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Okt 19

Finanzkrise: Auch Crash-Propheten können sich irren … – UPDATE

geschrieben von Dominik Schuster am 19. Oktober 2008   22:34 UhrKommentare

Er ist einer der Propheten der Finanzkrise: Der Uni-Prof. Max Otte, der mit “Der Crash kommt” bereits im Jahr 2006 DAS Buch zur aktuellen Finanzkrise verfasste. Auch ich habe es gelesen – wobei mich der Teil “wie Sie sich darauf vorbereiten” insgesamt mehr interessiert, da er praktisch anwendbar ist. Aber wie das so ist: Propheten können sich auch irren, wie mir eine aktuelle SPIEGEL.de-Nachricht gerade gezeigt hat …

“Was tun in einer Finanzkrise? Wohin mit dem Geld? Welche Anlage ist sicher?” Fragen, die einen gerade ganz schön beschäftigen können. Und Fragen, auf die es viele Antworten gibt: Persönliche und Antworten von “Experten”.

Ich habe schon vor einiger Zeit mit großem Interesse das insgesamt empfehlenswerte Buch von Herrn Otte gelesen, das jetzt gerade sein Comedback in den Amazon-Hitlisten feiert und Herrn Otte so manche Einladung in eine Talk-Show bringt (sehenswert: Hart aber fair zur Finanzkrise). Kein Wunder – Prophetien, die eintreffen, sind immer ein gutes Verkaufsargument.

Bücher der Finanzkrise-Propheten bei Amazon.de:

Ich bin aber ganz froh, dass ich nicht alle Tipps von Herrn Otte befolgt habe. Der empfiehlt besonders die Anlage in Gold und in sichere Devisen. Aber: Er gibt auch ein paar Aktientipps mit Unternehmen, die er für gut gerüstet für die Finanzkrise ansieht. Neben großen Nahmen wie Coca Cola auch dabei bei den Aktientipps: Die ING-Group, Europas größte Direktbank mit Sitz in den Niederlanden.

Ich bin froh, dass ich diesen Tipp nicht befolgt habe: Die Aktie der ING-Group ist derzeit auf dem tiefsten Stand seit 13 Jahren – allein vergangenen Freitag gings 20 Prozent runter, nachdem die Gerüchteküche eine mögliche Schieflage der Bank im Zuge der Kreditkrise hochgekocht hatte. Wies mit Gerüchten so ist: Irgendwas ist dran. Heute schreibt der Spiegel, dass die ING 10 Milliarden Staatshilfe vom Staat bekommt.

Also nicht gerade eine Aktie, in die ich gerne investieren möchte – ich hätte ganz schön viel verloren, wenn ich den Tipp von Herrn Otte befolgt hätte. Wichtiger ist mir allerdings etwas anderes: Ich habe mein Tagesgeld bei der ING-DiBa. Ist es da noch sicher? Ich gehe bisher davon aus, weil die ING-DiBa auch dem Einlagenfond privater Banken angeschlossen ist und mein Vermögen außerdem dem Staatsschutz der Bundesrepublik unterliegt. Gutes Gefühl – aber ich überlege mir trotzdem, mein Tagesgeld in einen sicheren Hafen zur 1822direkt (Testbericht hier) umzuschichten.

Übrigens: Wer genug von der Finanzkrise gehört und gelesen hat – bei spiegel.de gibts ne interessante Zusammenstellung von Pressebildern zur Krise. Interessant, weils für die Fotographen sicher nicht einfach war passendes Bildmaterial zu dem abstrakten Problem zu finden. Um so kreativer sind die Ergebnisse …

Update 23.10.2008
Propheten werden immer angefeindet – im Internet ist es besonders einfach. Bei Boersenforum.de habe ich eine interessante Diskussion zu Prof. Otte gefunden. Interessant: Der Professor betreibt unter Privatinvestor.de eine Börsenbrief-Community, wo er seine Börsentipps vermarktet. Die Community hat jetzt bestimmt sehr guten Zulauf – auch wenn die Mitgliedschaft minimal 39 Euro bei reiner Internet-Mitgliedschaft kostet. Ich bleibe da lieber weiterhin bei der kostenlosen Community Sharewise.de. Und fülle meinen Ebookreader mit anderer Literatur als der von Herrn Otte …


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Ein Kommentar zu “Finanzkrise: Auch Crash-Propheten können sich irren … – UPDATE”

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