Erfahrungen mit meinem fairrürup: Altersvorsorge mit ETFs und Steuervorteil – Lohnt es sich noch?


Kurz zusammengefasst:

  • Der fairrürup ist als steuerbegünstigter Rürup-Fondssparplan ein Baustein meiner Altersvorsorge als Selbständiger. Nach längerer Recherche habe ich mich aufgrund einiger Vorteile, insbesondere der günstigen Gebührenstruktur, für den fairrürup entschieden und mir die kostenfreie Broschüre des fairrürup vorab zuschicken lassen.
  • fairrürup wird in Kooperation der fairr GmbH, der Sutor Bank aus Hamburg und der Lebensversicherung myLife realisiert. Es gibt einen bei Vertragsbeginn festgelegten Rentenfaktor.
  • Ich empfehle, die steuerlichen Auswirkungen genau zu bedenken. Persönlich setze ich in meinem fairrürup Depot eine Strategie um, die die Quote an Aktien-ETFs sukzessive zugunsten von Anleihen-ETFs reduziert, um eine möglichst hohe Rente in der Rentenphase zu erzielen.
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Jetzt noch schnell zum Jahresende Sonderausgaben für die Steuer 2017 generieren: Ein steueroptimierter Rürup Fondssparplan kann dazu gerade für Selbständige eine gute Lösung sein, die privat für ihre Rente vorsorgen wollen. Nach langer Recherche habe ich mich selber für den fairrürup entschieden. Hier meine Erfahrungen und Tipps.

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29.11.2017
fairr hat die Frist für die garantierte Anftragsbearbeitung eines fairrürup Fondssparplan und des fairriester letztmalig bis 15.12.2017 verlängert. Wer noch 2017 Beiträge zur Rürup-Altersvorsorge geltend machen will, sollte sich schnell entscheiden. Weitere Informationen in der kostenfreien fairrürup Broschüre.

Meine Alternative zur gesetzlichen Rente ist jetzt ein Rürup-Sparplan als einer der wesentlichen Bausteine meiner privaten Altersversorgung – neben eigenen Fondsparplänen, einem (kompakten) Riester und sonstigen privaten Rentenverträgen. Nach langer Recherche und zahlreichen Anbietervergleichen habe ich mich für den Rürup-Sparplan „fairrürup“ entschieden. Das Vorsorgeprodukt ist offiziell zertifiziert – das ist wichtig, damit ich meine Einzahlungen auch steuerlich als Sonderausgaben geltend machen kann.

Realisiert wird dieses Altersvorsorgeprodukt von der Berliner fairr GmbH in Zusammenarbeit mit der in der privaten Vermögensverwaltung tätigen Privatbank Sutor Bank aus Hamburg und dem Göttinger Lebensversicherer myLife Lebensversicherung AG. Kurz gesagt sieht die Konstruktion so aus: Die fairr GmbH kümmert sich ums Marketing, Beratung und Produktinformation – die Sutorbank verwaltet das Depot – die myLife sichert die Rentenansprüche in der Auszahlungsphase ab. Neben dem fairrürup wird auch ein zertifizierter Riester-Vertrag, der fairriester, angeboten.

fairr wirbt besonders mit niedrigen Gebühren und Kostentransparenz für das eigene Portfolio an Altersvorsorge-Produkten. Das ist sicher auch nötig, wenn man solche Horromeldungen aus der Branche hört: 38% des ersparten Endwerts der Rürup-Anlage gingen in dem bei Focus berichteten Beispiel allein für Gebühren, Management, etc. des Vertrags drauf.

Da lohnt es sich natürlich schon genau hinzuschauen, bevor man einen Rürup-Vertrag abschließt. Generell ist der Rürup zwar für jeden offen, die Eintrittbarrieren sind gering, da es auch keine Einmalzahlung oder ähnliches bei Vertragsabschluss gibt. Sehr genau sollte man aber die Gebühren und genauen Vertragskonditionen unter die Lupe nehmen. Das ist auch deshalb wichtig, weil man einen Rürup-Vertrag zwar innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist wieder aufheben kann, danach der Vertrag aber generell undkündbar ist und ein Leben lang läuft. Sehr weitergeholfen hat mir dabei, die von fairr angebotene kostenfreie Broschüre zum Rürup, die man sich hier kostenlos herunterladen oder per Post zuschicken lassen kann.

Der fairrürup – Diese Vorteile sehe ich

Die Argumente, die mich letztlich vom fairrürup überzeugten, fasse ich gerne zusammen:

  • Hohe Flexibilität bei den Einzahlungen: Der fairrürup ist bezüglich meiner Einzahlungen sehr flexibel. Ich habe eine niedrige monatliche Rate (nur 25 Euro) eingerichtet, die monatlich automatisch angespart wird. Zum Ende des Jahres, wenn das zu erwartende zu versteuernde Einkommen deutlich wird, schieße ich in Einmalzahlungen weiteres Kapital zu. Praktisch: Zusätzliche Einzahlungen muss man nicht mal vorab anmelden – ich überweise einfach auf mein Sutor Bank Depot. Die Einzahlungen werden dann automatisch gemäß meiner Anlagestrategie investiert.
  • Große Auswahl an ETFs: fairrürup ist ein Wertpapier-basierter Rürup-Vertrag, das heißt: Meine Einzahlungen werden in eine Auswahl an ETFs und Fonds automatisch angelegt. Die Auswahl kann ich selber treffen oder auf vorgefertigte Fondpakete zurückgreifen. Die Auswahl gerade an ETFs ist mit ca. 50 Anlageprodukten bei fairrrürup dabei sehr groß: Es stehen Aktien- und Anleihen-ETFs großer Emittenten wie Ishares, Deka, Comstage, Lyxor und Dbxtrackers, UBS, Dimensional Fonds zur Verfügung. Die Auswahl an Fonds ist dagegen mit dem Arero Weltfonds bescheiden, aber der fairrürup ist eben stark auf ETFs fokussiert. Mir ist kein anderes Rürup-Vorsorgeprodukt bekannt, das ähnlich viele ETFs im Programm führt.
  • Umschichtung der ETF-Anteile: Flexibel ist der fairrürup auch hinsichtlich der von mir gewählten ETFs, in die meine Einzahlungen angelegt werden: Ich kann die ETF-Auswahl jederzeit per Formular ändern oder umschichten, eine Einschränkung dafür gibt es nicht, eigene Kosten außer den Transaktionsgebühren für die Wiederanlage fallen nicht an. Meine eigene Strategie sieht vor, dass ich zunächst nur Aktien-ETFs mit höherem Risiko bespare – je näher mein Rentenzeitpunkt rückt, desto stärker werde ich in schwankungsärmere Anleihen-ETFs investieren. Außerdem werde ich Aktien-ETFs dann auch in Anleihen-ETFs umverteilen. Vorteil dabei: Abgeltungssteuer fällt hier nicht an; versteuert wird tatsächlich erst in der Rentenphase.
  • Sicherheit: Zunächst war ich recht skeptisch wegen der Sicherheit des fairrürup – man muss die Konstruktion des Produkts erstmal genauer verstehen. Wichtig ist für mich vor allem, dass meine Einlagen als Wertpapiere bei der Sutor Bank liegen. Sie sind also Sondervermögen und auch dann mein Eigentum, falls die Sutor Bank in die Insolvenz gehen müsste. Die fairr GmbH hat keinen Zugriff auf meine Einlagen. Die Einlagensicherung der Sutor Bank ist nur für den Zeitraum relevant, in dem meine Einzahlungen auf dem Depotkonto der Sutor Bank liegen. Meinen Erfahrungen nach ist das jeweils nur wenige Tage der Fall: Einzahlungen werden dann automatisch in die von mir gewählten ETFs und Fonds angelegt.
  • Gebühren: Die beim fairrürup anfallenden Gebühren sind vergleichsweise niedrig, so zumindest mein Eindruck. Trotzdem muss man sich die Gebührenstruktur schon genauer anschauen, ganz einfach ist sie nämlich nicht. Zwar bemüht sich fairr auf der Internetseite um eine möglichst transparente Darstellung, trotzdem muss man die einzelnen Gebühren-Bausteine doch genauer analysieren:
    • Erstmal fällt eine Gebühr für die monatliche Kontoführung in Höhe von 2,25 Euro an.
    • Dazu kommt eine vom Depotstand abhängige prozentuale Gebühr in Höhe von 0,37 bis 0,47% des Depotbestands.
    • Außerdem kommt eine von ETF zu ETF unterschiedliche Transaktionsgebühr von bis zu 0,5% dazu.
    • Die vom Emittenten festgesetzte jährliche Verwaltungsgebühr der ETFs muss zusätzlich berücksichtigt werden.

    Die Gebühren finde ich insgesamt OK, die monatliche Kontoführungsgebühr könnte aber gerne wegfallen – Depotgebühren sind aus meiner Sicht nicht wirklich zeitgemäß. Der Vorteil „Kein Ausgabenaufschlag“ wird durch die für jedes Investment in einen ETF eben doch anfallende Transaktionsgebühr in Höhe von bis zu 0,5% konterkariert.

  • Garantierter Rentenfaktor: fairr hat sich mit myLife einen Lebensversicherer ins Boot geholt, der in er Rentenphase die Auszahlungen übernimmt. Ein Vorteil dieser Kooperation ist auch, dass mir bereits bei Vertragsabschluss ein fester Rentenfaktor zugesichert wird. Bei vielen alternativen Rürup-Verträgen ist das nicht der Fall.
  • Mögliche Hinterbliebenenversorgung: Wer in der Rentenphase eines Rürup-Vertrags früh verstirbt, tut oft dem Versicherer einen Gefallen – restliches Kapital fällt diesem zu, wenn keine andere Regelung getroffen wurde. Hier sollte man also dringend aktiv werden. Beim fairrürup ist es möglich, einen Hinterbliebenenschutz zu integrieren. Vorteil: Diesen kann man auch erst spät, kurz vor Rentenphase, aktivieren. Durch die Hinterbliebenenabsicherung ändert sich dann aber wieder der garantierte Rentenfaktor. Das Restguthaben aus dem Rürup fällt im Versterbensfalls den Erben zu, verfällt also nicht. Was passiert aber, wenn man noch in der Ansparphase stirbt? In diesem Fall sind die Ehepartner oder Kinder die Begünstigsten – sie erhalten das bereits angesparte Guthaben als Rente ausgezahlt, ohne, dass das eigens mit fairr vereinbart werden müsste. Ohne Ehepartner oder Kinder fällt das Guthaben aber dem Versicherer zu – Hinterbliebene erhalten nur ein Sterbegeld. Wer wissen will, was mit dem Rürup bei Versterben passiert, sollte das unbedingt beachten!

Meine Erfahrungen mit dem fairrürup: Funktional, aber keine Augenweide

Inzwischen läuft mein fairrürup-Vertrag seit einiger Zeit und ich habe einige Erfahrungen mit fairrürup sammeln können. Zum fairriester kann ich nichts sagen – mein Riester Vertrag läuft bei einer anderen Gesellschaft.

Vor Vertragsabschluss hatte ich mich auch ausführlich von fairr zum fairrürup beraten lassen – der telefonische Service ist gut erreichbar, auch per Email bekommt man recht schnell eine Antwort.

Sehr gut gefällt mir die Darstellung der Altersvorsorge-Produkte auf der Internetseite von fairr.de. Hier gibt es sehr, sehr viele und detaillierte Informationen – insbesondere auch im FAQ-Bereich bekommt man vorab Informationen zu den wesentlichen Fragen.

Nach Vertragsabschluss hatte ich kaum mehr mit fairr zu tun – auch die Unterlagen zu meinem Depot wurden mir bereits von der Sutor Bank zugeschickt. Auch bei Fondumschichtungen oder Änderungen meiner monatlichen Einzahlungen war stets Sutor mein Ansprechpartner.

Die Verwaltung meines Rürup-Depots bei der Sutor Bank lief bisher ohne nennenswerte Probleme. Ich habe auch schon eine Änderung meiner besparten ETFs in Auftrag gegeben, die recht zeitnah umgesetzt wurde. Bei dieser Änderung habe ich vor allem ETFs mit synthetischer Replikation auf physisch voll replizierende ETFs umgestellt, da mir das mit synthetischen ETFs verbundene Risiko zu hoch für eine sehr langfristige Geldanlage für meine Altersvorsorge erscheint.

Die Benutzeroberfläche des Sutor Bank Depots ist leider sehr altmodisch, es wird sogar noch mit Popups gearbeitet. Das finde ich enttäuschend, vor allem auch, da es von der sehr guten Darstellung von fairr.de abweicht. Zusätzliche Funktionen zur Analyse der ETFs fehlen vollständig – da könnte und sollte man nachbessern, in der aktuellen Form steht man ja meilenweit zwischen modernen Depots wie Comdirect oder ING-DiBa oder gar den gehypten Robo Advisors zurück. Auch die Auftragsabwicklung bei Fondswechsel oder Umschichtung ist gewöhnungsbedürftig – alles läuft noch ziemlich altmodisch über Formulare, die man ausdrucken und unterschrieben einsenden muss. Andere Broker wie Comdirect oder ING-DiBa sind auch hier wesentlich weiter.

In meinem Sutor Bank Depot werden die aktuell besparten ETFs übersichtlich aufgeführt:

Monatlich zahle ich per Lastschrift einen fixen Betrag ein, zum Jahresende schieße ich zusätzliche Einzahlungen ein. Das eingezahlte Kapital wird eine Zeitlang als Geldsaldo verbucht. Nach wenigen Tagen wird über den Emittenten der dem Geldsaldo entsprechende Anteil an den ETFs gekauft, die Transaktionsgebühr direkt berechnet.

Meine eigene Strategie sieht vor, dass ich bis ca. 2035 diese ETFs bespare – die Aktienquote liegt bei 100%, erst dann kommen Anleihen langsam dazu.

Vor Vertragsabschluss: Erstmal die Nachteile des Rürup unter die Lupe nehmen

Vor Abschluss eines Rürup-Vertrags ist es natürlich unerlässlich, die Vorteile und Nachteile genau abzuwägen. Nach meiner Analyse stand fest, dass sich der Rürup als ein Baustein meiner privaten Altersvorsorge eignet – nur auf einen Rürup zu setzen ist allerdings auch unsinnig, da es doch auch zu bedenkende Nachteile gibt.

Zu berücksichtigen ist besonders, dass erst ab dem Jahr 2025 sämtliche Einzahlungen bis zur Grenze von 23.362 € (zusammen veranlagte Verheiratete: 39.248 €) zu 100% als Sonderausgaben für Vorsorgeaufwand in der Einkommenssteuer berücksichtigt werden. 2017 sind es nur 84%, von Jahr zu Jahr steigt der Prozentsatz an. In der Auszahlungsphase steigt die Besteuerung gleichzeitig ebenfalls an – ab Rentenbeginn im Jahr 2040 müssen 100% der Auszahlungen versteuert werden. Die genauen Staffelungen finden sich in einer Tabelle auf fairr.de. Wer schon bald in Rente geht und erst schon im gesetzteren Alter einen Rürup-Vertrag abschließt, kann hier zusätzlich profitieren – für alle anderen ist diese Staffelung und die nachgelagerte Besteuerung eher ein Nachteil, auch wenn in der Rentenphase die Steuersätze wegen niedrigeren Einkommens normalerweise niedriger sind.

Die genaue Steuerersparnis kann man sich mit dem praktischen Rechner direkt ausrechnen lassen:

Ein weiterer Nachteil ist, dass das in einen Rürup-Vertrag eingezahlte Kapital bis zur Rente gebunden ist – Rürup-Verträge sind unkündbar wegen der steuerlich bereits gewährten Absetzungen. Die Verträge können nur beitragsfrei gestellt werden oder – eventuell mit Zusatzkosten – auf einen anderen Anbieter übertragen werden. Eine Kündigung des fairrürup ist nicht möglich. Ebenfalls unmöglich ist eine einmalige Kapitalabfindung statt einer monatlichen Rente in der Rentenphase, wie sie etwa bei einer privaten, nicht geförderten Rente möglich wäre. Deshalb sollte man auf jeden Fall auch darauf achten, dass ein Baustein für die Hinterbliebenen beim eigenen Tod integriert ist – fairrürup sieht das vor.

Mein Fazit: fairrürup ist ein attraktiver Baustein in der Altersvorsorge

Wie immer sehe ich auch beim fairrürup noch Verbesserungspotenzial: Das Sutor Bank Depot könnte funktional besser aufgestellt sein und aufgehübscht werden; die monatliche Kontoführungsgebühr für das Depot finde ich auch nicht recht zeitgemäß.

Ansonsten bin ich aber mit dem fairrüup zufrieden und kann ihn weiterempfehlen. Für mich als Selbständigen ist der Rürup ein wichtiger Bestandteil meiner Altersvorsorge. Mit dem fairrürup habe ich einen Rürup-Vertrag gefunden, der einige Vorteile bündelt: Ich bleibe mit meinen Einzahlungen flexibel, ich kann in kostengünstige ETFs anlegen, ich kann die Steuervorteile eines zertifizierten Rürup nutzen.

Abschließen kann man den fairriester und den Rürup-Fondssparplan von fairr direkt online unter fairr.de. Hier finden sich auch alle wichtigen weiteren Informationen.

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