Depotwechsel 2019: Wertpapiere übertragen, Prämie kassieren


© BillionPhotos.com - fotolia.de

Privatanleger können jetzt vom harten Wettbewerb zwischen Depotbanken und Online-Brokern profitieren. Es gibt nicht nur Prämien für Neukunden, auch die Depotübertragung wird fast immer mit einem attraktiven Bonus und Sonderkonditionen belohnt. Je nach Depot-Volumen gibt es bis zu 1.000 Euro Barprämie. Ich habe die besten Angebote und die höchsten Prämien für den Depotwechsel 2019 zusammen gestellt.

Update UPDATE Update
01.11.2019
Die ING bietet Neukunden jetzt bis zu 500 Euro Prämie für das Übertragen von Wertpapieren zu der Direktbank. Zusätzlich profitieren Neukunden von einer Flat-Fee für die ersten sechs Monate nach Depoteröffnung und von ca. 60 gebührenfreien ETF-Sparplänen. Die Aktion für Neukunden ist bis 15.12.2019 befristet. Alle Informationen finden Sie hier direkt bei der ING.

Worum geht es hier? Hier die Definition zum Thema Depotübertragung:
Einer Depotübertragung liegt der Wechsel der depotführenden Bank durch den Inhaber des Depots zugrunde. Der bisherigen Bank wird der Auftrag erteilt, die im Depot gelagerten Wertpapiere zu einer anderen Bank zu übertragen. Dazu muss der Kunde ein Formular ausfüllen und beim neuen Broker einreichen. Die übernehmende Bank gewährt für das Übertragen von Wertpapieren häufig eine Prämie, die sich meist nach dem Volumen der übertragenen Wertpapiere richtet. Derzeit gewähren etwa die Broker maxblue, Consorsbank, Comdirect solche Prämien in Höhe von bis zu 1.000 Euro, die Dontox.de im Vergleich darstellt.

Inhaltsverzeichnis des Berichts über Depotüberträge und Wechselprämien:
1. Die Broker mit den besten Wechselprämien
1.1 Bis zu 1.000 Euro Barprämie und Free-Trades bei der Consorsbank
1.2 Bis zu 500 Euro Prämie bei maxblue
1.3 Bis zu 500 Euro Prämie im ING Depot: Wertpapiere übertragen
1.4 Wertpapiere übertragen bei comdirect: Neukunden-Bonus bei comdirect
1.5 Keine Prämie mehr bei der TARGOBANK
2. So funktioniert der Depotwechsel
3. Fallen bei der Depotübertragung Kosten an?
4. So vermeiden Sie eine Mehrfachbesteuerung
5. Wie lange dauert die Übertragung?
6. Gibt es Prämien für den Depotwechsel?
7. Was ist mit dem alten Depot?
8. Depotvergleich: Die Angebote der Broker im Vergleich

1. Die Broker mit der höchsten Wechselprämie

1.1 Bis zu 1.000 Euro Prämie bei der Consorsbank

Consorsbank: Prämie bei Übertragen des Depots

Bei der Consorsbank können Neukunden von einer Wechselprämie in bar von bis zu 1.000 Euro profitieren – abhängig vom Volumen der übertragenen Wertpapiere. Zusätzlich gibt es aktuell für Neukunden 10 Free-Trades am Börsenplatz Tradegate. Es muss ein Gegenwert von mindestens 10.000 Euro innerhalb von drei Monaten nach Depoteröffnung übertragen werden. Einschränkungen bezüglich der Wertpapiergattungen gibt es nicht. Die Wertpapiere können jederzeit verkauft werden. Das Wertpapierdepot bei der Consorsbank ist kostenfrei. Verfügbar sind hier auch mehr als 400 ETF Sparpläne zum Vermögensaufbau, darunter viele gebührenfrei, außerdem auch Sparpläne auf viele Aktien.

mehr Infos zum Depotwechsel zur Consorsbank »

1.2 Bis zu 500 Euro Prämie bei maxblue

Maxblue Depotübertragung

Maxblue, die Investment-Plattform der Deutschen Bank, zahlt für die Übertragung von Wertpapieren eine einmalige Prämie von 0,50 % auf das übertragene Depotvolumen an Neu- und Bestandskunden. Die Prämie gibt es ab einem Depotvolumen von 5.000 Euro. Bezüglich der Wertpapiergattungen gibt es keine Einschränkungen, die Haltefrist beträgt 1 Jahr. Veränderungen beim Marktwert, Verkauf der übertragenen Wertpapiere oder die Umschichtung in andere Anlagen bei der Deutschen Bank haben keinen Einfluss auf den Prämienanspruch.

Ich will bis zu 500 Euro Wechselprämie bei maxblue »

1.3 Wertpapiere zur ING übertragen: Bis zu 500 Euro Prämie

ING Bank Logo: Depot mit ETF-Sparplan

Die ING bietet bis zu 500 Euro Prämie für das Übertragen von Wertpapieren zwischen 01.11.19 und 15.12.2019. Die Aktion gilt nur für Neukunden, die in den letzten sechs Monaten kein Depot bei der Direktbank hatten. Die Prämie wird als Gutschrift ausgezahlt. Sie bemisst sich nach der Gesamtsumme der übertragenen Wertpapiere. Mindestens müssen Wertpapiere im Wert von 10.000 Euro übertragen werden, um prämienberechtigt zu sein. Zusätzlich profitieren Neukunden aktuell von einer Flat-Fee-Aktion. Außerdem können aktuell viele ETFs im Direkthandel kostenfrei gekauft werden. Seit September 2019 sind auch viele ETF-Sparpläne zum Vermögensaufbau verfügbar, darunter mehr als 60 gebührenfrei.

Ich will mehr zur Wechselprämie bei ING erfahren »

1.4 Wertpapiere übertragen bei comdirect: bis zu 150 Euro Neukunden-Prämie

Comdirect Depot: Prämie

Beim Online-Broker comdirect gibt es aktuell zwar keine Depotwechsel-Prämie. Dafür profitieren Neukunden aber von einer garantiert kostenfreien Depotführung in den ersten 3 Jahren nach Eröffnung des Wertpapierdepots und von einer vergünstigten Ordergebühr im ersten Jahr nach Depoteröffnung. Außerdem gibt es zahlreiche gebührenfreie ETF-Sparpläne und einige Fonds ohne Ausgabenaufschlag.

Ich will mehr Infos zum Depot von comdirect »

1.5 Keine Prämie für die Depotübertragung zur TARGOBANK

Targobank Depot: Prämie für Depotübertragung

Für die Kündigung eines Depots und den Übertrag der Wertpapiere bietet die Targobank aktuell keine Wechselprämie mehr an.

Die Targobank belohnte den Depotwechsel 2019 lange mit einer attraktiven Geldprämie: bis zu 5.000 Euro konnten Sie hier für eine Depotübertragung zur Targobank kassieren. Prämienbegünstigt waren sämtliche Wertpapiere – es zählte also neben Aktien und Anleihen auch die Übertragung von ETFs und Fondsanteilen.

mehr Infos zur Depotübertragung zur Targobank »

Und noch ein Tipp: Bei S Broker, dem Online-Broker der deutschen Sparkassen (siehe meinen Erfahrungsbericht), gibt es ebenfalls ständig wechselnde Aktionen bei Depotübertragung. Der SBroker ist vor allem für alle interessant, die kostengünstig ETF-Sparpläne einrichten wollen.

Fragen und Antworten zum Thema Depotübertrag

2. So funktioniert der Depotwechsel

Bei der Depotübertragung innerhalb desselben Brokers hat man kaum Aufwand. Meistens stehen dafür vorgefertigte Formulare bereit. Wenn man Kontakt zum Kundendienst aufnimmt, hilft einem der Broker auch dabei. Daneben gibt es auch die Möglichkeit des Gläubigerwechsels, z.B. bei Schenkungen oder Vererbungen. Hier wechselt nur der Besitzer, das Depot bleibt bestehen.

Beim Wechsel des Online-Brokers hat man etwas mehr zu tun. Die Übertragung des Depots wird von einem Zentralverwahrer gesteuert, in Deutschland ist das Clearstream. Der Zentralverwahrer Clearstream dient als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Online-Brokern. Das bedeutet, die Wertpapiere liegen eigentlich beim Zentralverwahrer und werden von einem Broker zum anderen elektronisch gebucht. Wird vom Kunden die Depotübertragung beantragt, dann bucht der Zentralverwahrer den Inhalt des Depots zum neuen Broker.

Ein entsprechendes Formular zur Übertagung des Depots wird dem Depotinhaber normalerweise vom neuen Broker bereitgestellt. Wenn das neue Depot schon eröffnet ist, muss das Formular an den alten Broker im Original per Post zugeschickt werden.

3. Fallen bei der Depotübertragung Kosten an?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2004 (Aktenzeichen: XI ZR 200/03) dürfen für den Depotübertrag keine Kosten verlangt werden. Die einzige Ausnahme bleiben Fremdgebühren von Verwahrstellen. Am einfachsten fragt man beim Online-Broker nach und lässt sich genaue Auskunft über die Kosten bei der Übertragung geben.

4. So vermeiden Sie eine Mehrfachbesteuerung

Eines darf man beim Depotwechsel keinesfalls außer Acht lassen: Die Anschaffungsdaten (Kaufdatum und Kaufkurs) müssen vom alten an den neuen Broker übermittelt werden. Erfolgt die Übermittlung nicht, gelten die übertragenen Papiere als Neufälle und werden pauschal versteuert. Anfallende Steuern werden dann direkt ans Finanzamt abgeführt. Zwar können die in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden, aber diese Mühe kann man sich eigentlich sparen. Am einfachsten und besten ist es, wenn man sich vom alten Broker bestätigen lässt, dass die Anschaffungsdaten und der Depotwert bei der Übertragung vollständig an den neuen Broker übermittelt werden.

5. Wie lange dauert die Übertragung?

Am besten sollte man einen Zeitplan für den Wechsel erstellen.
Während der Übertragung des Depots hat man keinen Zugriff auf den Depotbestand. Um so wichtiger, den Zeitpunkt des Wechsels genau zu planen. Idealerweise eröffnet man das neue Depot bereits vor dem Wechsel.

Wie lange der Depotübertrag dauert, ist von Broker zu Broker verschieden. Erfahrungsgemäß muss man mit 7 bis 10 Bankarbeitstagen für die Depoteröffnung rechnen, für die Übertragung sind dann nochmal 5 bis 10 weitere Tage nötig. Wenn das neue Depot bereits eröffnet ist, kann man also 5 bis 10 Tage einplanen, ansonsten 12 bis 20 Tage. Der Depotwechsel innerhalb des gleichen Brokers geht in der Regel schneller. Überträge von Bestandskunden beim gleichen Broker gehen meist schneller.

6. Gibt es Prämien für den Depotwechsel?

Der Konkurrenzdruck zwischen den Brokern ist sehr stark, und davon profitiert der Kunde. Neben dem Preiskampf um die günstigsten Depotgebühren und Orderkosten gibt es daher auch für Neukunden und Wechselwillige Prämien. Der Konkurrenzdruck zwischen den Anbietern ist groß wie nie. Neben dem reinen Preiskampf, was Depotgrundgebühren und Orderkosten angeht, zahlen einige Anbieter ihren Neukunden Prämien zum Depotwechsel. Folgende Prämien-Varianten bei Depotübertragung gibt es bei den verschiedenen Brokern:

  • Startguthaben (z.B. bei comdirect)
  • Freetrades (aktuell z.B. bei Flatex)
  • Rabatt auf den Orderpreis (z.B. bei der ING Direktbank)
  • Sachprämien
  • Tagesgeld- oder Festgeldzinsen

Bei der Depotübertragung sollte man sich die Prämien und die mit ihnen verknüpfte Bedingungen genau anschauen. Um die Prämie zu erhalten, wird oft ein Mindestdepotvolumen, eine Mindestanzahl von Trades oder eine Mindestvertragslaufzeit vorausgesetzt. Daher sollte man nicht bloß wegen einer guten Prämie wechseln, sondern zunächst auf die weiteren Preise und Leistungen des Online-Brokers der Wahl schauen.

7. Was ist mit dem alten Depot?

Braucht man das alte Depot nicht mehr, ist eine Löschung empfehlenswert, um ggf. anfallende Grundgebühren zu sparen. Wenn auf dem Formular zum Depotübertrag nicht schon die Möglichkeit zur Löschung angeboten wird, muss man ein eigenes Kündigungsschreiben aufsetzen.

Es gibt aber noch einen Grund für die Schließung des alten Depots: die ist nämlich oft notwendig, um eine Wechselprämie zu bekommen.

8. Wertpapierdepots: Die Konditionen der Broker im Vergleich 2019

Dazu passend:

Schreibe einen Kommentar

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *