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Jul 11

Spiegel gegen Webabzocke und Abofallen im Internet

geschrieben von Dominik Schuster am 11. Juli 2008   14:14 UhrKommentare

Es gibt viele Artikel über Web-Abzocke und Abofallen – aber leider nennen nur wenige die Abzocker beim Namen. Nicht so “Der Spiegel”: Ich habe gerade auf Spiegel.de einen sehr aufschlussreichen und hilfreichen Artikel über Web-Abzocke und Abofallen im Internet gefunden. Im Zentrum des Artikels: Die Online Content Ltd., die mit Diensten wie Hausaufgaben-Server.com, Fabrik-Verkauf.de, Load-Net.com und anderen Services seit längerer Zeit ihr Unwesen im Internet treibt. Danke, Spiegel!

Inzwischen ist es eine schon wieder “alte” Masche der Web-Abzocker, auf die aber immer noch zu viele Internetnutzer reinfallen, weil sie einfach zu perfide ist: Man nehme eine seriös erscheinende Internetseite, die besonders interessanten Inhalt wie z.B. kostenlose Hausaufgaben, Rezepte, Gedichte, … bietet. Für die Nutzung des Inhalts muss man sich registrieren – klar, sonst könnte ja jeder einfach darauf zugreifen. Erst wenn plötzlich eine Rechnung oder Mahnung per eMail oder Post einflattert, wird für viele klar, dass sie in eine Abofalle getappt sind. Der Service, für den sie sich registriert haben, war nämlich ganz und gar nicht kostenlos – das fällt aber vielen nicht auf, weil die Preis-Info nur recht unscheinbar im Kleingedruckten oder den AGB zu finden ist.


Ein Projekt aus dem Netzwerk der Online Content LTD

Rechtlich agieren die Anbieter in einer Grauzone: Sie argumentieren damit, dass die Preis-Information ja für alle ersichtlich ist, die das Angebot entsprechend genau studieren. Bisher gibt es leider keine verbindliche Rechtsprechung, die die Angebote der Web-Abzocker wirklich einschränkt.

Umso wichtiger ist da, dass die Presse immer wieder über Abofallen und Webabzocke berichtet.

Der Spiegel macht vor, wie es aus meiner Sicht sein sollte: Die Täter beim Namen nennen. Im Spiegel-Artikel geht es um die Online Content LTD.. Der Redakteur lässt Betroffene zu Wort kommen, Anwälte und Verbraucherschützer (die konsquent raten, Rechnungen der Abzocker nicht zu bezahlen). Es werden auch alle Dienste beim Namen genannt, die im Netzwerk der Online Content LTD. laufen:

Hausaufgaben-Server.com, Fabrik-Verkauf.de, Every-Game.com, Load-Net.com, Grusskarten-Versand.com, Gedichte-Server.com, Astrologie-Server.com, Sudoku-Welt.com, Grafik-Archiv.com, Tattoo-Service.com, Geburtstags-Infos.de, Online-Routenplaner.de, Kochrezepte-Server.com, Genealogie.de

Ergänzt wird der Artikel durch praktische Info – wie z.B. diese zum Thema “Bezahlung”:

Den Empfängern solcher Mahnung raten die Verbraucherzentralen, nicht zu zahlen, wenn die Forderungen unberechtigt sind. In einem Service-Beitrag führt die Verbraucherzentrale NRW zum Beispiel aus: “Auch wer bei einer solchen Forderung mit Mahnungen und Schreiben von Inkassobüros oder Rechtsanwälten überhäuft wird, sollte sich auf keinen Fall einschüchtern lassen.” Die Verbraucherschützer bieten auch Widerspruchsmusterbriefe für Betroffene an.
VZBV-Justiziar Bradler erklärt: “Wir schätzen die Chancen der Unternehmen, ihre Zahlungsforderungen vor Gericht durchzusetzen als gering ein.” Dass Online Content Ltd. das in Einzelfällen versucht, ist allerdings nicht auszuschließen – die Entscheidungen der Gerichte in Frankfurt und Hanau beziehen sich auf Wettbewerbsrecht, vier konkrete Angebote und deren Gestaltung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Fazit: Ich finde es sehr gut, dass der Spiegel den Artikel so prominent auf seiner Internetseite präsentiert. Es bleibt zu hoffen, dass es bald eine verbindliche Rechtsprechung gibt, die Abofallen und Webabzocke endlich verbietet. Bis dahin gilt: Auf jeden Fall immer die AGB lesen, wenn Sie sich bei einem Online-Dienst registrieren! Oder vorher bei Google nachschauen …

Informationen zu “Gratisfallen” und Webabzocke und Tests von angeblichen und echten Gratis-Dienstleistungen im Web finden Sie auch auf www.gratisfalle.de.

Zum Spiegel-Artikel zu Web-Abzocke


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3 Kommentare zu “Spiegel gegen Webabzocke und Abofallen im Internet”

  1. Jan

    Genau, auf keinen Fall zahlen. Bisher ist kein Fall bekannt, der durch die Abzocker vor Gericht durchgesetzt werden konnte. Darauf wird sich auch keiner der Drahtzieher einlassen. Wenn 10 von 100 gelinkten Usern artig aufgrund des schlechten Gewissens bezahlen, was wollen die dann noch mehr? Den Stress mit Verhandlungen werden die sich nicht geben, in der Zeit könnte man schon wieder weitere 200 Rechnungen verschicken.

  2. erik

    hallo auch ich bin ein opfer dier Load-Net Firma… ein brief kam mit LETZTE MAHNUNG einfach so mit der post.. irre Profis oder?

  3. Till

    Endlich mal eine gute Entscheidung in Sachen Abo-Fallen des Amtsgericht Gummersbach: http://www.ratgeberrecht.eu/internet-aktuell/kostentransparenz-bei-abo-fallen-im-internet.html



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