: Maximale Rendite: 60 Euro. Maximaler Verlust 20 Euro.
  • Strategie 2: Langfristiger Vermögenszuwachs. Maximale Rendite: 130 Euro. Maximaler Verlust 60 Euro.
  • Strategie 3: Ertragsorientierter Vermögenszuwachs. Maximale Rendite: 200 Euro. Maximaler Verlust 120 Euro.
  • Strategie 4: Dynamischer Wertzuwachs. Maximale Rendite: 290 Euro. Maximaler Verlust 190 Euro.

Je nach Angabe ermittelt VisualVest, welcher Anlegertyp Sie sind: Sicherheitsorientiert, ertragsorientiert, ausgewogen, gewinnorientiert oder chancenorientiert.

„Warum VisualVest“ – Das Werbevideo des digitalen Vermögensverwalters

Danach entscheidet man sich, ob man ein Portfolio mit nachhaltigen Fonds, in ein ETF-Portfolio oder in ein Portfolio mit aktiv verwalteten Fonds investieren will. Schließlich zeigt eine interaktive Grafik Prognosen zur Wertentwicklung, der Zusammensetzung des Portfolios, die Lokation der Länder, die Anlagenaufteilung und die enthaltenen Fonds. Über ein Video-Ident-Verfahren kann man sein Benutzerkonto am Ende eröffnen.

VisualVest diversifiziert Investitionen breit in Ländern rund um den Globus, verschiedensten Branchen wie Konsumgüter, Energie und Gesundheit und in den Anlageklassen Anleihen, Aktien, Rohstoffen und Devisen. Insgesamt sind es über 13.000 Fonds.

Die Kosten und Gebühren fallen bei der Union-Investment-Tochter moderat aus: Eine Servicegebühr von 0,05 % pro Monat (0,6 % im Jahr) und die Kosten der ETFs/Fonds von 0,19 bis 1,85 % p.a. (je nach Anlagestrategie) fallen hier an.
Neben der Mindesteinlage von 500 Euro ist auch ein Sparplan ab 25 Euro monatlich möglich. Laut Interview mit dem Managing Director Dr. Olaf Zeitniz sollen demnächst auch Gemeinschafts- und Minderjährigendepots ins Angebot aufgenommen werden.

Der erste Robo mit grüner Geldanlage

Neben den normalen Portfolios aus aktiv verwalteten Fonds und ETFs gibt es bei VisualVest drei GreenFolios. Sie bestehen ausschließlich aus aktiv gemanagten, nachhaltigen Fonds. Die GreenFolios berücksichtigen neben Rentabilität, Liquidität und Risiko außerdem auch ethische, soziale und ökologische Aspekte bei der Fondsauswahl gemäß den ESG-Kriterien. ESG steht für:

Environmental: Umwelt widmet sich dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung von Naturgütern.
Social: Soziales steht für die Sicherung von Frieden, Menschenrechten und guten Arbeitsbedingungen.
Governance: Eine gute Unternehmensführung sichert die unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft und eine korruptionsfreie Auftragsvergabe.

Ein klares Alleinstellungsmerkmal unter den digitalen Vermögensverwaltern.

Sicherheit bei VisualVest

Nach der Cashboard-Pleite stellt sich insbesondere auch die Frage nach der Sicherheit bei der Robo-Geldanlage. Hier kann VisualVest punkten: Das Fintec ist nicht nur Tochter der Union Investment, die Union Investment Service Bank AG (USB) ist auch die Partnerbank von VisualVest. Das heißt, die Depots und alle Wertpapiertransaktionen werden von der Union Investment verwaltet.

Grundsätzlich gilt natürlich immer, dass Investmentfonds und ETFs als Sondervermögen gelten, das im Falle einer Insolvenz der VisualVest und/oder der USB unberührt bleibt. Außerdem unterliegt die USB der gesetzlichen Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Kunde.

Aktuell gibt es bei VisualVest eine Sonderaktion:

Wenn Sie bis zum 31.12.2017 bei der Depoteröffnung den Promotions-Code „Partner“ eingeben, sparen Sie sich die Servicegebühr von 0,05 Prozent im Monat bis Jahresende.
Das Depot mit dem Promo-Code „Partner“ können Sie jetzt hier eröffnen.

VII. Scalable.capital im Test – Geld anlegen nach wissenschaftlichen Maßstäben

Zu guter letzt haben wir noch das junge Unternehmen Scalable Capital (zur Homepage des Vermögensverwalters geht es hier) mit Sitz in München und London unter die Lupe genommen. Das Startup, das sich aus ehemaligen Goldman-Sachs-Mitarbeitern rekrutiert, kann mit einer Besonderheit aufwarten. Es arbeitete als erster Robo-Advisor mit einer Erlaubnis der BaFin. Das bedeutet, Scalable ist nicht bloß Makler zwischen Anleger und Fondsanbieter, der die Kundengelder an seine Partner weitervermittelt, sondern managt das Geld selbst. Der Vorteil: Da nicht mit einem bestimmten Fondshaus zusammengearbeitet wird, kann unabhängig und direkt zu besseren ETFs gewechselt werden.

Ein aktuelles Interview mit Erik Podzuweit, Geschäftsführer der Scalable Capital GmbH, über das Robo-Konzept samt Überblick über die Wertentwicklung

Die Kunden scheint das zu überzeugen. Laut eigenen Angaben hat Scalable als erstes deutsches Unternehmen in der Branche inzwischen mehr als 200 Millionen Euro eingesammelt – und sich damit hierzulande als Marktführer positioniert.

Doch einen ersten Haken hat die Sache. Um mit Scalable anlegen zu können, muss der Kunde erst einmal tief in die Tasche greifen. 10.000 Euro sind die Mindestsumme. Die hat nicht jeder unbedingt mal so zur freien Verfügung herumliegen. Was die Kosten und Gebühren angelangt, platzieren sich die Münchner besser als die Konkurrenz von vaamo. Scalable verlangt 0,75 Prozent der Anlagesumme pro Jahr, darin sind sind die Vermögensverwaltung, Transaktionskosten sowie die Depotführung enthalten. Kosten für die ETFs von durchschnittlich 0,25 Prozent kommen dann noch jährlich dazu.

Angelegt wird bei Scalable in alle Klassen, die börsentägliche Liquidität bieten und günstig zu handeln sind: Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen aus Industrie und Schwellenländern, außerdem Rohstoffe und Immobilienaktien. Damit ist das Unternehmen breiter aufgestellt als viele Konkurrenten.

Dabei bietet der Robo-Advisor volle Flexibilität, es gibt keine Mindestlaufzeit oder Gebühren für die Kontoauflösung. Als Kunde kann man sein Depot jederzeit schließen und sich den Anlagebetrag vollständig auszahlen lassen.

Die Portfolios lässt Scalable Capital bei der Baader Bank anlegen und sind als sogenanntes Sondervermögen im Insolvenzfall gesichert. Geldanlagen bei der Baader Bank sind außerdem durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro abgesichert.

Vorbildliche Transparenz:

Als einziger Robo hat Scalable seinen gesamten Investment-Prozess in einem Whitepaper veröffentlicht.

Ende Juni ist mit Blackrock eines der mächtigsten Unternehmen der Welt mit 30 Millionen Euro bei Scalable eingestiegen. Für ein deutsches Startup eine große Summe. Damit will Scalable auch die Expansion in andere Länder vorantreiben.

VIII. Unsere Bewertung: Das ist unser Testurteil zur digitalen Vermögensverwaltung:

Das Konzept, mit dem die Startups Whitebox, VisualVest, vaamo und Scalable Capital den Anlagemarkt aufmischen wollen, scheint aufzugehen.Inzwischen sind die Robos so langsam etabliert und können positive Ergebnisse aufweisen. Zudem trennt sich bei den Fintecs so langsam die Spreu vom Weizen und die besten Unternehmen setzen sich durch, wie zuletzt auch die SZ in einem Artikel schildert.

Klar: Wer lieber selbst Hand anlegt, sollte zum Online-Broker mit ETF-Sparplänen greifen.

Eine echte Alternative sind digitalen Vermögensverwalter aber für diejenigen, die ihr Geld nicht auf eigene Faust anlegen, aber auch nicht von Banken und Vermittlern beraten lassen wollen, die vielleicht mehr an eigene Provisionen denken als den Erfolg für den Kunden. Die Kosten liegen dementsprechend auch genau zwischen der klassischen Beratung und der eigenen Anlageentscheidung.

Für uns bietet hier Whitebox das flexibelste und günstigste Gesamtpaket, das schon größere Erfolge mit sehr guten Renditen aufzuweisen hat. Fast genau so gut kommt auch Scalable weg, die mit besonderer Transparenz punkten können. Unter den Fintecs bietet VisualVest mit seinen Verbindungen zur Union Investment besondere Expertise und Sicherheit.

Für das kurzfristige Anlegen eignen sich die Anbieter auch weniger, da man ansonsten leicht unter den üblichen Schwankungen im Markt leiden kann. Wer aber einfach Geld über einen längeren Zeitraum verteilt anlegen will, der ist hier mit Sicherheit gut beraten. Beide Anbieter haben gewisse Vorteile und Nachteile, gerade auch hohen Renditen bei Whitebox klingen verlockend. Man muss sich aber bewusst sein, auf welches Risiko man sich dabei einlässt.

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2 Kommentare zu “Digitale Vermögensverwaltung 2017: Die besten Robo Advisor im Test

  • An sich ein guter Vergleich, jedoch hätte man noch die anderen beiden Anbieter ausführlicher bearbeiten können. Zudem wurden Anbieter wie Quirion oder Ginmon komplett außer Acht gelassen, obwohl deren Angebote durchaus genauso gut, wenn nicht sogar besser sind. Was mich an Cashboard stört ist die Tatsache, dass sie einen Garantiezins anbieten. Dieser wird jedoch durch Provisionen generiert, was doch eigentlich bedeuten müsste, dass sie das Geld nicht in unabhängige Produkte investieren.

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    • Vielen Dank für den Hinweis. Die beiden genannten Anbieter schauen wir uns aktuell genauer an und werden sie ggf. noch zum Vergleich hinzufügen.
      Ihre Beobachtung bezüglich Cashboard kann ich, wie im Artikel schon vermerkt, teilen – die Garantiezinsen haben somit ein gewisses „Geschmäckle“. Die garantierten Zinsen zahlt der Robo-Advisor nämlich aus den Provisionen, die er von den Anbietern derjenigen Fonds erhält, in die das Kundengeld fließt. Dass hier Objektivität und Unabhängig möglich ist, muss man doch in Zweifel ziehen. Natürlich sind die Garantiezinsen auch in erster Linie eine ausgeklügelte Werbemaßnahme. Aber immerhin eine, von der der Kunde auch profitieren kann.

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