ING-DiBa: Mehr Tricks, weniger Zinsen und höhere Gebühren – Teil 11 – UPDATE

Die ING-DiBa Direktbank ist gesund: Während viele große Banken Milliarden-Verluste verzeichneten, darf sich die ING-DiBa über einen Gewinn von 412 Millionen Euro freuen. Auch mich als Kunde beruhigt das: Die ING-DiBa scheint nicht am Abgrund zu stehen und zusätzlich ist mein Tagesgeld hier über den Einlagensicherungsfond und die Garantie der Bundesregierung gut geschützt. Umso erstaunlicher für mich, dass trotz guter Ausgangslage die Konditionen der Bankprodukte bei der ING-DiBa immer schlechter werden und man plötzlich auch auf Zinstricksereien setzt, die man bislang nicht nötig hatte.

Die Zahlen machen die ING-DiBa zu einer erfolgreichen und stetig wachsenden Bank: Mehr als 64 Milliarden Euro an Kundeneinlagen werden bei der Direktbank verwaltet, und allein 2008 ist die Anzahl der Kunden mit ING-DiBa Girokonto um 200.000 auf jetzt 522.000 Stück gewachsen. Die Beliebtheit ist kein Wunder: Die Zinsen aufs Tagesgeld waren bei der ING-DiBa immer hoch, das Girokonto bot gute Konditionen und eine gratis Kreditkarte, das Online-Banking ist sicher und der Telefonservice mehrfach ausgezeichnet.

Auch ich bin insgesamt zufrieden mit der ING-DiBa. Bisher. In letzter Zeit allerdings lässt die ING-DiBa nach: In Zinsvergleichen positioniert sich die ING-DiBa nur noch im schlechten Mittelfeld, auch die Konditionen des Girokontos haben sich verschlechtert. Eine kleine Übersicht über die negativen Entwicklungen:

  • Höhere Gebühren im Depot: Schon im September 2008 berichtete ich über schlechtere Konditionen im (noch) kostenlosen Wertpapierdepot der ING-DiBa. Plötzlich gibt es eine Börsenplatzgebühr, und auch der Telefon-Order wird erheblich teurer.
  • Sofort-Bonus im Girokonto erhöht: Im November 2008 verschlechtern sich die Konditionen des kostenlosen Girokontos. Jetzt gibt es den Sofort-Bonus in Höhe von 50 cent beim Einkauf mit der VISA-Karte erst ab 50 Euro statt wie bisher ab 20 Euro.
  • Magere Festgeld-Zinsen: Die Festgeld-Zinsen sind in den letzten Monaten bei allen Banken gefallen. Aber die ING-DiBa hat die Zinsen besonders stark gesenkt: Nur noch 2,50% gibt es auf sechs- oder zwölfmonatiges Festgeld. Und ab Mitte Februar 2009 sinken die Zinsen sogar noch weiter: Auf dann lächerliche 1,50% bzw. 2,0% Zinsen. Dann kan man das Festgeld-Produkt doch auch gleich ganz abschaffen – schließlich sind sogar die Tagesgeld-Zinsen höher.
  • Probleme bei Auszahlungen mit der VISA-Karte: Ein Problem, das mich zunehmend ärgert: An immer weniger Geldautomaten bekommt man mit der kostenlosen VISA-Karte des ING-DiBa Girokontos Bargeld. Hintergrund ist, dass immer mehr Banken die Auszahlung mit der VISA-Karte sperren. Zugegebenermaßen ist daran nicht der ING-DiBa allein die Schuld zu geben, die sogar mit rechtlichen Mitteln gegen die Sperre vorgeht. Für mich verschlechtern sich aber durch die VISA-Probleme die Konditionen des Girokontos. Details zum VISA-Streit kann man auch hier nachlesen.
  • Tricksereien beim Tagesgeld: Die ING-DiBa wirbt auf der Startseite derzeit mit 4% Zinsen aufs Tagesgeld – im aktuellen Marktumfeld ist das relativ viel. Aber man sollte genauer hinschauen: Die 4% gibt es nur auf neues Geld – bestehendes Guthaben wird mit recht mageren 3% verzinst. Für die Unterscheidung von “neuem” und “altem” Geld führt die ING-DiBa eine seltsame Unterscheidung an: Stichtag ist der 31.12.2008. “Neues Geld” ist alles Geld, das über den an diesem Tag festgestellten Kontostand auf dem Tagesgeld-Konto hinausgeht. Für mich ist das nicht gerade transparent. Noch fragwürdiger wird das Angebot auch, wenn man bedenkt, dass der 4% Zinssatz lediglich vom 01.02.2009 bis 30.04.2009 gilt. Für mich ein typisches Fangangebot für Neukunden. Bisher hatte die ING-DiBa solche fragwürdigen Tricksereien nicht nötig.

Schon mal nach Alternativen umsehen?

Mal sehen, was noch alles kommt. Ich sehe mich inzwischen jedenfalls nach Alternativen um. Eine gute Alternative ist z.B. das ab einem Geldeingang von 1.200 Euro kostenlose Girokonto “Giroall” der 1822Direkt-Bank. Vorteile: Recht hohe Tagesgeldzinsen und eine kostenlose Mastercard für europaweit kostenloses Geldabheben. Der Vorteil der Mastercard gegenüber der VISA-Karte der ING-DiBa ist, dass es meines Wissens mit dieser Kreditkarte noch keine Auszahlungsprobleme gibt. Details zum kostenlosen Girokonto der 1822Direkt finden Sie hier bei Bankkonto-Kostenlos.de.

Fazit: Die ING-DiBa muss etwas aufpassen, dass sie durch schlechtere Konditionen und fragwürdige Lockangebote nicht zunehmend Altkunden verschreckt und nach Konkurrenzangeboten umsehen lässt.

Ausführliche Informationen und Testberichte zu Tageldgeld, Girokonten, Wertpapierdepots und Co. finden Sie auf unserer Partnerseite www.bankkonto-kostenlos.de.

Update 12.02.2009
Und nochmal runter: Jetzt hat die ING-DiBa mitgeteilt, dass die Zinsen fürs Tagesgeld zum 15.02.2009 nochmal gesenkt werden. Statt 3% gibt es jetzt nur noch 2,25% Zinsen.

Advertisement

7 Kommentare to “ING-DiBa: Mehr Tricks, weniger Zinsen und höhere Gebühren – Teil 11 – UPDATE”

  1. Annika

    12.02.2009

    ING DiBA setzt eben in Deutschland um, was bei ING Belgien schon lange Alltag ist: zwischen frischem Geld und bereits vorhandenem Guthaben zu unterscheiden. Man muss einfach Kalender führen und ab und zu auf eine andere Bank umschichten, um von einer dritten wieder “aufzufrischen” :-)
    Ist ja dank Internet nicht so kompliziert.

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Jonas

    19.02.2009

    Genau, das Tagesgeldhopping ist deshalb in Mode; alle sechs Monate das Kapital zu einer anderen Bank transferieren, um dort als Neukunde die hohen Neukundenzinsen einzustreichen. Das sieht man auch an den Marketingaktionen, nur Neukundenvorteile und keine Bestandskunden-Bindung. Hohe Zinsversprechungen sind mit vielen Auflagen verknüpft, die Otto-Normal-Anleger nie schaffen wird. Da lobe ich mir lieber ein Konto wie das von der DKB: Lieber nicht so hohe Zinsen, aber dafür kein Zins- hin und her.

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. Rainingman

    20.02.2009

    Mir geht das auch richtig auf den Geist. Zusätzlich kommt das Problem, dass man an vielen Automaten mit der Visakarte kein Geld mehr bekommt. Das Problem hat die DKB ebenso.

    Deshalb werde ich wohl oder übel wechseln. Schaden kann es nicht. Wahrscheinlich wird es die 1822direkt, wo man an jedem Sparkassenautomat abheben darf. Dort ist es aber auch nicht besser mit den Zinsen. Neukunden hurra…

    Auf diesen Kommentar antworten
  4. Seemann

    19.04.2009

    Ich weiß ja nicht ob das im Interesse einer Bank sein kann, die Altkunden zu vergraulen. Ich jedenfalls werde mich wohl auch von der IngDiba verabschieden. Habe bei der VolkswagenBank ein günstiges angebot gelesen, mal sehen. Trotzdem Danke für den Bericht!

    Auf diesen Kommentar antworten

Trackbacks/Pingbacks

  1. » Volkswagen Bank Tagesgeldkonto im Test - Zinsen hoch, alles gut? - Dontox.de - Testberichte und Erfahrungsberichte rund ums Internet. - 24/03/2009

    [...] bietet noch mehr als 2,5% Zinsen aufs Tagesgeld (höhere Zinssätze sind meistens nur Lockangebote für Neukunden). Wer mehr für sein Tagesgeld möchte, muss sein Geld bei einer Bank anlegen, die keinem [...]

  2. » Geldanlage: Tagesgeld Zinsen im freien Fall - aber es gibt noch Alternativen - Dontox.de - Testberichte und Erfahrungsberichte rund ums Internet. - 01/04/2009

    [...] dass der nur für neu angelegtes Geld gilt und bis 30.04.09. Ich finde, dass eine Bank solche Tricks nicht nötig haben sollte und rate inzwischen nicht mehr dazu, das Tagesgeld bei der ING-DiBa [...]

  3. ING-DiBa: Höhere Zinsen, Neukunden-Bonus, Verbraucher-Infos – Endlich wieder positive Erfahrungen! » Von Dominik Schuster » ing-diba test, ing-diba erfahrungen, festgeld, tagesgeld, neukunden, girokonto wechsel, bankumzug, kostenlose girok - 21/09/2009

    [...] Zinsen, bessere Kundeninformation, Bonus für Neukunden: Nach vielem Negativen gibt es endlich wieder positives rund um die Direktbank ING-DiBa zu berichten. Wer noch ein [...]

Kommentar schreiben