ETF-Sparpläne 2017: Die ING-DiBa zeigt, wie es nicht geht


Für die Geldanlage in ETF bietet die Direktbank ING-DiBa ein fast unschlagbares Angebot: Mehr als 1.000 ETFs können im Direkthandel schon ab einem Anlagebetrag von 500 Euro gebührenfrei gekauft werden. Gerade für Langfristanleger, die ihre Bestände bei freier Liquidität aufstocken wollen, kann sich das schnell lohnen. Hinterher hinkt die Direktbank nur bei ETF-Sparplänen, die unverhältnismäßig teuer sind. Welche Broker die besten ETF Sparpläne anbieten, zeige ich in diesem Artikel.

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01.10.2017
Aktuelle Aktionen:
Bei der ING-DiBa bekommt man beim Anlegen eines ETF-Sparplans bis November 2017 die Ordergebühren von 1,75% geschenkt. Außerdem können jetzt 64 statt wie bisher 55 ETFs bespart werden.
Comdirect hat angekündigt, dass Comstage ETFs nur noch bis 31.12.2017 kostenfrei im Wertpapiersparplan bespart werden können.

Der Allianz Global Wealth Report 2016 hat wieder gezeigt, dass der Wille zur Vermögensbildung meistens fehlt: Mehr als 50% des Ersparten landet immer noch auf dem Bankkonto oder Sparbuch. Das bedeutet in Zeiten des historischen Niedrigzinses: Realer Wertverlust durch Inflation!

Inhaltsverzeichnis des Berichts über ETF-Sparpläne:
I. ETF-Sparpläne als Alternative zum Sparbuch?
II. Keine Empfehlung: Die ETF-Sparpläne der ING-DiBa
III. Die besten ETF-Sparpläne 2017 in der Übersicht
IV. Meine Favoriten bei ETF-Sparplänen
V. ETF Sparplan anlegen: So geht es bei Flatex
VI. Wertpapier-Depots im Vergleich

I. ETF-Sparpläne als Alternative zum Sparbuch?

Wer monatlich Geld übrig hat und es nicht auf dem Girokonto oder Sparbuch schlecht verzinst liegen lassen möchte, findet in Wertpapier-Sparplänen eine gute Alternative. Ich selber nutze die Anlagemöglichkeit auch seit einiger Zeit: Bespart werden dabei vor allem ETFs, die nicht aktiv gemanaged werden, sondern passiv einen Index nachbilden. ETFs sind eine gute Depot-Beimischung, häufig auch eine günstigere Alternative zu teuren Fonds. Gerade auch für Dividenden-Jäger.

Sehr unterschiedlich sind die Kosten, die für das regelmäßige Sparen in einem Wertpapier-Sparplan anfallen: Meistens fällt eine prozentuale Gebühr an, die zwischen 1,5% und 2% des Anlagebetrags liegen kann. Wer also einen ETF-Sparplan mit z.B. 100 Euro pro Monat einrichtet, zahlt für jede Ausführung mindestens 1,50 Euro Gebühr. Ärgerlich.

II. Keine Empfehlung: Die ETF-Sparpläne der ING-DiBa

Enttäuschend ist vor allem das ETF-Sparplan-Angebot der ING-DiBa, deren kostenfreies Depot ansonsten eine sehr gute Figur macht. Gerade einmal 64 ETFs können bei der ING-DiBa mit mindestens 50 Euro pro Rate bespart werden. Zudem sind die Transaktionskosten viel zu hoch: Satte 1,75% Orderprovision fallen pro Kauf an. Mehr als bei vielen anderen Brokern. Das passt so gar nicht ins Bild des Brokers, bei dem mehr als 1.000 ETF ohne Transaktionskosten im Direkthandel gekauft werden können. Auch die 50 Euro Mindestsparrate sind zu hoch. Die ING-DiBa sollte hier dringend nachbessern!

Am besten die Direktbank nimmt sich ein Vorbild an der Konkurrenz. Flatex und Co. bieten ein viel besseres Angebot für alle, die Geld in ETF-Sparpläne anlegen wollen.

Besonders umfangreich ist das Angebot kostenfreier ETF-Sparpläne bei Flatex (alle db Xtrackers, Comstage und Lyxor ETFs), S Broker (alle Deka-ETFs inkl. dem wegen der hohen Ausschüttungen beliebten Deka Daxplus Maximum Dividend ETF sowie Comstage-ETFs wie z.B. Comstage World ETF) und Comdirect (Comstage-ETFs). Meistens werden die Gebühren im Rahmen einer Aktion erlassen. Es lohnt sich also regelmäßig zu überprüfen, ob die Besparung der ETFs immer noch gebührenfrei erfolgen kann.

III. Die besten ETF-Sparpläne 2017 in der Übersicht:

Name: Mindest- / Höchstsparrate: ETF Sparplan Angebot: Kosten für Sparplan: Kosten für Depot:
1. Flatex ETF Sparplan
Flatex
50 Euro / unbegrenzt 538 sparplanfähige ETFs von ComStage, db X-trackers, Deka ETF, iShares, SPDR, Lyxor 0,90 Euro pro Ausführung

kostenfrei: db Xtrackers ETFs, Comstage ETFs, Lyxor ETFs

keine

Flatex Sparplan anlegen

2.
Comdirect
25 Euro / unbegrenzt 269 sparplanfähige ETFs von ComStage, Lyxor ETF, Deka ETF, iShares 1,5% Prozent pro Ausführung

kostenfrei (jährlich wechselnd): Comstage ETFs (bis 31.12.2017), Lyxor ETF

keine bei Aktivität

comdirect Sparplan anlegen

3.
S Broker
50 Euro / 200 Euro od. 500 Euro 519 sparplanfähige ETFs von ComStage, Deka ETF, iShares, db-Xtrackers 2,5% Prozent pro Ausführung

kostenfrei: Comstage ETFs, Deka ETF

keine bei Aktivität

S Broker Sparplan anlegen

4.
ING-DiBa
50 Euro / 200 Euro od. 500 Euro 64 sparplanfähige ETFs von ComStage, iShares, db-Xtrackers, u.a. 1,75% Prozent pro Ausführung keine

ING-DiBa Sparplan anlegen

IV. Meine Favoriten bei ETF-Sparplänen

  • Mein Favorit im Bereich ETF-Sparpläne ist der Broker Flatex. Seit einer vollständigen Überarbeitung des Sparplan-Angebots im Jahr 2016 bietet der zur Fintech Group gehörende Broker ein besonders umfangreiches ETF-Sparplan-Angebot an. Ein besonderer Vorteil ist hier, dass sämtliche ETFs von db Xtrackers, Comstage und Lyxor kostenfrei bespart werden können. Eine Maximalsparrate gibt es dabei nicht! Auch bei den sonstigen Emittenten von ETF ist die Gebühr für den Sparplan niedrig: Nur 0,90 Euro werden pro Ausführung berechnet. Das ist sehr günstig im Vergleich mit anderen Anbietern. Um ETFs bei Flatex zu besparen, muss man dort natürlich ein Wertpapierdepot eröffnen. Das Wertpapierdepot bei Flatex ist kostenlos. Nur einen (sehr ärgerlichen) Flatex Nachteil muss man seit März 2017 bedenken: Auf Guthaben auf dem Verrechnungskonto erhebt Flatex ab 15.03.2017 einen Strafzins in Höhe von 0,4% p.a. Ein lästiges Detail. Ansonsten kann ich das Wertpapier-Depot bei Flatex sehr empfehlen. Ich habe dort selber einige ETF-Sparpläne eingerichtet und bin sehr zufrieden.
  • Ebenfalls eine gute Wahl für alle, die einen Broker für ETF-Sparpläne suchen, ist der Commerzbank-Ableger comdirect. Das ETF-Angebot ist hier breit aufgestellt, die Gebühr in Höhe von 1,5% pro Sparplan-Ausführung in Ordnung. Kostenfrei zu besparen gibt es die sog. Toppreis-ETF, die jährlich wechseln. Derzeit können alle ETFs von Lyxor und Comstage kostenfrei bespart werden. Zudem können die ETFs dieser Emittenten über XETRA günstig in der Einmalanlage ab 1.000 Euro erworben werden. Das Comdirect-Wertpapierdepot ist grundsätzlich kostenfrei, wenn mindestens ein Wertpapiersparplan eingerichtet wird oder eine Wertpapiertransaktion im Quartal ausgeführt wird. Meiner Meinung ist auch comdirect ein sehr guter Anbieter für das Wertpapierdepot mit Sparplan.
  • S Broker ist nicht unbedingt mein Favorit bei den Online-Brokern. Gründe dafür habe ich kürzlich im verlinkten Testbericht beschrieben. Trotzdem: Das ETF-Angebot kann sich sehen lassen. Der S Broker ist hier sehr breit aufgestellt und bietet viele ETFs für das regelmäßige Besparen an. Allerdings sind die Kosten für die Besparung mit 2,5% pro Ausführung zu hoch. Kostenfrei sind allerdings die ETF-Sparpläne von Deka und comstage. Da die Deka-Bank den S Broker im Frühjahr 2016 vollständig übernommen hat, ist zu erwarten, dass zumindest die Deka-ETFs dauerhaft kostenfrei bespart werden können. Das S Broker-Depot ist bei regelmäßiger Aktivität ohne Depotgebühr zu haben. Aus meiner Sicht ist der S Broker ein guter Broker für ETF-Sparpläne – ansonsten sind die Gebühren hier aber oft zu hoch.
  • ING-DiBa bietet nur ein sehr schmales Angebot an ETFs an, für die ein Sparplan eingerichtet werden kann: Gerade mal 64 ETFs verschiedener Emittenten werden angeboten. Dabei sind zwar alle großen Indices vorhanden, aber das Angebot könnte doch umfangreicher sein! Außerdem sind die Kosten für die Ausführung zu hoch: Mit 1,75% pro Sparplan-Rate hinkt die ING-DiBa hier der Konkurrenz hinterher. Nicht zu empfehlen! Den Bonus für die Depoteröffnung kann man natürlich trotzdem mitnehmen …
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V. ETF Sparplan anlegen: So geht es bei Flatex

Nach der Depoteröffnung kann man sofort einen Wertpapiersparplan anlegen. Bei Flatex klickt man oben im Menü auf „Sparplan / Entnahmeplan“. Dann kann man das in einer übersichtlichen Suche den ETF suchen, für den man einen Sparplan anlegen möchte – in meinem Beispiel ist es der Comstage MSCI World ETF mit der Wertpapierkennnummer LU0392494562:

Im zweiten Schritt gibt man die Höhe des Sparplans und die gewünschte Ausführung an.

Der Betrag, der in den ETF regelmäßig investiert wird, muss bei Flatex mindestens 50 Euro betragen. Eine Beschränkung der maximalen Sparrate gibt es bei diesem Broker nicht. Als Turnus kann man zwischen monatlich, vierteljährlich, halbjährlich und jährlich wählen.

Der Auftrag kann entweder am 01. oder am 15. eines Monats ausgeführt werden (ich empfehle: 15.).

Es ist übrigens auch jederzeit möglich, einen ETF Sparplan für einen Zeit wieder auszusetzen oder ihn ganz zu beenden.

Bei Flatex ist meinen Erfahrungen nach das Anlegen von Sparplänen besonders übersichtlich gestaltet, seitdem der Broker 2016 das Layout der Handelsoberfläche (endlich) vollständig überarbeitet hat. Wie gesagt: Bei ETF-Sparplänen ist Flatex mein Favorit unter den Brokern.

Aktuell gibt es übrigens für Neukunden bei Flatex, die bis zum 30.09.2017 ein Konto eröffnen und einen Depotübertrag in Höhe von mindestens 5.000 Euro durchführen oder mindestens diesen Betrag bis 15.10.2017 überweisen, 5 Free-Trades für den außerbörslichen Direkthandel.

VI. Wertpapier-Depots im Vergleich

Dazu passend:

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Ein Kommentar zu “ETF-Sparpläne 2017: Die ING-DiBa zeigt, wie es nicht geht

  • Sehr informativer Beitrag. Wie immer! Danke dafür.

    Zum Thema: Wer ETF als Sparplan nutzen möchte, sollte tatsächlich ein wenig rumschauen. Etliche Banken bieten immer wieder Sonderaktionen. Sofern das Depot selbst kostenfrei ist, spricht auch nichts dagegen, ggf. Depots bei verschiedenen Anbietern zu eröffnen.

    Meine Hausbank, die DKB, bietet schon seit einiger Zeit eine ETF-Aktion, bei der 120 ETF kostenfrei bespart werden können. Auch das sind nicht wirklich viel. Da aber iShares und Comstage ETF dabei sind und diese auch noch gut verteilt sind, sind alle maßgeblichen Anlageklassen abgedeckt. Die Aktion wurde bereits mehrfach verlängert und läuft derzeit bis mindestens Ende 2017.

    Dort beträgt die Mindestsumme €50. Wem das zu viel ist, kann den Sparplan auch nur zweimonatlich ausführen lassen, bespart so also umgerechnet €25 im Monat. Kosten fallen nicht an (ausgenommen natürlich die immer anfallenden ETF internen Kosten von meist 0,15-0,65 % p. a.) Die Ausführung kann zum 5. oder 20. eines Monats gewählt werden (keine Ahnung, warum die DKB solch ungewöhnliche Tage gewählt hat). Die Ausführung wird durch durch die DWPBANK übernommen – dem Wertpapierdienstleister der Sparkassen (zu denen die DKB ja formell gehört). Geordert wird momentan über Quotrix (Börse Düsseldorf). Nach meinen eigenen Erfahrungen werden dabei sehr gute Kurse gestellt. Zu beachten ist aber: Bei einem späteren Verkauf werden die normalen Gebühren erhoben (momentan €10 pro Transaktion). Das ist aber bei allen mir bekannten Sparplänen aller Banken der Fall.

    Sollte keine Werbung sein. Ich bekomme nichts dafür.

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